Oregon Project

Doping-Experte Sörgel kritisiert Nike und Klosterhalfen

Bronzemedaillengewinnerin Konstanze Klosterhalfen steht in der Kritik.

Bronzemedaillengewinnerin Konstanze Klosterhalfen steht in der Kritik.

Foto: dpa

Essen.  Zehn Tage nach der Dopingsperre gegen Alberto Salazar löste Nike das umstrittene Oregon Project auf. Doping-Experte Fritz Sörgel übt Kritik.

Doping-Experte Fritz Sörgel hat den Sportartikelhersteller Nike für das am Freitag geschlossene Oregon Projekt sowie die deutsche Leichtathletik-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen kritisiert. „Es ist nicht anzunehmen, dass Nike das Projekt aus Anstand geschlossen und sich für einen sauberen Sport entschieden hat“, sagte der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Das ist eine ganz klare PR-Geschichte. Die WM-Dritte von Doha, Konstanze Klosterhalfen, hatte laut Sörgel „die Chance, sich zu distanzieren, als Salazar gesperrt worden ist. Das hat sie nicht getan. Im Gegenteil: Sie hat sich für das System ausgesprochen. Sie kann sich nun gar nicht mehr distanzieren. Diesen Moment hat sie verpasst. Es wäre völlig unglaubwürdig.“

Alberto Salazar, Cheftrainer und Gründungsvater des umstrittenen Trainingsprojekts für Mittel- und Langstreckenläufer in Portland (USA), war am 1. Oktober wegen Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Klosterhalfen, die nie positiv getestet wurde, und die anderen Team-Mitglieder des Projekts könnten in Zukunft die hervorragenden Trainingsvoraussetzungen weiterhin nutzen. Sörgel: „Die Methoden aus Oregon lassen sich auch dezentral umsetzen.“

Auch der DLV äußert sich kritisch

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat die angekündigte Schließung des Nike Oregon Projects als „konsequent“ begrüßt. Mit seiner Spitzenläuferin Konstanze Klosterhalfen will sich der DLV zusammensetzen, es sei jedoch ihre Entscheidung, wie es weitergehe. „Für mich ist der Beschluss, das Oregon Project nach der Salazar-Sperre zu beenden, eine folgerichtige Entscheidung im Sinne der Athleten und des Sports“, sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing in einer Erklärung vom Freitag.

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