IG-Metall-Veranstaltung

Wie man künftig mehr Arbeitskräfte ins Sauerland locken kann

Die IG-Metall hat „gute Arbeitgeber“ in der  heimischen Region ausgezeichnet.

Die IG-Metall hat „gute Arbeitgeber“ in der heimischen Region ausgezeichnet.

Foto: Jutta Klute

Olsberg.  Wie kann sich das Sauerland als attraktiver Lebens- und Arbeitsraum präsentieren? Ideen und Vorschläge dazu gab`s in Olsberg.

Bessere Verkehrsanbindungen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen, eine gute Infrastruktur, Wohnheime für Azubis, attraktive Arbeitsplätze - die IG Metall Olsberg hatte heimische Unternehmer, Betriebsräte, Politiker und regionale Entscheidungsträger zu einem „World-Café“ ins Olsberger Rathaus eingeladen, um herauszufinden, wie sich das Sauerland in Zeiten von Fachkräftemangel, Globalisierung und Demografischem Wandel als attraktiver Lebens- und Arbeitsraum präsentieren kann.

Die Perspektive verändern

Prof. Dr. Gerd Bollermann, Regierungspräsident a. D. führte als Moderator durch die Veranstaltung und machte deutlich: „Wer Zukunft gestalten will, muss wissen, wohin die Reise geht.“

Mit Blick auf den regionalen Lebens- und Arbeitsraum gab er den World-Café-Teilnehmern die Frage mit in die Diskussion: Sind wir attraktiv für neue Arbeitnehmer? Müssen wir angesichts von sozialem, demografischen und globalem Wandel neue Wege gehen? Auf der Suche nach Antworten ermutigte er die Teilnehmer, die Perspektive zu verändern und zu fragen: Was kann Menschen bewegen, ihre Heimat zu verlassen, um sich für einen Job im Sauerland zu entscheiden?

Großes Thema: Familienfreundlichkeit

Ideen dazu gab es im Verlauf der Workshops jede Menge. Ganz großes Thema: Familienfreundlichkeit. In den wechselnd besetzten Diskussionsrunden wurde deutlich, dass man die ganze Familie im Blick haben muss, wenn man Fachkräfte in die Region locken möchte. Das heißt: Auch die Umgebungsbedingungen müssen stimmen. Die Stichworte waren schnell gesammelt: ein gut funktionierender ÖPNV, attraktive Schul-, Betreuungs-, Gesundheits- und Freizeitangebote, Hilfe bei der Jobsuche auch für den Lebenspartner und natürlich gute Arbeitsbedingungen. Bei der Präsentation der Diskussionsergebnisse wurde deutlich, dass es wichtig ist, potenziellen Arbeitskräften hier im Sauerland eine dauerhafte Arbeitsperspektive zu geben: Wer Mitarbeiter gewinnen möchte, sollte nicht erwarten, dass jemand bereit ist, mit samt seiner Familie ins Sauerland zu ziehen, wenn er nur einen Zeitvertrag angeboten bekommt.

Azubi-Wohnheime

Deshalb gab es immer wieder den Appell, sich zu fragen: Was würde ich selbst erwarten? Neue Arbeitszeitmodelle und flexible Kinderbetreuungsangebote - das sind Voraussetzungen, die sich Eltern wünschen, vor allem wenn sie als Zugezogene die Großeltern nicht vor Ort haben. Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese brachte noch eine weitere Idee ins Gespräch: Mit Wohnheimen oder Wohngemeinschafts-Angeboten für Azubis könnte es auch besser gelingen, junge Leute zu motivieren, eine Ausbildung in unserer Region aufzunehmen.

Netzwerke und Plattform

Und noch ein großes Thema kristallisierte sich bei der Veranstaltung in Olsberg heraus - weiter gearbeitet werden sollte an der Außendarstellung des Sauerlandes und dem Image. Dabei wurde auch deutlich, wie wichtig es ist, über den eigenen Ort und auch den Kreis hinaus als Region zu denken und zu handeln.

Einig waren sich die Veranstaltungsteilnehmer auch, dass all`diese Ideen und Vorschläge nur über eine stärkere Vernetzung aller regionalen Akteure und ein gezieltes Image-Marketing erreicht werden können. Hier wurde auch der Wunsch laut, eine Plattform zu schaffen, die gemeinsame Ziel koordiniert und umsetzt.

Auszeichnung

Für elf heimische Unternehmer, die an der Veranstaltung in Olsberg teilgenommen haben, gab es eine nicht alltägliche Auszeichnung. Die IG-Metall zeichnete sie als „gute Arbeitgeber“ aus. „Hierzu zählen für uns Arbeitgeber mit einer Arbeitnehmervertretung, Tarifbindung, mit einem guten gewerkschaftlichen Organisationsgrad und guten Qualifizierungs- und Ausbildungsangeboten“, erklärte Helmut Kreutzmann, erster Bevollmächtigter der IG-Metall Olsberg, die zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben