Triathlon

Ironman Hawaii: Drama um Titelverteidiger Patrick Lange

Patrick Lange auf seinem Rad bei der Ironman-WM auf Hawaii. Der 33-Jährige aus Bad Wildungen gab am Samstag vorzeitig auf.

Patrick Lange auf seinem Rad bei der Ironman-WM auf Hawaii. Der 33-Jährige aus Bad Wildungen gab am Samstag vorzeitig auf.

Foto: dpa

Kailuna-Kona.  Patrick Lange hat bei der Ironman-WM aufgegeben. Auf der Radstrecke fuhr er plötzlich rechts ran. Er hatte vor dem Wettkampf Fieber bekommen.

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Patrick Lange stützte sich auf seinem Lenker ab, der Kopf ging nach unten. Lange rollte noch mal ein paar Meter auf dem Standstreifen, dann stieg er von seinem Rad. Der zweimalige Weltmeister hat beim Ironman auf Hawaii am Samstag vorzeitig aufgegeben. Kein Sturz, auch kein Defekt am Rad. Lange bremste nach rund 70 Kilometern auf der Radstrecke auf einmal abrupt ab und fuhr rechts ran.


Lange wollte nach seinen Triumphen 2017 und 2018 den WM-Hattrick schaffen, musste aber wegen Fiebers aufgeben. Das berichtete der Liveticker der Ironman-Homepage am Samstag. Lange habe das Fieber in der Nacht auf Samstag bekommen, hieß es. Laut der Liveübertragung auf sportschau.de soll Lange Schwindelgefühle gehabt haben und ihm schwarz vor Augen gewesen sein.

Einer seiner Betreuer hielt den 33 Jahre alten Triathleten aus Bad Wildungen zunächst fest und redete mit ihm, ehe der völlig enttäuschte und aufs bitterste entthronte Titelverteidiger einige Meter mit seinem Rad auf einen nahe gelegenen Parkplatz fuhr und auf den Beifahrersitz eines weißen Pkw stieg. In dem Moment kam auch das Medical Car. Informationen zu Lange gab es von offizieller Seite zunächst nicht.

Neun Sekunden Rückstand auf Frodeno

Dabei war Lange super in das Rennen gestartet. Er konnte beim Schwimmen über 3,86 Kilometer Schwimmen im Pazifik mit deutlichem Wellengang völlig überraschend mit der Spitze mithalten. Er war mit lediglich neun Sekunden auf den zweimaligen Champion und Schwimmzweiten Jan Frodeno an Land gekommen.

Auf der insgesamt 180,2 Kilometer langen Radstrecke lief es zunächst auch noch ordentlich für Lange. Der Rückstand auf die stärkeren Radfahrer hielt sich bei äußerst kräftezehrenden Bedingungen mit heftigem Wind in Grenzen. Dann stieg Lange auf einmal aus. Seine Laufstärke konnte er beim abschließenden Marathon nicht mehr ausspielen.

Damit setzte sich eine Serie von Enttäuschungen für Lange in diesem Jahr fort. Nach seinem Sieg bei einem Rennen über die halbe Ironman-Distanz zu Saisonbeginn in Vietnam, war das Heimrennen bei der Ironman-EM in Frankfurt/Main durch ein Reifenschaden und Magenprobleme zu einem schweren Rückschlag geworden. Auch bei der Halb-Ironman-EM in Nizza rund einen Monat vor Hawaii war Lange chancenlos geblieben. Vor einem Jahr hatte er in Kailua-Kona noch als erster überhaupt die WM in unter acht Stunden gewonnen. (dpa)

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