Wilde Müllkippe

Alte Gläser und Teller im Wald bei Antfeld entsorgt

Noch eingepackte Teller und Kartons voller Gläser: Wilde Müllkippe am Waldesrand zwischen Antfeld und Altenbüren im so genannten „Antfelder Feld“.

Noch eingepackte Teller und Kartons voller Gläser: Wilde Müllkippe am Waldesrand zwischen Antfeld und Altenbüren im so genannten „Antfelder Feld“.

Foto: Sonja Funke / Westfalenpost

Olsberg-Antfeld.  Ganze Kartons voller Gläser und Teller, so sieht die wilde Müllkippe aus, die Spaziergängerin Kim Kriegesmann bei Antfeld entdeckt. Und nun?

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„Immer wieder passiert das, wer macht sowas? Ich find’s schlimm!“, regt sich Kim Kriegesmann auf. Sie ist mit ihrem Hund oft im Antfelder Feld zwischen Altenbüren und Esshoff unterwegs und es ist nicht das erste Mal, dass sie eine wilde Müllkippe entdeckt. Mitte dieser Woche entdeckt sie den Unrat am Waldrand in der so genannten Kleinen Heide, unweit der Schutzhütte und des Wegkreuzes, und nur einen Hügel von der Stelle entfernt, wo erst im vergangenen Jahr das neue Waldsofa des Dorfvereins geklaut worden ist.

Kim Kriegesmann ist so sauer, dass sie die Polizei anruft. Antwort: Da könne man nicht viel machen, höchstens das Ordnungsamt informieren, das den Müll abtransportiere. Das reicht ihr aber nicht. Sie möchte, dass die Verantwortlichen das Foto öffentlich selbst noch mal sehen und sich zumindest schämen und wendet sich an die WP. Eine erste Nachfrage beim Ordnungsamt macht schnell klar, dass solche Meldungen Routine sind. Und: Die Mitarbeiter der Kommunen sind für solche Hinweise sehr dankbar.

Stadtmitarbeiter durchsuchen den Müll nach Hinweisen auf den Entsorger

„Das generelle gesellschaftliche Problem kann man auch an den Müllkippen erkennen“, fasst es Marco Sudbrak, Fachbereichsleiter des Amtes Bürgerservice, öffentliche Ordnung in Olsberg, zusammen. Seine Mitarbeiter durchwühlten den Müll schon auf Hinweise und würden auch manchmal welche finden, die zu den Verantwortlichen führen. Aber: „Bei alten Matratzen oder Betten ist das natürlich nicht möglich.“ Dass es sich um sperrige Sachen handele, sei typisch für solche wilden Müllkippen. „Aber wir haben das breite Spektrum an Absurditäten, die entsorgt werden.“

Er könne den Ärger der Spaziergängerin absolut nachvollziehen, so Sudbrak. Es gebe ein „breites Spektrum der Absurditäten, die entsorgt werden“, manchmal sei dies eben auch die „Haushaltsauflösung auf einfache Art“. Auch typisch ist die Lage an einer abgelegenen Stelle in der Pampa. „Aber schauen Sie doch auch mal an den Parkplätzen der Bundesstraßen, zum Beispiel an der Möhnestraße hinter Brilon Richtung Rüthen, auch dort wird einiges entsorgt.“

Nicht wenigen Zeitgenossen scheint es also am bequemsten, alles, was sie nicht mehr brauchen, einfach in der Landschaft abzuladen. Denn der Sperrmülltransport muss bei den Städten beantragt werden und kostet im Altkreis Brilon - außer in Hallenberg, wo zweimal im Jahr insgesamt 2,5 cbm kostenlos abgefahren werden - auch bei allen Kommunen etwas.

Kosten für Personal und Entsorgung bleiben bei Stadt Olsberg hängen

Und wie oft kommt so etwas vor? „Nicht täglich“, sagt Sudbrak. Aber die Bürger seien schon sensibilisiert und würden sich melden. Dann werde geprüft, ob die Stadt zuständig sei. In diesem Fall wurde der Eigentümer des Waldes informiert, die Stadt holt den Müll ab, sie ist in solchen Fällen kostenpflichtig. Ein Stadtmitarbeiter war rausgefahren, um vor Ort alles anzusehen und der Müll (leider gab es keine Hinweise auf den Entsorger) soll nun zeitnah abgeholt werden.

Denn: Wo erst ein solcher Haufen entstanden ist, kommt gern mehr hinzu“, weiß Sudbrak aus Erfahrung. Was der Stadt an Kosten entsteht? „Natürlich die Personalstunden, dann die Gebühr für die Entsorgung nach Gewicht, und manchmal ist es ja auch noch Sondermüll.“

In diesem Fall hätte sich ein Sozial-Kaufhaus vielleicht sogar über das gut erhaltene Geschirr gefreut. Die Gläser und Teller hätten die Verursacher auch alternativ nach und nach über die graue Tonne entsorgen können. Klassiker, die auch immer wieder am Waldesrand gefunden werden, sind aber große Sperrmüllteile wie zum Beispiel Matratzen. Sie können zum Entsorger transportiert oder von Mitarbeitern der Kommunen gegen ein Entgelt abgeholt werden. Es gibt also eine gute Alternative zur Umweltverschmutzung.

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