Skispringen

Aus zwei werden drei – Prevc-Brüder mischen die Elite auf

Der Mittlere der drei Prevc-Brüder ist Cene (Foto). Der 20-Jährige hat es jetzt ins slowenische Weltcup-Team der Skispringer geschafft. Dort wird er seine bereits erfolgreichen Brüder Peter (24) und Domen (17) treffen.

Der Mittlere der drei Prevc-Brüder ist Cene (Foto). Der 20-Jährige hat es jetzt ins slowenische Weltcup-Team der Skispringer geschafft. Dort wird er seine bereits erfolgreichen Brüder Peter (24) und Domen (17) treffen.

Foto: Imago

Essen.   Zu den Top-Skispringern Peter und Domen kommt jetzt noch Bruder Cene Prevc. Der Weltcup entwickelt sich langsam zu einer Familienfeier.

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Was hat Severin Freund gelacht damals, und es ist noch nicht einmal ein Jahr her. Deutschlands derzeit bester Skispringer hatte es für einen gelungenen Scherz gehalten, als er sagte: „Bleibt zu hoffen, dass es bis zu einem Dreifachsieg der Prevc-Brüder noch etwas dauert.“ Gut möglich, dass er an diesem Wochenende an seine Worte aus dem vergangenen Dezember denken wird. Denn in Engelberg (Samstag, 15.40 Uhr/ARD und Eurosport), bei der Generalprobe für die Vierschanzentournee, treffen sich die drei Slowenen erstmals zur Familienfeier im Weltcup. Peter (24), Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison. Domen (17), dreimaliger Saisonsieger in diesem Winter. Und, neu dabei, Cene (20). Es ist nicht davon auszugehen, dass der Debütant vor lauter Angst die Treppe zur Schanze wieder hinabsteigen wird. Diese Familie hat das Fliegen im Blut.

Die Konkurrenz ist gewarnt. „Die Prevc-Brüder sind einzigartig. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Werner Schuster, Bundestrainer der deutschen Springer, im Gespräch mit dieser Zeitung. Charakterlich seien die drei grundverschieden. Peter, der Älteste und Erfahrenste, sei extrem geerdet. Domen, der Jüngste und Durchstarter des Jahres, ein furchtloser Draufgänger. „Und Cene hat sich über den Continental-Cup empfohlen“, so Schuster. Erst am vergangenen Wochenende hatte Cene in der Zweiten Liga der Skispringer im norwegischen Vikersund gesiegt – während Bruder Domen 180 Kilometer weiter nördlich im Weltcup in Lillehammer triumphierte.

Nun hat Sloweniens Cheftrainer Goran Janus also entschieden, dass die Zeit reif für den Dreifach-Prevc im Weltcup ist. Können da noch mehr kommen? Jein. Zwar dürfte kein vierter Bruder mehr auftauchen, aber der deutsche Trainer Werner Schuster hat schon viel von der talentierten Schwester Nika gehört: „Sie ist erst elf, soll aber ebenfalls unheimlich gut springen. . .“ Dass noch eine zweite Schwester zum Clan gehört, kann an dieser Stelle verschwiegen werden. Sie ist sieben und springt bislang allenfalls durch den Sandkasten.

In ihrer slowenischen Heimatstadt Kranj, etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt, haben Peter, Domen und Cene längst Tick, Trick und Track als populärstes Brüder-Trio abgelöst. Aber eigentlich beobachtet das ganze Land sehr genau, was die Prevc-Prachtkerle da im Weltcup so treiben. Zuletzt sah man, dass Peter, der Große, nach einem Sturz in Kuusamo verunsichert auf die Schanzen stieg und nicht mehr seine Dominanz des Vorjahres erreichte. In der Weltcup-Gesamtwertung liegt er derzeit auf Rang zehn. Es führt Brüderlein Domen.

Doch nicht alle Experten applaudieren, wenn der Teenager auf und davon springt. „Domen hat das Gen der Angst nicht“, sagt Norwegens Trainer Alexander Stöckl. Für Weltverbands-Renndirektor Walter Hofer ist der Führende geradezu ein Sorgenkind: „Wir haben Angst, weil er keine hat.“

Der Jüngste macht sein Ding

Innerhalb der Familie sieht man den Siegeszug des 17-Jährigen entspannter. „Domen macht sein eigenes Ding und das ziemlich gut. Er zeigt Sprünge, von denen wir alle nur lernen können“, lobt Peter.

Ob die Veranstalter der Vierschanzentournee nun ein Familienzimmer buchen können oder ob ein Doppelzimmer für Peter und Domen reicht, wird auch davon abhängen, wie sich Cene bei seiner Weltcup-Premiere an diesem Wochenende in Engelberg machen wird. Um eine Attraktion reicher ist die Tournee aber ganz sicher. Egal ob nun Bruder gegen Bruder antritt. Oder Bruder gegen Bruder gegen Bruder.

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