Leichtathletik

Warten auf WM-Norm stresst Gina Lückenkemper nicht

Gina Lückenkemper, Sprint-Ass aus Soest, ist mit ihrem Start in die Sommer-Saison zufrieden.

Gina Lückenkemper, Sprint-Ass aus Soest, ist mit ihrem Start in die Sommer-Saison zufrieden.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Zweimal sprintete Gina Lückenkemper in diesem Sommer über die 100 Meter. Die WM-Norm knackte die Soesterin noch nicht. Das – nimmt sie locker.

Berlin/Soest. Gina Lückenkemper ist aktuell die schnellste Frau Deutschlands. Bei 10,95 Sekunden steht die Bestzeit der 22-jährigen Soesterin über 100 Meter. Dass sie nicht nur auf der Bahn eine Meisterin des Sprints und des Konters ist, bewies Lückenkemper nach ihrem Start beim „Midsommar-Sportfest“ ihres Vereins SSC Berlin.

Die Vize-Europameisterin setzte sich über ihre Paradestrecke 100 Meter in ihrem zweiten Saisonrennen bei leichtem Rückenwind mit 11,34 Sekunden deutlich vor ihrer Vereinskameradin Svea Köhrbrück (11,99 Sekunden) durch. Damit steigerte Lückenkemper ihre Saisonbestzeit um zwei Hundertstelsekunden. Im Vorlauf war die Deutsche Meisterin mit angezogener Handbremse 11,52 Sekunden gelaufen.

Lückenkempers Instagram-Konter

Doch eben diese 11,34 Sekunden bei leichtem Rückenwind kritisierte einer ihrer Fans bei Instagram. „Ich will ja nicht frech werden, aber 11,34 sec. Mit leichten Rückenwind schon sehr schwach oder nicht?“, heißt es in einem Kommentar unter Lückenkempers Post zum Rennen am Freitagabend.

Der Konter des Sprint-Stars folgte ähnlich schnell, wie sie in ihren Rennen über die Bahn flitzt, und ähnlich konsequent, wie sie immer wieder ihre im Vergleich zur internationalen Konkurrenz langsameren Starts Meter um Meter aufholt. „Ich will ja nicht frech werden, aber die WM ist erst im OKTOBER dieses Jahr. Dort zählt es. (...) Schwach finde ich es, zu erwarten, dass ein Mensch aus Fleisch und Blut wie eine Maschine funktioniert und immer im Bereich der Bestleistung läuft. Das ist einfach nicht möglich“, schrieb Lückenkemper wenige Augenblicke später als Antwort und erntete Unterstützung von etlichen anderen Fans.

Tatsächlich steht die Soesterin nicht unter Zeitdruck im Rennen um ihre WM-Form- und -Norm. Der Nominierungszeitraum endet erst mit den Deutschen Meisterschaften am 3. und 4. August im Berliner Olympiastadion. Die Weltmeisterschaften gehen erst vom 27. September bis 6. Oktober in Doha (Katar) über die Bühne.

Neun Monate 100-Meter-Pause

Deshalb lässt sich Lückenkemper von den Zeiten bei ihren bisherigen zwei Saisonstarts nicht stressen. Nach über neun Monaten ohne 100-Meter-Rennen war die 22-Jährige beim Diamond League Meeting in Rabat (Marokko) auf dieser Distanz in die Saison gestartet. In 11,36 Sekunden lief sie auf Rang sechs – litt jedoch wie ihre europäischen Kolleginnen unter der enormen Lautstärke während des Starts. Der erste Startversuch wurde daher sogar abgebrochen.

„Wir dachten, dass wir auch beim zweiten Versuch noch einmal aufstehen müssten. Aber dann ist der Schuss doch gekommen, obwohl es lauter war als beim ersten Mal“, erklärte Lückenkemper und ergänzte: „Die Stimmung im Stadion war gut. Aber Trommeln und Vuvuzelas sind in der Startvorbereitung wirklich nicht der Hit.“

In den kommenden Wochen plant Deutschlands Sprint-Königin weitere Starts bei Diamond League-Meetings. Dann soll auch die Qualifikations-Norm (11,24 Sekunden) für die Weltmeisterschaften fallen.

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