Bobfahren

Laura Nolte aus Winterberg startet durch in den Bob-Weltcup

Sie darf jubeln: Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg, qualifizierte sich erstmals für den Weltcup. Sie feiert ihre Premiere aber erst in Winterberg.

Sie darf jubeln: Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg, qualifizierte sich erstmals für den Weltcup. Sie feiert ihre Premiere aber erst in Winterberg.

Foto: imago

Winterberg.  Laura Nolte überrascht im Bob: Beim Auswahlrennen sichert sie sich die WM-Teilnahme. Dabei wollte sie erst als Leichtathletin Karriere machen.

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e ist jung, und talentiert ist sie auch. In wenigen Tagen feiert Laura Nolte ihren 21. Geburtstag. Doch das schönste Geburtstagsgeschenk machte sich die Bobpilotin des BSC Winterberg bereits selbst. Denn sie erfüllte sich einen Traum. Und selbst Chef-Bundestrainer René Spies sagte staunend wie anerkennend: „Für sie ist das wie ein Sechser im Lotto.“

Mit beeindruckend sicheren und schnellen Fahrten gewann Laura Nolte im Rahmen der so genannten Selektion für das deutsche Weltcup-Team erst den Titel bei der Deutschen Meisterschaft, bevor sie sich mit Platz zwei beim Finale der Auswahlrennen nicht nur den Startplatz in der höchsten Rennserie sicherte – sondern sogleich auch das Startrecht bei der Weltmeisterschaft in Altenberg 2020 (ab 17. Februar).

„Ich bin total überwältigt“

Neben der jüngsten deutschen Top-Pilotin gibt es nur zwei weitere Athletin, die Spies bereits für die Titelkämpfe im Erzgebirge setzte: Olympiasiegerin Mariama Jamanka und den mehrmaligen Olympiasieger Francesco Friedrich. „Ich bin total überwältigr“, sagt Nolte. „Es hätte doch niemand damit gerechnet, dass wir so in die Saison starten.“ Sie, damit meint die Pilotin sich sowie ihre superschnelle und nur gut ein Jahr ältere Anschieberin Deborah Levi, ebenfalls vom BSC Winterberg.

Laura Nolte ist Sportsoldatin und Studentin der Wirtschaftspsychologie an der Ruhr-Universität in Bochum, sie wohnt in Unna. Ihr Einstieg in den Bobsport verlief klassisch. Sie war als Leichtathletin für Teutonia Lanstrop unterwegs, als Athletiktrainer Marcus Hoselmann ihr vorschlug, mal bei den Bobsportlern im gut 100 Kilometern entfernten Winterberg vorbeizuschauen.

„Ich bin dann mal mitgegangen, und es hatte mir richtig Spaß gemacht“, erzählt Laura Nolte, und: „Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich Anschieberin werde. Nach ein paar Trainingseinheiten fragte Landestrainer Christopher Braun aber, ob ich mir vorstellen könnte, selber zu fahren. Das habe ich probiert und mich schnell damit angefreundet.“ Das war 2015.

Athletiktraining in Dortmund

Bereits 2016 wurde Laura Nolte, die ihr Athletiktraining weiterhin in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle absolviert, Jugend-Olympiasiegerin im Monobob. Der Aufstieg in die nationale Spitze im Zweierbob verlief ebenso rasant wie behutsam geplant. Besonders Chef-Bundestrainer René Spies, der aus Winterberg stammt, wollte eines seiner größten Talente an den Lenkseilen nicht verheizen. Wie schwierig und gefährlich der Job vorne im Bob sein kann, erfuhr Laura Nolte noch in der vergangenen Saison am eigenen Leib. Im lettischen Sigulda verzichtete sie nach einem Sturzfestival im Training auf den Start beim abschließenden Europacuprennen und rutschte daher in der Gesamtwertung von Rang eins auf Rang zwei ab.

Die Angst vor Stürzen auf einer ihr noch unbekannten Bahn ist auch der Grund für den verspäteten Weltcup-Einstieg. Den Saisonauftakt in Lake Placid (7./8. Dezember) lässt Nolte ebenso aus wie das darauf folgende Rennwochenende, ebenfalls in der US-Stadt. Sie feiert ihre Weltcup-Premiere ausgerechnet bei der ersten Station der Rennserie in Europa – in Winterberg (3. bis 5. Januar 2020).

„Wir verzichten bei ihr auf den Einstieg in Lake Placid, weil die Bahn sehr selektiv ist, und wir glauben, dass es für Laura im Moment noch zu schwer wäre. Vielleicht könnte sie es schaffen, aber wir wollen das Risiko nicht eingehen und sie lieber behutsam für die WM aufbauen“, erklärt René Spies.

Er nimmt Laura Nolte, die die Zeit bis zur Weltcup-Premiere mit Europacup-Starts im Dezember in Altenberg, Winterberg und am Königssee überbrückt, sogar deren aktuelles Sportgerät weg, „weil wir bei den Bobs etwas hin und her tauschen müssen“, sagt der deutsche Cheftrainer.

Pünktlich zur Vorbereitung auf den Weltcup im Hochsauerland, das verspricht René Spies, bekomme Laura Nolte aber „den besten Bob und das beste Material, das wir momentan haben“.

Damit der Sechser im Lotto einer mit Zusatzzahl wird.

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