Formel 1

Formel 1: Vettel nur Vierter in Baku, Hamilton triumphiert

Daumen hoch für den Sieger: Lewis Hamilton in Baku.

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Daumen hoch für den Sieger: Lewis Hamilton in Baku. Foto: dpa

Baku.  Vettel musste sich am Ende eines turbulenten Rennens mit Platz vier begnügen und verlor die Führung in der WM-Wertung an Sieger Hamilton.

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Die Formel-1-Saison 2018 ist so spannend wie chaotisch. Auch am Sonntag in Baku: Lewis Hamilton gewann einen zehn Runden vor Schluss schon verlorenen Großen Preis von Aserbaidschan, Sebastian Vettel verlor umgekehrt ein schon gewonnenes Rennen. Hinter dem Briten, der damit dem Heppenheimer die WM-Führung wieder abnahm, kamen Kimi Räikkönen im Ferrari und der Mexikaner Sergio Perez im Force India aufs Podium. Die konnten davon 48 Runden lang nicht mal träumen, und auch die Wettquoten explodierten: Vettel nur Vierter, die beiden Red-Bull-Piloten im unfreiwilligen Crash-Test. Es ist das Rennjahr, in dem die Chaos-Theorie herrscht.

Der Sieger gestand: „Es fühlt sich komisch an, hier oben zu stehen. Aber ich nehme es mit.“ Rein statistisch ist nach dem ersten silbernen Saisonerfolg Hamiltons eigene Krise und die von Mercedes damit beendet. Und es zeigte erneut, dass Kampfgeist belohnt wird, so lange wie der Brite auf Rang drei dümpelte, ohne echte Chance auf Ergebnisverbesserung. „Valtteri ist ein außergewöhnliches Rennen gefahren, auch Sebastian hat einen guten Job gemacht.“ Seinen Erfolg schrieb er noch über Boxenfunk einer Glücksfee zu – aber es war auch die Genugtuung für seinen unter ähnlichen Umständen verlorenen Auftaktsieg in Melbourne. In der WM-Wertung führt jetzt Hamilton mit 70 Punkten vor Vettel (66) und Räikkönen (48).

Mehr Action, mehr Emotionen

Denn der deutsche Herausforderer riskierte in der drittletzten Runde zu viel, verlor beim Angriff auf Hamilton und Bottas die Orientierung und bremste sich aus. Erster Originalton: „Jooooh. Pfffft.“ Dann der gefasste Kommentar: „Manchmal ist es eben ein bisschen Lotterie.“

Seit Monaten hirnen die Experten von Liberty Media, wie sie die Formel 1 attraktiver und spannender machen können. Hoffen wir mal, dass sie beim vierten WM-Lauf des Jahres genau hingeguckt haben: Mehr Action, mehr Chaos, mehr Emotionen innerhalb von 51 Runden geht praktisch nicht.

Red-Bull-Rivalen hauen sich raus

Die Strecke in Baku, eine Art Monte Carlo mit Tempo 340, ist ein Crash-Kurs, prädestiniert für Safety-Car-Phasen, die alles wieder umwerfen, was gerade noch als gesichert galt. Damit wird das Rennen vor der Rückkehr der Königsklasse nach Europa zu einem Symbol für den Gesamtzustand der Serie: Sie lebt von der Unberechenbarkeit.

Da durfte sich Vettel bis zehn Runden vor Schluss sicher sein, seinen 50. Grand-Prix-Sieg einzufahren. Der Heppenheimer kontrollierte den Großen Preis von Aserbaidschan von der dritten Pole-Position in Serie aus nach Belieben, haushaltete mit seinen Reifen perfekt und hielt die Verfolger von Mercedes souverän hinter sich.

Mercedes-Ausdauer zahlt sich aus

Ferrari zögerte den Pflichtstopp seiner Nummer eins weit hinaus, nur der als Dritter gestartete Valtteri Bottas blieb noch länger draußen. Diese Ausdauer brachte den entscheidenden Vorteil, denn gerade als ihn die Mercedes-Strategen hereinholten, ging das Katz-und-Maus-Spiel der Red-Bull-Rivalen Max Verstappen und Daniel Ricciardo im Kampf um Platz vier endgültig schief. Die beiden Hitzköpfe hauten sich aus dem Rennen. Sofort wurde angesichts der vielen Splitter neutralisiert. „Sie hätten mehr Hirn haben müssen“, schäumte Red-Bull-Chef Helmut Marko. Bottas brachte das entscheidende Sekunden, weil die anderen draußen langsamer fahren mussten, und er bog vor Vettel ein.

Die Dramen gingen weiter: Erst schoss sich Vettel mit einem Bremsplatten ins Aus. Dann fuhr Bottas über einen Unfallsplitter, der Reifen explodierte. So kam Hamilton zum glücklichen Sieg.

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