Landwirtschaft

Auch Bauern aus Marsberg sorgen bei Demo für Chaos in Bonn

Diese Marsberger Landwirte fuhren zur Demo nach Bonn.

Diese Marsberger Landwirte fuhren zur Demo nach Bonn.

Foto: Privat / WP

Marsberg/Bonn.  Bundesweit demonstrieren Bauern gegen das Agrarpaket. Auch Landwirte aus Marsberg sind nach Bonn gefahren. Ihr Konvoi wurde immer länger.

Bundesweit haben sich am Dienstag die Bauern organisiert und gemeinsam demonstriert gegen das Agrarpaket und für mehr Gehör und Gesprächsbereitschaft seitens der Politik. Darunter auch sieben Landwirte aus dem Stadtgebiet Marsberg.

Mit Traktoren, Bussen und Autos haben sich die Bauern bundesweit auf den Weg gemacht zu den Demos in elf Städten in ganz Deutschland. Die Hauptkundgebung fand um 11 Uhr auf dem Münsterplatz in Bonn statt. Um 10 Uhr waren die Marsberger Bauern in Bonn angekommen. „Hier geht auf den Straßen nichts mehr“, sagt Hubert Bohle, Milchbauer aus Marsberg-Heddinghausen im Handytelefonat mit der WP.

Aus sieben Traktoren wurden um 4 Uhr morgens 250 Trecker

Mit 1.000 demonstrierenden Bauern hatte die Bewegung „Land schafft Verbindung“ gerechnet. Sie hatte zu der Demonstration aufgerufen und sie organisiert. Mehr als 2.500 Landwirte allein waren in Bonn, dem Sitz des Landwirtschaftsministeriums, aufgeschlagen.

Montagnacht um 23 Uhr haben sich die Marsberger Bauern mit ihren Traktoren auf den Weg über die Landstraße nach Bonn gemacht. In Korbach haben sich sechs Kollegen angeschlossen. Hubertus Bohle: „Unterwegs haben sich uns immer weitere Landwirte angeschlossen. Gegen 4 Uhr in der Früh waren wir bereits 250 Traktoren.“

Kein Krawall wie vergangene Woche in Holland geplant

Es soll eine friedliche Demonstration sein. „Wir wollen keinen Krawall schlagen, so wie vergangene Woche in Holland geschehen“, sagt Hubertus Bohle. „Wir wollen, dass man uns zuhört, dass nicht über unsere Köpfe hinweg entschieden wird.“ Auf dem Münsterplatz überreichen die Bauern den Verbrauchern Obst und Gemüse und einen Flyer, in dem sie ihre Anliegen erklären.

Die Bauern sehen sich von der derzeitigen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik gegängelt. „Immer mehr Auflagen machen uns das Leben schwer“, sagt Hartmut Schröder, Landwirt aus Erlinghausen. Er hat für die demonstrierenden Marsberger Landwirte die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. „Bemerkenswert“ findet er, dass sich der Bewegung „Land schafft Verbindung“ in kürzester Zeit 30.000 Menschen auf facebook angeschlossen haben.

Die Kritik: Bäuerliche Familienbetriebe gefährdet

Zu ihren Anliegen gehört und das soll bei der Demonstration nach außen getragen werden, dass das Agrarpaket bäuerliche Familienbetriebe gefährdet. Hartmut Schröder: „Wir wollen sie erhalten.“ Die Verschärfung der Düngeverordnung führe zu Unterdüngung. Schröder: „Wir wollen vor allem nicht länger der Buhmann der Politik und weiterer Organisationen sein.“

Die permanente negative Stimmungsmache, führe zu Ärger und Frustration im Berufsstand. Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Angehörigen gehöre zur Tagesordnung. „Das gefährdet die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raumes“, so formuliert es auch die Bewegung in ihrem Flyer.

Der Ärger: Permanent negative Stimmung gegen Bauern

„Besonders ärgerlich“, findet Schröder das Mercosur-Handelsabkommen. „Durch Billigpreise importierte Waren gefährden die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region.“

Hubertus Bohle: „Wir fordern Verhandlungsgespräche zwischen Landwirten, den beiden Bundesministerinnen für Landwirtschaft sowie Umwelt, Julia Klöckner und Svenja Schulze, sowie den führenden und verantwortlichen NGO`s.“

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