Gartenserie

170 Sorten Rosen in einem Wülfter Garten

Sabine Luis ist Rosen-Fan. In ihrem Garten kultiviert sie 170 verschiedene Sorten

Sabine Luis ist Rosen-Fan. In ihrem Garten kultiviert sie 170 verschiedene Sorten

Foto: Katja Voss

Wülfte.  Im Garten von Sabine Luis stehen Rosen im Mittelpunkt. Bei der Pflege der Königin der Blumen spielen alte Strumpfhosen eine tragende Rolle.

Das rostige Schild am Eingang verspricht nicht zu viel: Der Rosengarten in Wülfte überwältigt mit Blütenfülle und intensivem Duft. Für dieses Rosenparadies hat Sabine Luis auch zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen.

Nach den ersten Schritten auf dem Weg in den Garten von Sabine Luis in Wülfte weht mir ein unbeschreiblicher Duft entgegen.

Noch ein paar Schritte weiter kommt ein Anblick, den ich nicht erwartet habe: Rosen soweit das Auge reicht.

Sie blühen gerade um die Wette. Kletterrosen, Ramblerrosen, Strauchrosen und Beetrosen in Weiß, Rosa und Pink.

„Der Duft ist die Seele der Rose“, schwärmt die passionierte Gärtnerin. Deshalb hat sie viele historische Sorten verwendet, denn das Aroma kann mit den neueren Züchtungen nicht mithalten.

Jede Sorte in Plan festgehalten

170 verschiedene Rosensorten hat die Wüfterin in ihrem Garten mittlerweile gesammelt – die Namen jeder einzelnen Schönheit hat sie auf einem großen Pflanzenplan festgehalten.

„Und zwar mit Bleistift, so kann ich etwas wegradieren und neue Pflanzen direkt eintragen. Denn ein Garten ist nie fertig.“ Wobei eine neues Exemplar nicht einfach den Platz einer alten Rose einnehmen kann. „Man sollte dem Boden zwei, drei Jahre Ruhe gönnen oder die Erde austauschen“, empfiehlt Luis.

Königin der Blumen mit eigenem Hofstaat

Damit die Rosen ihren perfekten Auftritt haben können, darf ihnen niemand die Schau stehlen. Die Begleiter wie Lavendel, Sterndolde, Salbei, Frauenmantel, Buxbaum und Zierlauch sind eher zurückhaltend: „Man sagt ja, die Rose ist die Königin der Blumen. Und eine Königin brauch nun mal einen Hofstaat“, sagt Luis mit einem Lächeln.

Früher wurde in dem Garten nur Gemüse angebaut. 1989 wurde er umgestaltet. Gemüse wächst mittlerweile nur noch in einer kleinen Ecke, wo auch einige rote und gelbe Blumen ihren Platz gefunden haben. „Ich habe viel Lehrgeld bezahlt.“ Mittlerweile kennt Sabine Luis viele Tricks. Jedem, der einen Garten anlegen will, empfiehlt sie, sich die Verhältnisse genau anzuschauen: Wie ist das Licht im Laufe des Sommers? Wo weht der Wind besonders stark und wo nicht? Wo landet der Schlagregen? Danach sollte man die Pflanzen und ihren Standort wählen.

Für Rosen hat sie Tipps parat: Überschwängliche Triebe werden mit alten Strumpfhosen festgebunden - die kosten nix, sind „unkaputtbar“ und fallen durch die Farbe kaum auf. Gedüngt wird mit Rosendünger im März, manchmal gibt es auch eine Ladung Kompost. Und Schneiden? „Da sollte man besser ein Auge zumachen und mutig sein.“ Wie gut ihre Rosen dank Pflege gedeihen, können sich Besucher am Tag der offenen Gärten am Samstag, 13. Juli, von 14 bis 18 Uhr selbst anschauen.

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