Betäubungsmittel

Amtsgericht: Briloner kauft unerlaubt 105 Gramm Marihuana

Am Amtsgericht in Brilon musste sich ein 22-Jähriger wegen unerlaubten Kaufs von Cannabis verantworten. Richter Härtel wollte ihm noch eine Chance geben.

Am Amtsgericht in Brilon musste sich ein 22-Jähriger wegen unerlaubten Kaufs von Cannabis verantworten. Richter Härtel wollte ihm noch eine Chance geben.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Brilon.   Junger Mann kaufte die Menge innerhalb von einem Monat. Grund war sein Drogenproblem. Vor Gericht sind sich alle Parteien schnell einig.

„Ich würde es machen“, sagte der Staatsanwalt mit einem leichten Schmunzeln zum Angeklagten am Amtsgericht Brilon. Richter Härtel schlug dem 22-Jährigen ein Angebot vor, um einer Vorstrafe zu entgehen. Die hätte es sonst definitiv gegeben, denn dem jungen Mann wurde vorgeworfen in sechs Fällen unerlaubt Marihuana gekauft zu haben. Insgesamt erwarb der Briloner im Tatzeitraum vom 14. September bis 20. Oktober 2017 105 Gramm der Droge. Kaufwert: rund 770 Euro.

Nur für den Eigenkonsum gedacht

Der Angeklagte gab an, dass er das Gras nur für den Eigenkonsum bezog und nicht für den Weiterverkauf. Polizeibeamte fanden in seinen Räumlichkeiten keine Drogen, Chatverläufe ließen sie überhaupt erst auf den jungen Mann und seinen Dealer aufmerksam werden. Der muss sich in einem separaten Verfahren noch vor dem Amtsgericht Brilon verantworten. Der Angeklagte gab in seiner Verhandlung zügig zu, dass die Vorwürfe von Seiten der Staatsanwaltschaft korrekt sind. „Ich habe damals ein Problem mit Cannabis gehabt. Dann versiegte meine Quelle, nachdem alles heraus kam und damit hat sich das für mich erledigt“, sagte er aus. In einem Auslandsjahr sei er zuletzt erwachsener geworden und sei daher endgültig von seinem Problem weggekommen.

Angeklagter reifte zum Erwachsenen

Die Sozialprognose sieht entsprechend positiv aus. Das konnte auch die Jugendgerichtshilfe bestätigen. Zwar wohnt der junge Mann noch bei seinen Eltern, aber er hat eine feste Arbeit und machte in den Gesprächen mit ihr einen reifen Eindruck. Gleichwohl konnte sie nicht einschätzen, wie dies zum Tatzeitpunkt vor zwei Jahren war. „Da könnte die Entwicklung auch durch den Drogenkonsum ganz anders ausgesehen haben“, sagte sie. Sie empfahl dem Gericht daher eine Strafe nach Jugendrecht zu fällen und diese im Rahmen einer Geldbuße zu belassen.

Hinweis auf die eigene Zukunft

Bisher ist der 22-Jährige nicht vorbestraft und das wollte Richter Härtel ungern ändern. „Wenn etwas im Bundeszentralregister (BZR) steht, sinken ihre Chancen, wenn Sie sich für einen Job bewerben. Sie sollten gucken, dass Sie sauber bleiben“, mahnte er und überlegte mit der Staatsanwaltschaft, ob das Verfahren gegen eine Geldstrafe eingestellt werden sollte. Der Vorteil: dies wäre keine Verurteilung und somit nicht im BZR sichtbar. Der Angeklagte ließ sich auf das Angebot ein und zahlt nun eine Strafe in Höhe von 500 Euro an die Staatskasse ab.

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