Sanitäter-Vorwürfe

Sanitäter-Ärger in Wuppertal: Malteser streiten Vorwürfe ab

Minutenlang lag Uerdingens Christian Müller auf dem Boden, ehe ärztliche Hilfe eintraf.

Foto: Stefan Rittershaus

Minutenlang lag Uerdingens Christian Müller auf dem Boden, ehe ärztliche Hilfe eintraf. Foto: Stefan Rittershaus

Wuppertal.  Nach der Kritik an den Sanitätern beim Spiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen haben die Malteser eine Stellungnahme abgegeben.

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Das Regionalligaspiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen am Samstag wurde zur Nebensächlichkeit. Denn Uerdingens Christian Müller musste auf die Intensivstation eines Wuppertaler Krankenhauses gebracht werden, nachdem er in der Anfangsphase vom Ellenbogen des Wuppertalers Peter Schmetz im Gesicht getroffen wurde. Zum Glück geht es ihm mittlerweile besser, denn die schlimmen Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Müller hat sich "nur" die Nase gebrochen.

Doch jetzt, wo der Spieler auf dem Weg der Besserung ist, gehen die gegenseitigen Schuldzuweisungen los. Im Mittelpunkt der Kritik: Die Sanitäter, die viel zu langsam gehandelt haben sollen. So lag Müller minutenlang auf dem Feld, ohne behandelt zu werden. Wuppertals Sportlicher Leiter Manuel Bölstler betonte: "Ich habe auf meinem Platz auf der Tribüne gesessen und die Szene beobachtet. Nach ein, zwei Minuten habe ich mich auch gefragt: 'Wo sind denn die 16 Sanitäter, die wir für das Risikospiel geordert haben?' Mit einigen Mitarbeitern unseres Vereins haben wir auf die vier Sanitäter am Stadion-Vorplatz eingeredet und sie gebeten sofort in den Innenraum zu gehen, weil dort ein verletzter Spieler liegt. Sie erwiderten, dass sie für den Stadion-Innenraum nicht zuständig seien und erst einmal mit dem Einsatzleiter Kontakt aufnehmen müssen. Ich konnte nicht glauben, was ich da zu hören bekam."

Malteser fordern Strafe für Wuppertals Daniel Grebe

Mittlerweile hat der Sanitäter-Ärger bundesweite Schlagzeilen gemacht. Am Sonntagabend haben sich nun auch die Malteser NRW geäußert und die Anschuldigungen via Facebook von sich gewiesen. Dort sieht man sich unberechtigter Weise zum Sündenbock gestempelt. Am Montag wolle man die Ereignisse vom Samstag analysieren und dann detailliert zu den Vorwürfen Stellung beziehen. Fest steht aus Sicht der Malteser: "Die Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte, die von Vereinsoffiziellen gegenüber der Presse geäußert wurden, weisen die Malteser aber in einer ersten Stellungnahme in aller Deutlichkeit zurück.

Nach einer ersten Auswertung des Einsatzprotokolls und Gesprächen mit den Einsatzkräften steht die Ortsleitung der Malteser in Wuppertal, auch in der Diözesangeschäftsstelle in Köln, aber voll hinter den eingesetzten Helferinnen und Helfern und sieht sie ungerechtfertigt in der Rolle des Sündenbocks. Auch die Situation, als der hinzukommende Notarzt der Malteser von einem Spieler bewusst umgestoßen wurde, sei nicht hinnehmbar und müsse für den Spieler Konsequenzen haben."

Damit sprechen die Malteser Wuppertals Daniel Grebe an. Der ehemalige Essener konnte auch nicht glauben, wie langsam die Hilfe für Müller anrückte. Daraufhin gab er einem Sanitäter auf dem Feld einen kräftigen Schubser, woraufhin dieser zu Boden fiel. Grebe entschuldigte sich sofort bei dem Sanitäter. Für die Malteser offenbar zu wenig. Welche Konsequenzen sie fordern, das blieb offen. Bölstler lassen die Forderungen von den Maltesern erstmal kalt. Er erklärte auf RS-Nachfrage: "Es hat sich zu Samstagabend nichts geändert. Wir werden das intern aufarbeiten und dann weiterschauen."

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