Ringen

Wittener Ringer begrüßen Wiedereinführung der zweiten Liga

Wo der KSV Witten mit Fevzi Mamutov (hinten) in Zukunft kämpfen wird, ist noch offen.

Wo der KSV Witten mit Fevzi Mamutov (hinten) in Zukunft kämpfen wird, ist noch offen.

Foto: Manfred Sander / Funke Foto Services

Bad Mergentheim/Witten.  Nach der Sturkuränderung 2016 möchte der Deutsche Ringer-Bund die höchsten Kampfklassen erneut reformieren. KSV Witten begrüßt die zwei Ideen.

Die Vereine aus den oberen Ringerligen haben es sich zuletzt immer wieder gewünscht, nun hat der Deutsche Ringer-Bund ihnen bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende Mut gemacht und ist ihrem Wunsch nachgekommen: es soll ab 2021 wieder eine 2. Bundesliga geben, verbunden mit einer Ligareform, die auch das Oberhaus betreffen wird. Zwei Modelle wurden vorgestellt, eine Entscheidung dazu soll im Dezember fallen. In Witten gibt es ersten Zuspruch.

Christian Ganter (Südbaden) aus dem Bundesligaausschuss übernehm den spannendsten Punkt der Versammlung der Delegierten. Für die geplanten Strukturänderungen in den höchsten Kampfklassen ging Ganter in seinen Ausführungen ging Ganter bis zu zehn Jahre in der Geschichte der Bundesliga zurück, als es noch 20 Erst- und 30 Zweitbundesligisten gab.

2016 sind die höchsten beiden Kampfklassen verschmolzen

Es folgte ein kräftiger Aderlass, teils aus wirtschaftlichen-, aber auch personellen Engpässen heraus, so dass sich 2016 die höchste Kampfklasse nahezu auflöste, vor allem nach dem gleich fünf Teams die 1. Bundesliga verließen und die eigenständige Deutsche Ringer- Liga außerhalb des DRB gründeten. Es folgte die Verschmelzung der 1.- und 2. Bundesliga zur DRB-Bundesliga, die nicht alle Teams mitgingen, so dass nur 21 Mannschaften in drei Staffeln die Kämpfe aufnahmen.

Der Sprung von den Regionalligen in die nunmehr höchste Kampfklasse war für viele Teams zu groß, der Ruf nach der Wiedereinführung einer 2. Bundesliga wurde zuletzt immer lauter. Nun soll sie also 2021 kommen, die erneute Strukturänderung, wobei Christian Ganter Möglichkeiten mit einer zweigeteilten 1. Bundesliga zu je sieben Teams und darunter zwei Staffeln 2. Bundesliga mit ebenfalls je sieben Mannschaften, oder eine eingleisige 1. Bundesliga mit neun Mannschaften- und darunter zwei Achter-Staffeln 2. Bundesliga aufzeigte. Eine Entscheidung darüber soll bei der Bundesligatagung im Dezember fallen.

DRB-Vize ist die genaue Struktur der Ligen egal

„Mir ist die Ligenstruktur im Grunde genommen egal, mein einziger Wunsch ist: sie muss funktionieren“, so DRB-Vize für Sport, Günter Maienschein. Beim heimischen KSV Witten kommt die Reform zunächst gut an. „Grundsätzlich ist es eine gute Idee, die 2. Bundesliga als Zwischenstufe wieder einzuführen“, sagt der Vorsitzende Thomas Altstadt. Auch er habe den Klassensprung von der Regionalliga in die aktuell dreigleisige Bundesliga als zu hoch und für viele Mannschaften nicht machbar angesehen.

Altstadt begrüßt auch die Überlegungen zur 1. Bundesliga, wo er sich ohnehin ein eingleisiges System wünscht, um die Leistungen noch einmal klar abzugrenzen. „Interessant wird es für uns sein, wo wir eingeteilt werden. Wenn es in der 1. Bundesliga neun Teams geben soll, macht das 18 Kämpfe auf die Saison gesehen. Das muss auch alles finanziert werden“, merkt der KSV-Vorsitzende an, der mit seinem Verein natürlich gerne in der höchsten Kampfklasse bleiben möchte. Es bleibe abzuwarten, ob die Einteilung auf einer tabellarischen oder eine freiwilligen Basis geschehe.

Etwas Skepsis bleibt dennoch beim KSV

„Ob alles klappen wird, da bin ich etwas skeptisch“, sagt Altstadt. Er möchte abwarten und geht davon aus, dass vorher bereits schon per E-Mail eine Abfrage bei den Vereinen gemacht werde. Dass es künftig zwei Wittener Teams in den höchsten Ligen geben wird, hält Altstadt erst einmal für ausgeschlossen. Die zweite Mannschaft kämpft aktuell in der Oberliga um Punkte und müsste erst noch über die Regionalliga in die 2. Bundesliga aufsteigen. Davon ist einerseits das Niveau zu weit entfernt, andererseits wäre es eine Kostenfrage. „Man müsste zwei Teams in den beiden obersten Liga auch finanziell stemmen können“, gibt Altstadt zu bedenken.

Nur am Rande wurde bei der Versammlung der Rechtsstreit mit der Deutschen Ringer-Liga erwähnt, die fünf abtrünnige Mannschaften gegründet hatten und sie nun noch mit einem belgischen Team verstärken.

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