Kommentar

Marcel Kittels Rücktritt: Ein logischer Schritt

Beendet seine Karriere: Rad-Profi Marcel Kittel.

Beendet seine Karriere: Rad-Profi Marcel Kittel.

Foto: Getty

Essen.  Rad-Profi Marcel Kittel hat seinem Sport nur noch als Belastung empfunden - und die Konsequenz gezogen. Ein Kommentar

Der mehrmalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin sagte am Freitag über Marcel Kittel: „Er ist der weltbeste Sprinter, hätte noch viele Radrennen gewinnen können.“ Das Bedauern in der Radsport-Szene über den Rücktritt dieses Ausnahmesprinters ist groß, aber für Kittel haben jetzt andere Dinge Priorität. Es rühre ihn, erklärte er, dass es alle schade finden, aber nur deshalb könne er ja nicht weiterfahren. Auf den ersten Blick überrascht Kittels Entscheidung. Schließlich ist er mit 31 Jahren noch in einem Alter, in dem man nicht zwangsläufig aufhören muss. Und Angebote hatte Kittel genügend. Er hätte noch viel Geld verdienen können.

Entscheidung gegen den Druck

Aber für Kittel ist das schnelle Geld nicht mehr das Wichtigste. Jetzt stehen sein Studium, seine Freundin und bald ihr gemeinsames Kind an erster Stelle. Und um im Sport Erfolg zu haben, ist mehr nötig als eine außergewöhnliche Begabung, wie sie Kittel mit seinen Sprintqualitäten hat. Der Kopf spielt eine mindestens genauso große Rolle. Er habe bei seinem Team kein Vertrauen gespürt, sondern nur Druck, Druck, Druck. Kittel hat sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht. Wochenlang ist er in sich gegangen. Keine Motivation, anhaltende Müdigkeit, große Leere im Kopf, aber Lust auf Neues im Leben sowie Liebe zur Familie. So ist der Rücktritt ein logischer Schritt.

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