Leichtathletik

Trauer um Martin Lauer: Er war eine Legende

Hamburg im September 1956: Martin Lauer (r.) siegt in 13,9 Sekunden und stellt damit einen neuen Europarekord auf.

Hamburg im September 1956: Martin Lauer (r.) siegt in 13,9 Sekunden und stellt damit einen neuen Europarekord auf.

Foto: dpa

Essen.  Trauer um Martin Lauer. Der Sprintstaffel-Olympiasieger von 1960 ist mit 82 Jahren verstorben. Als Sänger verkaufte er sechs Millionen Platten.

Martin Lauer wäre noch heute bei der WM in Doha ein Kandidat für Gold über 110 Meter Hürden gewesen. Ein Superstar der deutschen Leichtathletik war er schon zu seiner Zeit. Während die Athleten in Katar um die letzten Medaillen kämpften, kam die Nachricht, dass Martin Lauer an diesem Tag im Kreis seiner Familie in Lauf an der Pregnitz im Alter von 82 Jahren gestorben ist.

Auch wenn sicherlich die meisten der Sportler in Doha den Namen Martin Lauer noch nicht gehört haben, war der gebürtige Kölner eine Legende seines Sports. Lauer war ein Alleskönner. Im Zehnkampf stellte er einen deutschen Rekord auf. Und am 7. Juli 1959 knackte er im Zürcher Letzigrund erst die Weltrekorde über 110 Meter (13,2 Sekunden) und 120 Yards Hürden, ehe er als Zugabe die Bestmarke über 200 Meter Hürden (22,5) steigerte.

Blutvergiftung stoppt Karriere

Ein Jahr später wollte Lauer seine Karriere bei den Olympischen Spielen in Rom krönen. Doch der große Einzel-Triumph blieb ihm durch eine Verletzung verwehrt. Wie schon als 19-Jähriger bei den Sommerspielen 1956 in Melbourne kam Lauer auch in Rom als Vierter über 110 Meter Hürden ins Ziel. Olympiasieger darf sich Martin Lauer trotzdem nennen. Denn mit Bernd Cullmann (77), Armin Hary (79) und Walter Mahlendorf (81) holte sich Lauer als Schlussläufer der deutschen Sprintstaffel 1960 Gold in Weltrekordzeit.

Nach den Spielen wollte Lauer weiter angreifen, doch bei der Behandlung seiner Verletzung ging alles schief. Eine Spritze war nicht ausreichend sterilisiert. Die Blutvergiftung hätte fast zur Amputation des Beines geführt. Seine Leichtathletik-Karriere war beendet.

Noch im Krankenbett packte der Alleskönner Plan B aus und ließ dem Musikproduzenten Kurt Feltz Probeaufnahmen seiner Songs zukommen. Die Folge: Nicht nur „Die letzte Rose der Prärie“ oder „Wenn ich ein Cowboy wär“ wurden Hits. Sechs Millionen Platten verkaufte Lauer. Leichtathletik- und Schlager-Fans trauern jetzt um Martin Lauer.

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