Betreuungsgeld

35 Prozent der U3-Kinder besuchen eine Kita

Rund 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren besuchen im HSK eine Kita.

Rund 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren besuchen im HSK eine Kita.

Foto: dpa

Altkreis.   „Die meisten Eltern, denen das Betreuungsgeld zusteht, stellen auch einen Antrag“, so die Einschätzung von Michael Clemens, der beim Hochsauerlandkreis als Fachdienstleiter für die finanzielle Familienförderung zuständig ist.

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Rund 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren besuchen im HSK eine Kita. Eltern, die ihre Kinder in diesem Alter zu Hause betreuen, können seit August 2013 Betreuungsgeld beantragen. „Die meisten Eltern, denen dieses Geld zusteht, stellen auch einen Antrag“, so die Einschätzung von Michael Clemens, der beim Hochsauerlandkreis als Fachdienstleiter für die finanzielle Familienförderung zuständig ist. Er hat die Erfahrung gemacht, dass viele Eltern, die Betreuungsgeld beantragen möchten, mit dem Gefühl kommen, dass sie sich dafür rechtfertigen müssten.

Insgesamt wurden im HSK in diesem Jahr bereits 573 Anträge auf Betreuungsgeld gestellt. Der Blick in die Statistik zeigt, dass die U3-Betreuungsquote in den einzelnen Städten des Altkreises Brilon sehr unterschiedlich ist. Am höchsten liegt sie mit 43,7 Prozent in Marsberg. Die niedrigste Quote gibt`s mit 33,2 Prozent in Olsberg. In Brilon werden 37,1 Prozent der U3-Jährigen in einer Einrichtung betreut, in Hallenberg sind es 36,4 Prozent und in Winterberg 42,8 Prozent.

Eine Untersuchung durch das Deutsche Jugendinstitut und die Uni Dortmund hat die Diskussion über das Betreuungsgeld neu entfacht. SPD und Grüne sehen sich durch die Studie in ihrer Kritik bestätigt. So auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese aus Brilon: „Die jüngsten Studien bestätigen die Auffassung der SPD und zeigen, dass das Betreuungsgeld insbesondere sozial benachteiligte Familien davon abhält ihre Kinder in die Kita zu schicken. Doch oft sind es genau diese Kinder, die dringend eine frühkindliche Förderung brauchen, um später in der Schule mithalten zu können. Weil das Betreuungsgeld somit die Chancengleichheit der Kinder torpediert, hatten und haben wir Sozialdemokraten stets massive Bedenken gegen das Betreuungsgeld.“ Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg kann die Kritik am Betreuungsgeld nicht nachvollziehen. Der Schluss, dass Kinder, die nicht in einer Kita betreut würden, sich schlechter entwickeln, sei „völlig falsch“.

Ab August gibt es 150 Euro

Im Umkehrschluss hieße das ja, so Sensburg, dass sich seine eigene Generation, in der die Kinder in diesem Alter überwiegend zu Hause betreut wurden, schlecht entwickelt haben müsste. Er selbst habe ganz andere Erfahrungen gemacht als die Studien sie präsentieren. „Ich kenne viele Eltern, die Betreuungsgeld beziehen und sich rührend um ihre Kinder kümmern“, so seine Einschätzung. Und dementsprechend sei es auch richtig, das zu honorieren.

Das Betreuungsgeld unterstützt Eltern, die ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr ausschließlich zu Hause betreuen. Momentan gibt es 100 Euro pro Monat, ab August 150 Euro.

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