Justiz

28-Jährige aus Raum Marsberg muss in Maßregelvollzug

Das Landgericht Arnsberg verurteilte die 28-Jährige aus dem Raum Marsberg zu einem Jahr und neun Monaten Maßregelvollzug wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes mit verminderter Schuldfähigkeit. Foto: Volker Hartmann/dpa

Foto: Volker Hartmann/dpa

Das Landgericht Arnsberg verurteilte die 28-Jährige aus dem Raum Marsberg zu einem Jahr und neun Monaten Maßregelvollzug wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes mit verminderter Schuldfähigkeit. Foto: Volker Hartmann/dpa

Marsberg/Arnsberg.   Eine 28-Jährige aus dem Raum Marsberg wurde wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes mit verminderter Schuldfähigkeit verurteilt.

Sie war auf Mitpatientinnen losgegangen: Angeklagt war eine 28-Jährige aus dem Raum Marsberg wegen zweifachen Mordversuches im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Ein Jahr und neun Monate Maßregelvollzug wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes mit verminderter Schuldfähigkeit lautete der Schuldspruch des Landgerichts Arnsberg gestern.

Richter: „Schwer, ein Urteil zu fällen“

Dabei hatte das Verfahren die Kammer vor eine ganz neue Herausforderung ge, , edllt. „Wenn man die Angeklagte sieht, ist man froh, dass man selber gesund ist. Uns fiel es schwer, ein Urteil zu fällen“, sagte der Vorsitzende Richter Klaus-Peter Teipel, der sich bereits bei der Beweisaufnahme ein Bild von der Angeklagten machen konnte.

Seit der Kindheit in betreuten Wohngruppen

Die 28-Jährige ist seit ihrer Kindheit in betreuten Wohngruppen untergebracht und leidet sowohl an einer mittelschweren Intelligenz-, als auch an einer Verhaltensstörung. In den letzten Jahren war es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen ihr und anderen Patienten und Mitarbeitern gekommen. „Es gibt ein umfangreiches Aktenmaterial ihrer Behandlungen und Verhaltensauffälligkeiten“, sagt der Psychologische Sachverständige, der die Patientin im Vorhinein untersucht hatte. An den Haaren reißen, Gegenstände zerstören oder sich selbst verletzten – die Angeklagte provozierte ständig, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

So auch am 5. Mai 2017, als sie einer anderen Patientin ein Schmiermesser in den Rücken stach. „Wir sehen hier kein Tötungsdelikt, da ein solches Messer nicht geeignet ist für einen Tötungsakt“, sagte der Richter nach der Urteilsverkündigung. Statt eines Mordversuchs sei hier eher von einer schweren Körperverletzung zu sprechen.

Angeklagte will „bestraft werden“

Anders war es, als sie versuchte eine andere Patientin mit den Händen zu würgen. „Nur wenige Sekunden reichen aus, um einen Menschen durch das Würgen am Hals zu töten. Deswegen gehen wir hier von einem Mordversuch aus, allerdings im Zustand verminderter Schuldfähigkeit“, begründet der Richter das Urteil der Kammer. „Vielleicht ist der Maßregelvollzug für die Angeklagte von Vorteil.“

Sachverständige: Maßregelvollzug unverzichtbar

Dabei folgte die Kammer vor allem den Aussagen des Sachverständigen, der den Maßregelvollzug für unverzichtbar ansieht, da die Maßnahmen in den betreuten Wohngruppen bereits ausgereizt seien - genauso wie die medikamentöse Behandlung.

So sah es auch Verteidiger Peter Prümper. „Eine geschlossene Unterbringung zum Schutz der Allgemeinheit ist sinnvoll, da solche Ausbrüche auch in Zukunft nicht ausgeschlossen sind“, sagte er in seinem Plädoyer.

28-Jährige leidet seit ihrer Kindheit an den Kankheiten

Die 28-Jährige, die seit ihrer Kindheit an ihren Krankheiten leidet, zeigte sich während des gesamten Prozesses einsichtig. „Ich wollte sie nicht töten. Aber ich will bestraft werden, denn es ist falsch was ich getan habe, das weiß ich jetzt.“ Gegen das Urteil kann binnen einer Woche Berufung eingelegt werden.

Folgen Sie der Westfalenpost im Altkreis Brilon auch auf Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik