Integration

Arbeitgeber treffen bei Speed-Dating in Brilon Flüchtlinge

Rund 300 Betrieben hat die Stadt Brilon die Bewerbungsunterlagen der Flüchtlinge zugeschickt.

Foto: Hans Blossey

Rund 300 Betrieben hat die Stadt Brilon die Bewerbungsunterlagen der Flüchtlinge zugeschickt. Foto: Hans Blossey

Brilon.   Einige wurden vom Fleck weg engagiert: Die Stadt Brilon bringt Arbeitgeber und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Flüchtlinge zusammen.

Bei einem Speed-Dating bringen die Wirtschaftsförderung und das Jobcenter der Stadt am nächsten Dienstag im Bürgerzentrum heimische Arbeitgeber und in Brilon lebende und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Flüchtlinge in Kontakt. „Das Interesse der heimischen Arbeitgeber an Flüchtlingen ist groß,“ sagte gestern Abend im Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales Fachbereichsleiterin Karin Wigge.

Rund zwei Dutzend Flüchtlinge stehen für eine Anstellung zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Personen mit Wohnsitzauflage, die als Asylanten anerkannt sind, damit ins SGB II wechseln konnten und Grundsicherung für Arbeitssuchende („Hartz IV“) beziehen. Und vor allem schon ausreichende Deutschkenntnisse erworben haben, denn das, so Karin Wigge, ist „das ganz, ganz große Thema“.

Rund 300 Firmen aus Industrie, Gewerbe und Dienstleistung hatte die Stadt die anonymisierten Lebensläufe und Profile zugeschickt - mit überraschendem Ergebnis. Karin Wigge: „Einige sind schon direkt eingestellt worden.“

Jeweils eine viertel Stunde lang können sich interessierte Arbeitgeber am kommenden Dienstag ein Bild von den Bewerbern machen. Die Resonanz bei den Betrieben, so Karin Wigge, sei groß gewesen.

Insgesamt beziehen in Brilon 222 Flüchtlinge die Grundsicherung, 258 erhalten Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Aufnahmequote zu 113,73 Prozent erfüllt

Insgesamt hat die Stadt Brilon ihre aktuelle Aufnahmequote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz zu 113,73 Prozent erfüllt. „Der Ansturm ist nicht mehr so groß. Das ist deutlich spürbar“, sagte Karin Wigge. Derzeit nicht kalkulierbar seien die weiteren Auswirkungen des Familiennachzugs. Die Entspannung wirkt sich auch auf den Wohnraum aus. 139 freie Plätze stehen noch zur Verfügung, überwiegend allerdings in den Ortsteilen. In der Kernstadt gibt es noch 56 freie Plätze.

Verschiedene angemietete Wohnungen hat die Stadt bereits aufgegeben. Darunter auch solche, in denen die Flüchtlinge anschließend selbst als Mieter wohnen blieben. Zudem konnten die Wohnungen lockerer belegt werden, aus Dreier- wurden zum Beispiel Zweier-Zimmer. Mit einer Wohnungsbörse will die Verwaltung Vermieter ermuntern, preisgünstigen Wohnraum zu melden.

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