LSV-Konferenz

120 Schüler aus ganz NRW bei der LandesschülerInnenkonferenz

Chiara Wiktor und Anna Heße arbeiten in Arnsberg mit digitalen Medien. Die Schülervertreter wünschen sich einen stärkeren Einsatz im Unterricht. Und sie wehren sich gegen ein generelles Handy-Verbot an Schulen. 

Chiara Wiktor und Anna Heße arbeiten in Arnsberg mit digitalen Medien. Die Schülervertreter wünschen sich einen stärkeren Einsatz im Unterricht. Und sie wehren sich gegen ein generelles Handy-Verbot an Schulen. 

Foto: Volker Hartmann

Winterberg/Neuastenberg.  Landesdelegiertenkonferenz der Schülervertretungen tagt in Winterberg-Neuastenberg. Themen: Inklusive Ganztagsgesamtschule und die Integration von Flüchtlingen.

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120 Schüler aus ganz NRW kommen von heute bis Sonntag in der Jugendherberge Winterberg-Neuastenberg zur Delegiertenkonferenz der LandesschülerInnenvertretung (LSV NRW) zusammen. Sönke Eskeldsen ist einer der Sprecher des Landesvorstands. Der 18-jährige Zwölftklässler aus Lengerich erklärt, worum es dabei geht.

Wer trifft sich heute genau?

Sönke Eskeldsen: Auf der Landesdelegiertenkonferenz sind die Delegierten der Bezirksschülervertretungen stimmberechtigt, von denen jede pro angefangene 15 000 Schüler ein Mandat hat. Wir vertreten knapp drei Millionen Schüler an 3267 Grundschulen, 704 Hauptschulen, 557 Realschulen, 629 Gymnasien, 220 Gesamtschulen, 414 Weiterbildungs- und Berufskollegs, 730 Förderschulen und 36 Schulen für Kranke. Die Landesdelegiertenkonferenz tagt normalerweise drei mal im Jahr.

Wie ist der Ablauf?

Heute ist zunächst Kennenlernen angesagt. Am Samstag arbeiten insgesamt acht Workshops zu verschiedenen Themen. Deren Ergebnisse werden anschließend ins Plenum gebracht, diskutiert, abgestimmt und finden Eingang in unser Grundsatzprogramm.

Um welche Themen geht es?

Unter anderem um die Integration von Flüchtlingen. Da sind wir der Meinung, dass die angekündigten neuen Lehrerstellen nicht ausreichen, um so vielen Menschen wie möglich Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Grundsätzlich halten wir das dreigliedrige Schulsystem, das früh selektiert, für nicht geeignet, um Chancengleichheit zu schaffen. Noch immer entscheidet die soziale Herkunft.

Was stellen Sie sich denn vor?

Wir fordern die Einführung der Inklusiven Ganztagsgesamtschule, in der Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Herkunft und Vorgeschichte miteinander leben und lernen, um von ihren jeweiligen Stärken und Persönlichkeiten gemeinsam profitieren zu können. Anstelle von G8 soll eine flexible Oberstufe etabliert werden, die je nach individuellen Bedürfnissen zwei bis vier Jahre dauert.

Das dürfte auf die Schnelle keine realistische Lösung für aktuelle Probleme sein. . .

Die LandesschülerInnenvertretung tritt schon länger dafür ein, dass das interkulturelle Lernen in Schulen ausgebaut und gefördert werden muss. Die Neustrukturierung der Integration bietet eine Chance.

Um was geht es noch in den Workshops?

Wir wollen über Fluchtursachen reden, aber auch über Schulsozialarbeit und Demokratie in der Schule. Und erstmals beschäftigen wir uns in Winterberg mit der Mediennutzung. Dazu steht noch nichts in unserem Grundsatzprogramm.

Und was soll hinein?

Immer mehr Schulen beschließen derzeit ein komplettes Handyverbot. Da sind wir anderer Meinung als Lehrer und Eltern. Auch werden an unseren Schulen die modernen Medien viel zu wenig genutzt; die Niederlande beispielsweise sind da schon viel weiter.

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