Frauen-WM

DFB-Frauen: Melanie Leupolz hadert mit dem Bankplatz

Beantwortet zähneknirschend die Fragen: Melanie Leupolz (links) bei der DFB-Pressekonferenz am Montag in Rennes. Lena Oberdorf hört ihr zu.

Beantwortet zähneknirschend die Fragen: Melanie Leupolz (links) bei der DFB-Pressekonferenz am Montag in Rennes. Lena Oberdorf hört ihr zu.

Foto: dpa

Rennes  Führungsspielerin Melanie Leupolz hofft auf mehr Einsatzzeit im WM-Viertelfinale. Die Konkurrenz für sie ist im deutschen Team groß.

Zumindest das Wetter ist beständig. Als Deutschlands Fußballfrauen am Montag ihre erste Trainingseinheit nach dem Viertelfinaleinzug bestritten, regnete es in Strömen. Das tat es auch vor etwas mehr als zwei Wochen, als das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die Stadt Rennes in der Bretagne verlassen hatte. Damals, nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen China, mit dem diese WM-Reise durch Frankreich begonnen hatte.

Damals galt Melanie Leupolz noch als eines der Aushängeschilder des deutschen Teams, als Führungsspielerin. Das ist die 25-Jährige auch nach dem Viertelfinaleinzug und der souveränen Gruppenphase noch, doch wirklich viel gespielt hat sie bei dieser WM nicht: nach 63 Minuten die Auswechslung gegen China, in der 80. Minute eingewechselt gegen Spanien, 90 Minuten und der Führungstreffer gegen Südafrika, im Achtelfinale gegen Nigeria zur Halbzeit ausgewechselt.

Erfolgreich mit dem FC Bayern

Es ist eine Bilanz, mit der die erfolgsverwöhnte Spielerin des FC Bayern sich nur bedingt anfreunden kann. Ändern kann sie es allerdings nicht. „Von einem Stammplatz kann man in meinem Fall wohl nicht sprechen. Aber ich muss das akzeptieren“, sagte sie am Montag zähneknirschend. Schon nach dem dritten Spiel gegen Südafrika hatte sich die Mittelfeldspielerin aus Wangen im Allgäu kritisch über die kurze Einsatzzeit gegen Spanien geäußert. „Ich denke, mein erstes Spiel war in Ordnung. Danach größtenteils auf der Bank zu sitzen, war nicht so schön.“

Ja, die die Konkurrenz auf der Sechserposition ist groß. Auf jener Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive, von der aus im Idealfall das Spiel nach hinten geordnet und nach vorne in Gang gebracht wird. Wo Lena Goeßling und Lina Magull ebenfalls auf Einsatzzeiten drängen und hinten mit der 17-jährigen Lena Oberdorf ein neuer Star im deutschen Frauenfußball heranwächst. „In einer Partie spielen bis zu fünf Leute phasenweise auf der Sechs“, sagte Leupolz. „Das muss man ein Stückweit auch an den Gegner anpassen. Nun haben wir ja ein paar Tage, um uns im Training zu empfehlen.“ Das Viertelfinale steigt am Samstag (18.30 Uhr/ARD/DAZN) gegen Schweden.

Torhüterin Almuth Schult ist erkältet

Zunächst aber wird es einen freien Tag geben. Den hat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Dienstag ausgerufen. Zeit, mal ein wenig auszuruhen, um die Beine im Teamhotel, einem schmucken Golfressort, ein wenig baumeln zu lassen. Um Blessuren wie dem gebrochenen Zeh von Dzsenifer Marozsan mehr Zeit zum Heilen zu geben und die leichte Erkältung von Torhüterin Almuth Schult zu bekämpfen. Vielleicht auch, um die Frösche zu jagen, die nachts aus den zahlreichen Teichanlagen das Gelände beschallen. „Ich schlafe deshalb mit Ohrstöpseln“, sagte Melanie Leupolz. DFB-Frauen im Viertelfinale - Gratulation von der Kanzlerin

Lena Oberdorf ist entspannter. „Mich stört das nicht wirklich, wenn ich einmal schlafe, schlafe ich durch.“ Es wundert kaum, dass Oberdorf derzeit gut in den Schlaf findet, denn diese WM übertrifft die Erwartungen der 17-Jährigen. „Ich hätte nie vermutet, dass ich so viel spiele“, sagte sie, nachdem sie einmal in der Startelf stand und zweimal eingewechselt wurde. Zuletzt im Achtelfinale nach der Halbzeitpause. Für Melanie Leupolz.

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