Biathlon

Schalker Mix aus Ballermann und großem Sport

Alles ist bereit: Der Schnee liegt schon in der Schalker Arena. Am Mittwoch gehen die Biathleten auf die Siegjagd.

Foto: Volker Hartmann

Alles ist bereit: Der Schnee liegt schon in der Schalker Arena. Am Mittwoch gehen die Biathleten auf die Siegjagd. Foto: Volker Hartmann

Gelsenkirchen.   Am Mittwoch wird in der Veltins-Arena wieder die World Team Challenge im Biathlon gestartet. Es ist bereits die 15. Auflage des Events.

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Das Biathlon-Spektakel auf Schalke gehört fast schon zu den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr wie die Vierschanzentournee der Skispringer. Wenn heute (Beginn 14 Uhr/ab 18 Uhr live im ZDF) in der Veltins-Arena die World Team Challenge gestartet wird, ist es bereits die 15. Auflage dieses 2002 vom damaligen Schalker Manager Rudi Assauer erfundenen Events. „Die Atmosphäre ist einfach genial, weil die Arena wie ein Kessel ist und es dort viel mehr hallt als im Freien, wenn die Leute einen anfeuern“, fasst Simon Schempp das in Worte, was er im vergangenen Jahr bei seinem ersten Start in Gelsenkirchen erlebt hat.

Dem zweimaligen Staffel-Weltmeister hat der Wettkampf im Dezember 2015 so gut gefallen, dass er auch heute wieder in der Arena in die Loipe und an den Schießstand gehen wird. Eigentlich wollte der 28-Jährige mit seiner Lebenspartnerin Franziska Preuß auf die Siegjagd gehen, doch wegen einer Erkältung musste die 22-Jährige einen Tag vor dem Wettkampf absagen.

Vanessa Hinz springt wieder ein

Aber die Frau, mit der Schempp stattdessen seinen Mittwochabend verbringen wird, ist ihm auch gut bekannt. Erstens gehört Vanessa Hinz schon seit 2014 zum deutschen Weltcup-Team, und zweitens ist sie bereits im vergangenen Jahr mit Schempp auf Schalke gestartet. Mit Erfolg: Das Duo landete auf dem dritten Platz. Vanessa Hinz hat wahrscheinlich auch in diesem Jahr ihr Handy immer parat gehabt. Denn auch 2015 sprang sie als Ersatzpartnerin für Schempp in letzter Minute ein, nachdem die eigentlich vorgesehene Laura Dahlmeier krankheitsbedingt passen musste. Die Spezialistin für Feuerwehreinsätze im Biathlon kam mit der Partystimmung in der Arena gut klar, obwohl sie zugab: „Ich war am Anfang sehr nervös. In diesem Jahr hatte ich mich auf eine Trainingswoche eingerichtet, springe aber sehr gern ein.“

Nicht nur Vanessa Hinz und Simon Schempp sind heiß auf das Biathlon-Spektakel. Und das nicht nur, weil es Prämien in Höhe von insgesamt 156 000 Euro zu gewinnen gibt. Für die 50 000 Besucher ist es die Mischung aus Ballermann, Oktoberfest und Biathlon mit den großen Stars, deren Weltcup-Auftritte man im Ruhrgebiet sonst nur vor dem Fernseher verfolgen kann. „Unglaublich, einfach fantastisch“, lobte Norwegens Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen 2002. Der heute 42-Jährige sprach damals von der „besten Propaganda für Biathlon, die man sich vorstellen kann“. Die damalige Siegerin Martina Glagow schwärmte: „Die Leute hier haben so laut geschrien, dass mir regelrecht die Luft weggeblieben ist.“

Guter Test für die Heim-Weltcups

Der sportliche Wert hält sich in Grenzen, weil es auf der Strecke in Gelsenkirchen nun mal keine so schwierigen Herausforderungen wie die Wolfsschlucht in Oberhof oder den Schoadhaufennock in Ruhpolding gibt. Trotzdem sieht Simon Schempp das Schalker Spektakel als wichtige Vorbereitung auf die Weltcups im Januar in Oberhof und Ruhpolding an. „Auf Schalke geht die Post ab“, sagt er. „Hier kann ich mich schon mal an die Atmosphäre bei den Heim-Weltcups herantasten.“

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