Kommentar

Tour de France: Der Name der Hoffnung

Emanuel Buchmann vom Team Bora-hansgrohe.

Emanuel Buchmann vom Team Bora-hansgrohe.

Foto: Ion Alcoba Beitia / dpa

Essen.  Plötzlich hat die Hoffnung auf Gelb bei dieser Rundfahrt einen Namen. Emanuel Buchmann hat die Tour-Führung in Reichweite. Ein Kommentar.

Da saß sie also, die deutsche Rundfahrthoffnung für diesen Sommer. Schmal, sehnig, ruhig. Ruhiger als das Wasser des Hotelpools auf Mallorca, der bei den milden Winter-Temperaturen niemanden interessierte. Die leisen Sätze aus seinem Mund wurden mit dem Meereswind davongetragen. Die Tour de France, das wichtigste Radrennen der Welt, bei dem er starten sollte, schien weit, weit weg.

Überraschend im Rampenlicht

Ein halbes Jahr später ist der zurückhaltende Emanuel Buchmann mittendrin und spielt eine große Rolle. Auf der Rampe von La Planche des Belles Filles bei der sechsten Etappe ließ er sich nicht abschütteln, kam wenige Sekunden hinter Titelverteidiger Geraint Thomas ins Ziel. Plötzlich redete am nächsten Tag jeder über den, der nicht über sich reden möchte.

Buchmann. Plötzlich hat die Hoffnung auf Gelb bei dieser Rundfahrt einen Namen. Quälend lange ist der letzte deutsche Erfolg her, verraucht und vergilbt von Schlagzeilen und Abgründen, aber niemals vergessen. Jan Ullrich hatte die Nation 1997 mitgerissen.

Der deutsche Radsport braucht wieder Erfolge

Das Interesse ist nie ganz verblasst. Doch die Tatsache, dass der Bund Deutscher Radfahrer in diesem Jahr erst auf den letzten Drücker einen Ausrichter für die deutschen Straßenradmeisterschaften fand, sagte vieles aus über die Begeisterung in Deutschland. Der Radsport braucht keine Worte. Er braucht wieder Erfolge. So gesehen ist Buchmann genau der richtige.

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