Kommentar

Notorische Zweifel am IOC bei der Diskussion ums Geld

IOC-Präsident Thomas Bach seine Ablehnung der Athleten-Forderung mit dem „Solidaritätsgedanken“.

IOC-Präsident Thomas Bach seine Ablehnung der Athleten-Forderung mit dem „Solidaritätsgedanken“.

Foto: dpa

Essen  IOC-Präsident Bach hat direkten Zahlungen an Athleten eine Absage erteilt. Die Zahl der Einkünfte gibt Anlass zu Bedenken. Ein Kommentar.

IOC-Präsident Thomas Bach weist die Forderung von Sportlern zurück, stärker an den Einnahmen des Sportverbandes beteiligt zu werden. Beinahe reflexartig stellt sich beim Lesen dieser Nachricht Empörung ein. Sind es doch die Sportler, auf deren Rücken sich der IOC und seine Funktionäre im Glanz olympischer Events sonnen.

Thomas Bach begründet seine Ablehnung mit dem „Solidaritätsgedanken“. Etwa 90 Prozent der Einkünfte würden an Nationale Olympische Komitees und Sportverbände weitergereicht. Wenn einzelne Athleten mehr Geld bekämen, würden weniger Sportler aus weniger Sportarten und weniger Nationen an den Spielen teilnehmen können. Eine Argumentation, der zu folgen man versucht ist, besteht der Reiz der Wettkämpfe zum guten Teil doch genau in der bunten Vielfalt, die die Rekordjagd der Stars für den Zuschauer erden.

Die Diskussion ums Geld zeigt trotz Bachs plausibel scheinender Argumentation zwei Probleme des IOC. Die schiere Zahl der Einkünfte, fünf Milliarden US-Dollar im jüngsten Olympischen Zyklus, weckt Zweifel, dass wirklich nicht mehr Geld für die Athleten da sein soll – zumal die Spiele selber trotz aller gegenteiligen Beteuerungen immer prächtiger und teurer wurden.

Das größere Problem bleibt allerdings der Reflex, dem IOC und seinen Funktionären alles erdenklich Schlechte zu unterstellen: Die Bemühungen Bachs, seiner Non-Profit-Organisation und deren Funktionären zum Ruf zu verhelfen, tatsächlich uneigennützig zu handeln, bleiben zumindest auf einer gefühlten Ebene notorisch erfolglos.

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