Einbruch

44 Königsorden der Küstelberger Schützen gestohlen

Die Schaukästen sind leer: Alle 44 in der Schützenhalle ausgestellten Orden haben der oder die Täter mitgenommen

Foto: Stefanie Bald

Die Schaukästen sind leer: Alle 44 in der Schützenhalle ausgestellten Orden haben der oder die Täter mitgenommen Foto: Stefanie Bald

Küstelberg.   Einbrecher haben fast alle Königsorden der St.-Hubertus-Schützen Küstelberg gestohlen. Rund vier Wochen blieb der Raub unbemerkt.

Ein paar Schleifen hängen noch in den Schaukästen. Ansonsten herrscht gähnende Leere auf rotem Samt, wo vor Kurzem noch die Orden der Küstelberger Schützenkönige glänzten. Irgendwann zwischen dem 26. November und dem 6. Dezember sind ein oder mehrere Unbekannte in die Schützenhalle eingebrochen und haben alle 44 dort ausgestellten Königsorden gestohlen.

Die Polizei benachrichtigt haben die Schützen erst an Heiligabend. Warum so spät? „Es gibt nur einen einzigen Schlüssel zu den Kästen. Als am 6. Dezember auffiel, dass sie leer sind, vermuteten wir, dass der Kamerad, der den Schlüssel hat, die Orden aus irgendeinem Grund herausgenommen hätte. Zum Polieren oder so“, erklärt Geschäftsführer Fridbert Wolff. Der Kamerad war aber nicht zu erreichen. „Erst kurz vor Weihnachten stand fest: Er hat die Orden nicht.“ Als dann an Heiligabend eine eingeschlagene Scheibe in einem Nebenraum entdeckt wurde, war alles klar.

Einbruch über verstecktes Fenster

Der oder die Täter haben sich Mühe gegeben, ihre Tat nicht sofort offensichtlich werden zu lassen. Für den Einbruch wählten sie ein von Büschen verdecktes Fenster zu einem Raum, der im Winter fast nie betreten wird. Die Schaukästen wurden nicht eingeschlagen, sondern so aufgehebelt, dass von außen auf den ersten Blick keine Beschädigung sichtbar ist.

Die Polizei ermittelt wegen eines Einbruchsdiebstahls. Neue Erkenntnisse gebe es noch nicht, sagte gestern Pressesprecher Sebastian Held. Es habe kaum Spuren am Tatort gegeben. Allerdings sei die Tat durchaus ungewöhnlich – „Es ist sehr schwer, für so eindeutig identifizierbares Diebesgut einen Käufer zu finden“, so Held.

Über diesen Aspekt haben Wolff und Daniel Koch, Hauptmann und Vorsitzender, auch schon nachgedacht. Sie vermuten, dass es dem Täter um den Materialwert ging, denn einige der älteren Orden waren aus Silber. Ansonsten sei nichts weggekommen; allerdings gebe es in der Halle auch nichts zu holen. Man hoffe nun, dass die Versicherung zumindest den Materialwert ersetzen werde.

Ideeller Schaden überwiegt

Viel schwerer als der materielle trifft jedoch der ideelle Verlust den Verein. „Das war ein Teil unserer Geschichte“, sagt Koch mit Blick auf die leeren Schaukästen zu beiden Seiten der Königspaar-Fotos. Der älteste Orden datierte von 1965, dem Gründungsjahr des Vereins. Geblieben sind den Schützen nur die Orden ab 2011, die derzeit noch an der Königskette hängen.

Neben dem Wunsch, die gestohlenen Erinnerungsstücke wiederzubekommen, hat der Verein noch ein weiteres Anliegen: Er möchte so viele Orden wie möglich nachmachen lassen, um wenigstens die sichtbaren Lücken zu schließen. Allerdings ist das nicht einfach: Es gibt kein Foto, das alle Orden zusammen zeigt. „2500 Bilder habe ich durchgeguckt. Ohne Erfolg“, sagt Daniel Koch. Dabei gibt es von jedem Orden zwei Ausfertigungen – die zweite bekommt der Schützenkönig. Es wäre dem Verein daher eine große Hilfe, wenn ehemalige Schützenkönige oder deren Hinterbliebene diese Orden finden und für eine Duplikation zur Verfügung stellen würden.

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