Formel 1

Formel 1: Daniel Ricciardo zittert sich in Monaco zum Sieg

Sebastian Vettel (r.) gratuliert Monaco-Sieger Daniel Ricciardo.

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Sebastian Vettel (r.) gratuliert Monaco-Sieger Daniel Ricciardo. Foto: dpa

Monte Carlo.  Sebastian Vettel fuhr beim Formel-1-Grand-Prix in Monaco auf den zweiten Platz. Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo siegte trotz Schwierigkeiten.

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Es war der ultimative Triumph des Menschen über die Maschine: Fast 50 Runden lang, mehr als eine Stunde, drohte Daniel Ricciardo der Renault-Motor im Heck seines Red-Bull-Rennwagen um die Ohren zu fliegen. Der Australier gewann trotzdem den Großen Preis von Monaco – und gilt von nun an als der größte Stoiker der Formel 1. Deutet sich da eine Wende in der Weltmeisterschaft an? Sebastian Vettel wurde im Ferrari Zweiter vor Lewis Hamilton im Mercedes. Alle drei Piloten haben jetzt zwei Saisonsiege, Hamilton führt insgesamt noch mit 110 Punkten vor Vettel (96) und Ricciardo (72).

Teamchef Christian Horner feierte seinen Fahrer nach dem 250. Grand Prix seines Rennstalls, „Du bist gefahren wie Michael Schumacher!“ Auch Verfolger Sebastian Vettel analysierte anerkennend: „Das war ein schwieriges Rennen. Daniel war einfach stärker.“ Und Titelverteidiger Lewis Hamilton muss sich zufrieden geben: „Ich habe getan, was ich tun konnte.“

Zweimal in seinem Formel-1-Leben hat Daniel Ricciardo bisher die Pole-Position holen können, beide Male in Monte Carlo. Der Australier erwischte ein perfektes Rennwochenende, hatte jede einzelne Trainingseinheit und jeden Qualifikationsabschnitt angeführt. Auch ins Rennen startete er perfekt, ließ weder Vettel noch Hamilton aufschließen. Angesichts der Überlegenheit von Red Bull auf dieser Strecke funkte der Kommandostand schon in der zweiten Runde: „Bleib‘ konzentriert.“ Stimmt, der sechste WM-Lauf schien ungefähr so aufregend zu werden wie das alljährliche Finish in der Deutschen Fußball-Meisterschaft.

Den eigentlichen Aufreger hatte es schon am Samstagmorgen gegeben, als Max Verstappen, im Abschlusstraining bis auf 0,0001 Sekunden an seinen Teamkollegen Ricciardo herangekommen, sein Auto in der Schwimmbadpassage in die Leitplanken fuhr. Und zwar so sehr, dass es zur Qualifikation nicht mehr repariert werden konnte. Der Niederländer kann sich jetzt wieder von allen öffentlich seine Fehlerquote vorrechnen lassen und die vielen weggeworfenen Chancen. „Das ist ziemlich hart für ihn. Ich hoffe, er lernt diesmal“, grollte Teamchef Christian Horner, der seinen Rennstall vor einem Machtwechsel sieht. Was für eine Differenz zwischen seinen Piloten – Erster und Letzter.

Max Verstappen sorgt für Abwechslung

Schon nach der ersten Runde hatte Verstappen zwei Positionen gut gemacht, und seine kompromisslosen Manöver sorgten wenigstens für ein bisschen Abwechslung, nach einem Drittel der Distanz lag er schon in den Punkterängen. Spannender als das Geschehen auf der Rennstrecke war von der 30. Runde an der Funkverkehr. Erst war nichts zu verstehen, aber das Kopfschütteln an der Red-Bull-Box war verräterisch. Aus Ricciardos Cockpit schmetterte es: „Ich verliere Power.“ Schon hatte er den Ferrari wieder als größer werdenden roten Fleck im Rückspiegel. Das Drama für die Red Bull ging weiter, denn Verstappen, meldete Schaltprobleme.

Alles Augenmerk lag jetzt auf dem Führenden, die längste Zitterpartie der Saison begann„Kann ich irgendetwas tun“, fragte Ricciardo verzweifelt, und: „Wird es besser?“ Der Ingenieur konnte nur resigniert entgegnen: „Negativ, Daniel, negativ.“ Das Ergebnis war dann ja dennoch ausgesprochen positiv.

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