Skisport

Für die Ski-Stars wird es am Wochenende schon ernst

Felix Neureuther fährt zwar schmerzfrei, doch in seinem Kopf kreisen Gedanken um sein Kind und um die Sicherheit bei Olympia 2018.

Foto: imago

Felix Neureuther fährt zwar schmerzfrei, doch in seinem Kopf kreisen Gedanken um sein Kind und um die Sicherheit bei Olympia 2018. Foto: imago

Künzelsau/Sölden.   Am Wochenende beginnt der Weltcup in Sölden. Sorgenkinder sind die Frauen. Hinter Rebensburg klafft eine Lücke. Auch Neureuther äußert Bedenken.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn in den niedriger gelegenen Skiorten in den Alpen allmählich erst Schnee fällt, ist am Rettenbachgletscher auf der Piste und beim Apres-Ski schon Halligalli angesagt. Sölden mit dem Riesenslalom der Frauen (Samstag) und Männer (Sonntag, jeweils 10/13 Uhr, ARD und Eurosport) ist Auftaktort für den Skiweltcup. Jung-Papi Felix Neureuther ist dabei, Viktoria Rebensburg als Alleinunterhalterin beim Deutschen Ski-Verband ebenso. Wie sie in die Saison gehen, wo die Probleme und wer die Konkurrenten sind, wird hier erklärt.

Wann geht’s los, was geht ab?

In dieser Saison reisen die Skifahrer für geplante 77 Wettbewerbe zu 31 Stationen in Europa sowie in den USA und Kanada. In Deutschland rasen die Speed-Könige am 27./28. Januar in Garmisch-Partenkirchen die berüchtigte Kandahar-Abfahrt hinunter, eine Woche später die Frauen. Für sie gibt es wenige Tage vor dem Weltcup-Finale im schwedischen Are (14. bis 18. März) noch einen Slalom und Riesenslalom in Ofterschwang. Höhepunkt sind natürlich die olympischen Rennen in Pyeongchang vom 9. bis 25. Februar.

Kommt Felix Neureuther von der Wickelkommode weg und kann sich auf die Piste konzentrieren?

Hinter Felix Neureuther liegt ein ereignisreicher Sommer. Mit Spezi Bastian Schweinsteiger hat er für eine Stiftung ein Kinderbuch geschrieben. Vor allem aber sind er und Miriam Gössner seit dem 14. Oktober stolze Eltern von Matilda. Die Liebste und das Töchterchen daher im Winter so häufig allein lassen zu müssen, ruft in dem 33-Jährigen einen Zwiespalt hervor. „Ich denke darüber nach, ob ich das Richtige tue“, sagt Neureuther. Wie Matilda krabbeln lernt, wolle er nicht verpassen: „Das ist mir wichtiger als Siege und Medaillen.“ Zwar ist der leidgeplagte Rücken schmerzfrei und das fahrerische Vermögen immer noch groß genug für Siege. Aber so ganz scheint sich Neureuther auch noch aus einem zweiten Grund nicht aufs Skifahren konzentrieren zu können. So deutlich wie kein anderer deutscher Wintersportler äußert der Mann aus Garmisch-Partenkirchen seine Bedenken am Olympia-Ort Pyeongchang, nur 80 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea gelegen: „Ich fahre Slalom, und da fliegen Raketen über mich drüber. Das ist Wahnsinn.“

Bei den Frauen fährt Viktoria Rebensburg – und sonst?

Tja, DSV-Alpinchef Wolfgang Maier kommt bei der Einkleidung der Athleten in Künzelsau nicht umher zu sagen: „Bei den Frauen haben wir in den letzten Jahren eine Delle gehabt, was die Gesamtleistung betrifft.“ Auch deshalb soll Jürgen Graller als neuer Trainer den DSV-Frauen wieder schnelle Ski machen. Alleinunterhalterin Viktoria Rebensburg weiß, wie wichtig Konkurrenz im Training ist: „Als Maria Riesch und Kathrin Hölzl noch dabei waren, haben wir uns in jedem Training gepusht“, sagt die 28-Jährige vom Tegernsee, 2010 in Vancouver in ihrer Lieblingsdisziplin Riesenslalom Olympiasiegerin. „Es ist wichtig, dass was nachkommt und die ein oder andere den Durchbruch schafft.“ Am ehesten traute man den noch Marlene Schmotz zu. Doch das 23 Jahre alte Talent hat sich vor wenigen Tagen das Kreuzband gerissen.

Wie sind die Chancen der deutschen Fahrer?

Nur bei Neureuther und Rebensburg gut. Bei den Slalomfahrern Fritz Dopfer (30), Linus Straßer (24) und Stefan Luitz (25) sowie dem gebürtigen Ennepetaler Andreas Sander (28) in der Abfahrt sind Ausreißer aufs Stockerl und Top-Ten-Platzierungen schon Erfolge. Trotzdem sollen in Pyeongchang drei Medaillen her.

Und wer gewinnt dann die Rennen?

In der weiblichen Konkurrenz vor allem die Stars aus den USA. Mit ihrer Dominanz in den Technikdisziplinen wird Mikaela Shiffrin die große Kristallkugel kaum zu nehmen sein. Glamour-Queen Lindsey Vonn ist in Abfahrt und Super-G das Maß aller Dinge. In diesem Jahr will sie überraschend bereits zum Auftakt in Sölden starten. Es wäre ihr erster Weltcup-Riesenslalom seit 21 Monaten. Mit Olympiasiegerin Anna Veith und Eva-Maria Brem (beide Österreich) sowie Lara Gut (Schweiz) stoßen im Laufe der Saison noch weitere Siegfahrerinnen dazu. Bei den männlichen Kollegen wird man abwarten müssen, wie Österreichs Superstar Marcel Hirscher, zuletzt sechsmal in Serie Gesamtweltcup-Sieger, den Knöchelbruch vom Sommer wegsteckt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik