Straßenverkehr

211 Verletzte: Im HSK schnellt Zahl der Radunfälle nach oben

Ein zerstörtes Fahrrad liegt nach einem Unfall auf der Straße. E-Bikes, bzw. Pedelecs sind gefragt. Aber auch die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern hat im HSK zugenommen.

Ein zerstörtes Fahrrad liegt nach einem Unfall auf der Straße. E-Bikes, bzw. Pedelecs sind gefragt. Aber auch die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern hat im HSK zugenommen.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Hochsauerlandkreis.  Seit Sommer ist im HSK die Zahl der Radunfälle stark gestiegen. Was die Polizei sorgt: Es gibt mehr Schwerverletzte. Sie hat dafür eine Erklärung

Radfahren boomt. Vermutlich liegt es auch an Corona, dass immer mehr Menschen aufs Rad steigen – auch im HSK. Der Zweirad-Industrie-Verband in Deutschland rechnet damit, dass zwischen Januar und Juni etwa 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft wurden. Das ist hinsichtlich des Absatzes ein Plus von rund 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das wirkt sich aber leider auch auf die Unfall-Statistik aus. Die Zahl der Radunfälle im Hochsauerlandkreis hat stark zugenommen. Bis einschließlich Ende September wurden auf den Straßen im HSK 211 Radfahrer verletzt. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es „nur“ 149.

Corona befördert Interesse am Radfahren

„Radfahren bommt insgesamt. Man muss nur mal auf den Ruhrtalradweg schauen, was dort los ist“, sagt Polizeisprecher Holger Glaremin. Häufig seien Menschen unter den Verletzten, die nach langer Radfahr-Abstinenz nun mit einem E-Bike wieder in die Pedalen treten, aber etwas aus der Übung sind. „Viele Seniorenbeiräte und auch wir als Polizei bieten inzwischen Fahrsicherheitstrainings an, um wieder ein Gefühl fürs Radfahren und für die Besonderheiten eine Pedelecs zu bekommen.“

Der Blick in die Radfahrer-Unfallstatistik zeigt deutlich, dass die vergangenen drei Monate besondere Radfahr-Monate waren. Von den insgesamt 211 Unfällen auf das bisherige Jahr betrachtet, ereigneten sich allein im Juli, August und September 123. Zum Glück gab es bislang keine Todesfälle - anders als 2019. Da kamen zwei Menschen auf Fahrrädern ums Leben. Ein schwerer Unfall ereignete sich zwischen Wiemeringhausen und Brunskappel, wo im April ein Motorradfahrer (55) und ein Radfahrer (52) zusammengestoßen waren und verstarben. Ein 79-Jähriger kam in Bestwig ums Leben, der auf dem Radweg beim Rechtsabbiegen eines Pkws von dem Auto erfasst worden war.

Aber auch die Zahl der Schwerverletzen nahm zu. Bis einschließlich September waren das kreisweit 73 (im Vorjahreszeitraum 43). In der Statistik werden außerdem 139 Leichtverletzte geführt (104 von Januar bis September 2019). Holger Glaremin: „Die Zahlen sagen, dass Pedelecfahrer nicht häufiger verunfallen als Radfahrer. Studien zeigen aber, dass es bei Unfällen häufiger zu schwereren Verletzungen kommt.“

Ein Grund seien die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten. Fahren Radfahrer bergauf oder an anderen Hindernissen langsam, komme der Pedelec-Fahrer mit einer höheren Geschwindigkeit zu Fall. Auch wenn in NRW keine Helmpflicht gilt, rät die Polizei dazu, unbedingt einen Kopfschutz zu tragen.

Auch wenn sich für die motorunterstützten Räder im Volksmund die Bezeichnung „E-Bikes“ durchgesetzt hat, heißen die Räder streng genommen „Pedelecs“. Die Polizei: „Beim Pedelec unterstützt der Motor in der Regel nur, wenn man selbst in die Pedale tritt. E-Bikes kommen relativ selten vor. Sie fahren auf Knopfdruck und ohne Pedalunterstützung.“

Beliebtes Diebesgut

Hochwertige Pedelecs werden übrigens auch gerne geklaut. Die Polizei rät da zum Moment der Abschreckung. Dafür eignen sich insbesondere stabile Bügelschlösser und Panzerkabel. Für ein passendes Schloss sollten rund zehn Prozent des Fahrradpreises eingerechnet werden. Je teurer und leichter ein Rad ist, umso schwerer und teurer sollte auch ein adäquates Schloss sein.

Die Polizei: „Entscheiden Sie sich bei Ketten, Bügeln und Schlössern in jedem Fall für ,geprüfte Qualität’ und für hochwertiges Material wie durchgehärteten Spezialstahl und massive Schließsysteme. Der Verband der Schadensversicherer (VdS) bietet ein Verzeichnis von anerkannten Zweiradschlössern an. Noch ein Hinweis der Polizei zum Schluss. E-Bikes sind schwerer als normale Fahrräder! Sollen die Räder mit dem Auto transportiert werden, so ist unbedingt auf die Tragkraft des Fahrradträgers zu achten!

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