Wohltätigkeit

400 Winterberger Jugendliche machen bei Aktion Tagwerk mit

Bei der Waffelaktion in Züschen sind diesmal genau 167,50 Euro zusammengekommen. Das ist ungefähr so viel wie bei den beiden ersten Durchgängen.

Bei der Waffelaktion in Züschen sind diesmal genau 167,50 Euro zusammengekommen. Das ist ungefähr so viel wie bei den beiden ersten Durchgängen.

Foto: Stefanie Bald

Züschen.   In diesem Jahr duftet das Erfolgsrezept besonders gut: Wie Waffeln und Wohltätigkeit zusammenkommen.

„Einfach dem Duft nach, die Haustür ist offen.“ So lautete die Wegbeschreibung und sie hat gereicht. In der Küche der Familie Blüggel ist bereits allerhand los. Drei Waffeleisen dampfen auf dem großen Holztisch, Schüsseln mit Teig leeren sich und alle paar Minuten stehen Carlo und Luca auf der Matte, um den nächsten Schwung Waffeln in die Nachbarschaft zu tragen. Carlos Mutter Sabrina Blüggel und der Oma beider Jungs, Birgit Hunold, obliegt derweil die Sorge um Teig und Eisen.

Fünfte Teilnahme

Die beiden 14-Jährigen sind zwei von knapp 400 Winterberger Kindern und Jugendlichen, die sich dieses Jahr wieder an der Aktion Tagwerk beteiligt haben. Ihre Schule, die heutige Sekundarschule, ist mit den Standorten in Winterberg und Siedlinghausen zum fünften Mal dabei. Die bundesweite Aktion wird jährlich vom gleichnamigen Verein organisiert. Der Sinn dahinter: Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur Abschlussklasse gehen einen Tag lang nicht zum Unterricht, sondern arbeiten in irgendeiner Form. Mit der Hälfte des Erlöses fördern sie Bildungsprojekte in Afrika. Die andere Hälfte kann die Schule selbst verwenden – die Sekundarschule wird an den Verein Kipepeo spenden.

Arbeitslohn plus Spenden

Teilnehmende Schulen können den Termin für den Aktionstag nach eigenen Wünschen festlegen. „Wir machen das immer in der letzten Woche vor den Sommerferien“, erklärt Schulsozialarbeiterin Nicole Winzenick. „Die jüngeren Kinder erledigen Hilfsarbeiten, mähen in der Nachbarschaft Rasen oder machen Einkäufe. Von den Älteren ab 14 Jahren helfen auch manche in Betrieben.“

Viele heimische Firmen seien dabei sehr kooperationsbereit und spendabel. Zusätzlich zum Lohn ist es jedem Arbeitgeber freigestellt, die Aktion mit einer Spende zu fördern. Die rund 40 Sekundarschüler, die sich an der Aktion nicht beteiligen möchten – auch das ist erlaubt – haben an diesem Tag Unterricht und erledigen Aufräumarbeiten in der Schule. „Dafür gibt es jedoch kein Geld“, sagt Winzenick.

Spendabel zeigen sich auch die Nachbarn in Züschen bei der dritten Auflage der Waffelaktion. Dafür bekommen sie neben leckeren Waffeln auch Service geboten. Welcher der 24 zu beliefernden Haushalte zu welcher Zeit seine Waffeln bekommt, ist auf die halbe Stunde genau notiert. 107 Stück sind diesmal vorbestellt. „Als die Aktion zum ersten Mal lief, hatten wir vorher Zettel verteilt“, erklärt Carlos. „Wir mussten natürlich erklären, weshalb wir das machen, aber dann fanden die Leute die Idee gut.“ Ein paar Stunden lang werden die beiden Cousins zu Fuß unterwegs sein, bis alles verteilt ist.

64 Eier in 107 Waffeln

Zum Rezept sei soviel gesagt: Oma Birgit geizt nicht mit Butter und Eiern. Letztere, 64 an der Zahl, stammen von ihren Hühnern – ausgemusterten Legehennen aus Großbetrieben, die das Glück hatten, über die Aktion Rettet das Huhn ein neues Heim zu finden. Sie danken es mit Fleiß. „Die legen und legen und legen“, lobt die neue Besitzerin. Aber das ist eine andere Geschichte zum Thema Wohltätigkeit.

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