Comedy

Atze Schröder spricht in Olsberg über „Echte Gefühle“

Atze Schröder bereitet sich auf seine neue Deutschland-Tournee vor und spielt dafür auch in im Sauerland zum Testen des Materials

Atze Schröder bereitet sich auf seine neue Deutschland-Tournee vor und spielt dafür auch in im Sauerland zum Testen des Materials

Foto: Boris Breuer

Olsberg.  Der Comedian testet sein neues Programm in Olsberg. Dabei liefert er nicht nur eine Abrechnung mit sich, sondern auch mit Kollegen.

„Echte Gefühle“ so heißt das neuste Programm von Comedian Atze Schröder mit dem er jetzt in der Olsberger Konzerthalle zu Gast war und vor einem ausverkauften Haus die Menge mit flotten Anekdoten begeisterte. Kein Wunder, denn ihm eilt der Ruf voraus, stets Klartext zu reden und die Sprache vom Otto-Normalverbraucher zu sprechen. So kennt ihn das Publikum, zumindest aus dem Fernsehen und da weiß man, was kommt. Eben Atze pur.

Dabei war das an diesen späten Sonntagnachmittag eigentlich nur eine Preview-Veranstaltung, eine Generalprobe für die große Deutschland-Tournee. Da soll alles noch ein wenig improvisiert sein. Doch davon war wenig zu merken, vielleicht mal der eine oder andere Blick aufs Konzept auf dem Stehtisch, was allerdings die Wenigsten überhaupt mitbekamen.

Comedian beschäftigt sich mit der Region

Wie schon bei früheren Auftritten, hatte sich Atze Schröder glänzend auf den Abend in Olsberg vorbereitet. Er wusste, wo die Stadt liegt und dass Willingen mit seinem Sauerland-Stern gleich um die Ecke liegt. Jenem Hotel in dem angeblich der Kreisverkehr erfunden wurde. Auch an Nuttlar hatte er einen Narren gefressen, warum auch immer. Oder war es doch der Name? Bei Atze weiß man nie. Dazu kam besonders gut an, dass er sein Publikum immer wie in seine Show einbezog und auf die Kommentare aus den Zuschauerreihen einging.

Heutzutage ist alles Turbo

Wenn man ihm glauben darf, ist heute alles Turbo, der Kapitalismus, die Telekommunikation, der Sex und auch die Gesundheit. Hier hatten es ihm die Urologen angetan, über die er so gern in seinen nicht ganz jugendfreien Witzen herziehen konnte. Nicht gerade erbaut war er über die Tatsache, dass man auch bei Comedy längst nicht mehr alles sagen darf.

Schnell in die rechte Ecke gestellt zu werden, sei ein ziemlich schmaler Grat. Dagegen bewege man sich bei der hohlen Selbstdarstellung einer Veganerin aus Limburg, die das Glockenspiel eines bekannten Kinderliedes verbieten wollte, nicht auf so dünnem Eis. Ausgerechnet Limburg, wo man sich gerade vom Skandal um das swingerclubähnliche Palais eines Bischofs mit einer goldenen Badewanne (mit Platz für 12 Messdiener) erholt hatte. Da brauchte der legendäre Sprücheklopfer gar nicht groß animieren und aus mehr als 1000 Kehlen erschall: „Fuchs du hast die Gans gestohlen!“

Mancher Witz braucht ein bisschen Zeit

Manchmal fiel beim Publikum der Groschen auch später, meist, wenn eine zusätzliche Pointe erst hinter dem Komma kam. Aber dann, war da Gelächter umso größer. Sicherlich bewegte sich beim zweistündigen Auftritt so manches im Mittelfeld, aber schlimmer als im Fernsehen war es auch nicht. Alles in allem für die heutige Zeit vertretbar, es sei, man ist doch zu zart besaitet.

Das durften auch seine Kollegen aus dem Comedygeschäft nicht sein, die bekamen reihenweise ihr Fett ab. Aber „Turbo“ ist Atze Schröders ganz persönlichstes Programm – eine Art Abrechnung mit sich und seiner Umwelt und der Erkenntnis: „Statussymbole ersetzen keine anständige Gesinnung. Ein Manifest des Guten“, wie es auf seiner Homepage heißt, das an diesem Sonntagabend gut rüberkam und das Publikum begeisterte. Atze ist eben Atze.

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