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Andreas Diebels coacht in Bottrop Rugbyspieler unter Wasser

Alle mal herhören: Um die Ansprache von Trainer Andreas Diebels mitzukriegen, müssen die Spieler auftauchen und eine Pause machen.

Alle mal herhören: Um die Ansprache von Trainer Andreas Diebels mitzukriegen, müssen die Spieler auftauchen und eine Pause machen.

Bottrop.  Andreas Diebels ist Spielertrainer bei der DUC Bottrop/TSG Kirchhellen. Das Team spielt in der Unterwasserrugby-Bundesliga. Unsere Serie über Revier-Trainer.

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Andreas Diebels taucht auf, schnappt nach Luft. Taucherbrille und Schnorchel werden kurz überprüft, dann ist er schon wieder abgetaucht. Wasser spritzt. Kurz sind noch seine Flossen zu sehen, dann ist er weg. Auf der Jagd nach dem roten, mit Salzwasser gefüllten Ball – beim Unterwasserrugby im Bottroper Hallenbad.

Andreas Diebels, Spielertrainer des Bundesligateams der DUC Bottrop/TSG Kirchhellen, ist 42 Jahre alt, kommt aus Bottrop und liebt das Wasser. Mit elf Jahren hat er angefangen zu tauchen. Schnell wurde ihm das zu langweilig. „Immer nur Streckentauchen hat mir nicht mehr gereicht, ich wollte mehr Action“, erzählt Diebels. So kam er mit 14 zum Unterwasserrugby. Der Beginn einer Leidenschaft, die bis heute erhalten blieb.

Unterwasserrugby ist ein harter Sport. Mit Badekappe, Taucherbrille, Schnorchel, Flosse und Badehose bekleidet geht es ins Wasser. Kratzen und das Abreißen der Taucherbrille sind nicht erlaubt, ansonsten fast alles – kein Spiel, bei dem die Akteure nicht mit blauen Flecken nach Hause gehen.

Drei Spieler verteidigen

Pause. Andreas Diebels, durchtrainiert, aber neben einigen Kraftpaketen im Team eher unscheinbar, schwimmt an den Beckenrand, klopft mit einem Metallstück an die Treppe die ins Wasser führt. Für sein Team das Zeichen, dass der Trainer eine Ansage machen will. Auf einer weißen Magnettafel zeigt Diebels der Mannschaft, was er als nächstes trainieren will. Drei Angreifer sollen versuchen, den Ball in den am Grund befestigten Korb zu drücken. Drei andere Spieler verteidigen.

Der Trainer gibt das Spiel frei, sofort tauchen seine Schützlinge ab. Auch Diebels nimmt die Unterwasserperspektive ein. „Ich muss das Spiel unten beobachten, um zu sehen, was gut läuft und was nicht“, erklärt er. Die Trainingseinheiten sind wichtig, denn während eines Ligaspiels ist es für den Trainer schwer, Einfluss zu nehmen.

„Ich hab immer einen Assistenten“

Während sechs Spieler im Wasser sind, verschnaufen die anderen sechs, die zum Kader gehören. Etwa im drei Minuten-Rhythmus wird fliegend gewechselt. Diebels kann also nur die fünf Spieler direkt coachen, die mit ihm wechseln. „Ich habe immer einen Assistenten, der sich um den Rest des Teams kümmert", erklärt der Trainer. Zusätzlich bleibt ihm eine einminütige Auszeit pro Spiel.

Wenn es ins Wasser geht, profitiert Andreas Diebels vor allem von seiner Erfahrung. „Wir spielen im dreidimensionalen Raum, da ist es von Vorteil, wenn man einen guten Blick für das Spielgeschehen hat“, sagt er. Ideal sei es, wenn seine Spieler dazu noch Erfahrungen mit Ballspielen mitbringen würden.

Frauen gehören mit zum Team

Die Teams sind gemischt. Männer und Frauen spielen zusammen. „Frauen sind vollwertige Teammitglieder, und da gibt es im Training keine Hemmungen“, sagt Diebels. Oft sei es so, dass die Mädels noch motivierter seien, um den Männern zu zeigen, wo es lang geht.

Dann geht es für Andreas Diebels wieder ins Wasser. Weiter trainieren, damit das Team in der kommenden Saison wieder eine wichtige Rolle im Kampf um die deutsche Meisterschaft spielen kann. Dass er nur noch am Beckenrand steht, und nicht mehr spielt, kann er sich aktuell noch gar nicht vorstellen. „Natürlich muss ich viel Verantwortung an meine Spieler abgeben und vertraue ihnen auch. Immerhin haben wir auch Nationalspieler dabei“, sagt Diebels. Die Wunschvorstellung sei es aber, einen Trainer zu finden, der nicht mitspielt.

Andreas Diebels hätte dann mehr Zeit, zwischen den Übungen zu verschnaufen.

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