Übergriffe

Angriffe auf Zugbegleiter nehmen im Sauerland zu

Zugbegleiter sind oft alleine für die Deutsche Bahn unterwegs und geraten bei Kontrollen in Gefahr durch Fahrgäste.Foto:imago/Ralph Peters

Zugbegleiter sind oft alleine für die Deutsche Bahn unterwegs und geraten bei Kontrollen in Gefahr durch Fahrgäste.Foto:imago/Ralph Peters

Hochsauerlandkreis.   Nach Aussage der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer werden Mitarbeiter der Deutschen Bahn regelmäßig beleidigt und angegriffen.

„Der Druck ist mittlerweile enorm. Die Übergriffe auf Zugbegleiter steigen immer weiter an“, sagt Heinz-Michael Gerhards, Ortsgruppenvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer im Bezirk Nordrhein-Westfalen.

Seinen Aussagen nach kommt es täglich zu kleinen Übergriffen mit Beleidigungen bis hin zu größeren Vorfällen, bei denen Mitarbeiter der Deutschen Bahn angegriffen werden. Auch die Politik nimmt sich weiter des Themas an. Gerhards traf sich mit Dirk Wiese, Bundestagsabgeordneter für den Hochsauerlandkreis, und Bernd Lingemann, Mitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, um von dem wachsenden Problem zu berichten. Die drei arbeiteten schon früher zusammen, um das Problem anzugehen.

Integrierung in Gesetz vielleicht möglich

Im ersten Halbjahr 2018 kam es bundesweit zu 1300 Übergriffen auf Zugbegleiter, 250 davon in NRW, wie die Deutsche Bahn bekannt gibt. „Gegen die zunehmende Respektlosigkeit und die tätlichen Angriffe muss ein Zeichen gesetzt werden. Wir müssen gucken, was wir tun können, um die Zugbegleiter besser zu schützen“, sagt Wiese. Er will prüfen lassen, ob die Mitarbeiter in das „Gesetz zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften“ aufgenommen werden können.

Dies brachte eine Strafschärfung bei Übergriffen auf Beamte mit sich. Einige Zugbegleiter sind verbeamtet, aber jüngere Mitarbeiter der Bahn sind mittlerweile Angestellte. Ein Problem, da sie so nicht unter das Gesetz fallen würden. Das möchte Wiese jetzt klären. Davon rechnet er sich aber nicht viel aus. „Das ist nur ein kleiner Mosaikstein. Es ist viel wichtiger, dass mehr Sicherheitspersonal in den Zügen ist.“

Hälfte der Züge tagsüber besetzt

Hier setzt Bernd Lingemann an, der beim Zweckverband prüfen will, inwieweit eine zeitweilige Doppelbesetzung auf den Zügen möglich ist und ob es möglich ist, mehr Sicherheitskräfte im Sauerlandnetz einzusetzen. Heinz-Michael Gerhards bezweifelt, dass das so einfach ist. „Im Moment sind 50 Prozent der Züge tagsüber mit einem Begleiter besetzt, ab 19 Uhr sind es 90 Prozent. Um das gewünschte Ergebnis erzielen zu können, bräuchte es sicher vier Mal so viele Leute.“

Mittlerweile gehen täglich Meldungen bei ihm ein, in denen Zugbegleiter von Übergriffen berichten. „Es ist traurig, dass die Folgen bisher ausbleiben. Und es ist schade, dass sich das Problem anscheinend nur über Strafen regeln lässt“, sagt Gerhards. Er hofft, dass sich das kontinuierliche Engagement bald auszahlt . „Das ist ein langwieriger Prozess. Das Verständnis ist da, auch von Seiten der Deutschen Bahn, aber es ist auch eine Frage des Geldes.“

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben