Gesundheit

Asbest-Alarm im Berufskolleg Olsberg

Blick auf das Berufskolleg Olsberg. Die dritte Etage des hier rot markierten Zentralgebäudes ist von der Sperrung betroffen. Bei der Aufstockung war asbesthaltiges Dämmmaterial verwendet worden.

Blick auf das Berufskolleg Olsberg. Die dritte Etage des hier rot markierten Zentralgebäudes ist von der Sperrung betroffen. Bei der Aufstockung war asbesthaltiges Dämmmaterial verwendet worden.

Foto: Hans Blossey

Olsberg.   Der HSK hat einen Teil des Berufskollegs Olsberg gesperrt. Bei Vorarbeiten zur geplanten Sanierung war asbesthaltiges Material gefunden worden.

Bei Voruntersuchungen zur Sanierung des Berufskollegs Olsberg sind im dritten Geschoss des Stammgebäudes hochkonzentrierte Asbestplatten entdeckt worden. Der Kreis hat die Etage umgehend gesperrt. Zwei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres müssen für rund 300 Schüler und etwa 50 Lehrer alternative Räume gefunden werden.

Bei dem kontaminierten Material handelt es sich um die Brandschutzdämmung der Stahlträger, mit denen das in den 60er Jahren errichtete Gebäude später aufgestockt wurde. Die Träger befinden sich vorrangig in den Wänden, stehen aber nach Angaben des Schulträgers aber auch als Pfeiler frei im Raum.

Letzte Raumluftuntersuchung in 2012 ohne Befund

Betroffen ist nur das dritte, in Stahlbauweise errichtete Geschoss. Der Rest des Gebäudes sei zuvor in Stahlbeton-Ausführung erfolgt, so HSK-Sprecher Jürgen Uhl. Unterschied laut Auskunft des Kreises: Stahlbeton fällt in die Brandschutzklasse F90 (d.h., der Brandschutz ist für 90 Minuten gesichert), die dritte Etage besitzt dagegen nur die Brandschutzklasse F0 (feuerbeständig bis maximal 30 Minuten).

In der vergangenen Woche hatte das Hygieneinstitut des Ruhrgebiets (Gelsenkirchen) den Hochsauerlandkreis über den Befund informiert. Die Platten enthalten sogenannten „schwach gebundenen Asbest“, wie Sebastian Bien, Diplom-Umweltwissenschaftler, gegenüber der WP sagte - und das ist die gefährliche Verarbeitungsweise der ehemaligen Wunderfasern. Denn sie enthält in der Regel besonders hohe Asbestkonzentrationen und die werden auch leichter freigesetzt.

Eine 2012 vorgenommene Raumluft-Untersuchung des Gebäudes, so betont der HSK-Sprecher gegenüber der WP, habe keine Auffälligkeiten ergeben.

5,4 Millionen Euro schweres Sanierungspaket

Das Thema Asbest habe in der ganzen Sanierungs-Debatte keine Rolle gespielt, sagt der Vorsitzende des Kreisschulausschusses, Hans-Walter Schneider (SPD, Siedlinghausen). Im März vergangenen Jahres hatte der Kreistag beschlossen, die ursprünglich für die Sanierung des Berufskollegs Meschede vorgesehenen Mittel nach Olsberg zu verlagern. Das sei aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Diskussion um die künftige Gestaltung der Bildungsgänge an dem Berufskolleg in der Kreissstadt erfolgt. In Olsberg dagegen, so Schneider, „ändert sich ja nichts“.

Das Sanierungspaket hat ein Volumen von rund 5,4 Millionen Euro. Der Löwenanteil entfällt dabei mit 3,6 Millionen Euro auf Zuschüsse aus dem Kommunalinvestitionsprogramm, 1,8 Millionen Euro erhält der Kreis aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“.

In der kommenden Woche lässt der Hochsauerlandkreis neue, umfangreiche Raumluftmessungen vornehmen. Mit der weiteren Analyse sei bewusst nicht das kreiseigene Gesundheitsamt betraut worden, sondern ein unabhängiger Gutachter, so der HSK-Sprecher weiter. Dabei handelt es sich um Prof. Gerhard Wiesmüller, den Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Köln. „Im Lauf der 35. Kalenderwoche“ sei mit den Ergebnissen zu rechnen.

Größte Schule im HSK

Dann hat das neue Schuljahr bereits angefangen. Für das Berufskolleg heißt das: Es fallen neun Klassenräume, zwei Werkräume, Labore sowie Lehrer- und Vorbereitungsräume aus. Bei allem Ungemach: „Der Schulbetrieb ist gesichert“, betont Kreis-Sprecher Uhl.

So habe bereits die Stadt Olsberg in ihrer nahegelegenen Sekundarschule vier Räume zur Verfügung gestellt, zudem könne in die ehemalige PTA-Lehranstalt ausgewichen werden. Und wie Schulleiter Volker Dietrich zur WP sagte, soll auch das mit Trennwänden unterteilbare Forum im Gebäude 9 für Unterricht genutzt werden.

Stundenplan-Planer arbeitet „mit Hochdruck“

Der Stundenplan-Planer des Berufskollegs, so Dietrich, habe sich bereits „mit Hochdruck“ an die Arbeit gemacht. Das Berufskolleg Olsberg ist mit rund 2400 Schülern die größte Schule des Hochsauerlandkreises. Der Kreis geht davon aus, dass der Asbestbefund den Sanierungsfahrplan verzögern wird. Umgehend, so HSK-Sprecher Uhl, würden deshalb Gespräche aufgenommen, damit keine Fristen für die Verwendung der Zuschüsse verfallen.

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