Stadtumbau

Aus Krankenhaus-Brache Olsberg soll neues Quartier werden

Verwaistes Krankenhausgelände, obere Sachsenecke, Olsberg.

Verwaistes Krankenhausgelände, obere Sachsenecke, Olsberg.

Foto: Sonja Funke

Olsberg.   Wo jetzt noch das verfallende ehemalige Krankenhaus Olsberg steht, soll ein 5100 Quadratmeter großer Bereich „Gesundheit/Soziales“ entstehen.

Ein erster Schritt zur Umgestaltung des Krankenhaus-Geländes und der oberen Sachsenecke ist gemacht. Der Rat Olsberg hat am Donnerstag einstimmig die Vergabeverfahren verabschiedet. Mehr und mehr verwaiste das Gelände inklusive der Gebäude in den vergangenen Jahre, die Stadt hatte es vor einiger Zeit erworben.

Die Ausschreibung

„Entwicklung des Alten Krankenhauses Olsberg - Eine neue Mitte im Quartier“ hat die Verwaltung die Vorlage benannt. Wie diese aussehen könnte, das hängt auch von Investoren ab, die noch gefunden werden müssen. Festgelegt ist durch Machbarkeitsstudie, Konzept und Förderung aber, dass es die Bereiche „Gesundheit und Soziales“ und „Wohnen“ geben wird. Außerdem sollen die Gebäude nicht höher als zwei- bis dreigeschossig sein. Am Donnerstag hat der Rat Olsberg als ersten Schritt die Grundstücksvergabeverfahren beschlossen.

Während es zum Kernbereich Gesundheit und Soziales einen europaweit ausgeschriebenen Teilnehmerwettbewerb geben soll, wird der Bereich Wohnen örtlich und regional ausgeschrieben.

Der Kernbereich

„Der Städtebauförderbescheid der Bezirksregierung Arnsberg vom 16.11.2018 beinhaltet neben der Umgestaltung des Kirchenumfeldes Olsberg die Neugestaltung der oberen Sachsenecke.

Hier handelt es sich um das ehemalige Krankenhausgrundstück Olsberg einschließlich einer neuen Zufahrt zur Grund- und Sekundarschule“, so die Verwaltung in der Vorlage.

Das erste Konzept

Ideen im Konzept: Altersgerechte Wohnformen mit teilweise niederschwelligem Pflegeangebot (z.B. Betreutes Wohnen, Wohngruppen Demenzkranker,Tages- und Kurzeitpflege), Ambulanter Pflegestützpunkt mit Einbindung von Ärzten und Physiotherapeuten, ergänzende Angebote zur Rehabilitation, ein Ärztehaus/medizinisches Versorgungszentrum, ein Mehrgenerationen-Campus mit entsprechend gestalteten Außenanlagen und Infrastruktur.

Erst einmal umfasst der Bereich 5100 Quadratmeter, zukünftige Investoren könnten aber auch aus dem südlichen und nördlichen Bereich etwas hinzuerwerben. „Wir hatten Anfang 2018 schon einmal mit sechs ersten Interessenten Gespräche, aber das Investitionsvolumen mit rund 5,5 Mio. Euro bedingt eine europaweite Ausschreibung, die wir durch ein Büro begleiten lassen“, so der Bürgermeister.

Der Bereich Wohnen

Der zweite Bereich ist mit „Wohnen“ überschrieben - und wird sich mit einer Größe von ca. je 3000 Quadratmetern nördlich und südlich des ehemaligen Krankenhausgrundstückes befinden - einmal oberhalb der Zufahrt zur Grund- und zur Sekundarschule, einmal hinter der neuen Rettungswache. Hier gestaltet sich das Vergabeverfahren einfacher, die Stadt schreibt regional aus, Interessenten können sich melden. Allerdings: Wer hier bauen will, muss erst abwarten, was in die Mitte kommt. Denn: „Die derzeitigen zeitlichen Vorstellungen gehen davon aus, dass zunächst der Gebäudeabriss des alten Krankenhauses sowie die Geländeherrichtung und die Erschließung abgeschlossen sein sollten, bevor diese Grundstücke veräußert werden können (voraussichtlich Ende 2020/Anfang 2021)“, so die Verwaltung.

Der potenzielle Investor

Maßgeblich ist also das, was ein - hoffentlich schnell gefundener - Investor und (so will es auch die Förderung) Betreiber möchte. Dass er sich an das Konzept zu halten hat, soll im Kaufvertrag mit geregelt werden. Aber auch gestalterische Freiräume sollen bleiben. Das gilt auch für die Nutzung von bestehenden Gebäudeteilen des ehemaligen Krankenhauses.

Einig waren sich alle Ratsmitglieder, dass unbedingt auch auf ökologische Aspekte geachtet werden sollte. „Diese könnten ja zum Beispiel auch später bei der Auswahl einen Ausschlag geben“, so Fischer. Eine dafür zuständige Kommission mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und dem Ingenieurbüro wurde am Donnerstag bereits gebildet.

Stimmen zum Umbau im Rat gab es folgende:

Rudolf Przygoda, SPD: „Man wird einen Verkehrsplan brauchen, wenn zum Beispiel mehr Anwohner über den Mühlhofweg abfahren.“

Burkhard Stehling, CDU: „Es wird ein interessantes Verfahren über einen zweistufigen Teilnehmerwettbewerb und ich hoffe, dass ein gutes Ergebnis herauskommt.“

Karl-Heinz Weigand, Bündnis 90/Die Grünen: „Konzepte sollten sich an Nachhaltigkeit orientieren, vielleicht ist es sogar möglich, dass sich dieser Bereich komplett autark versorgt, etwa über Passivhäuser.“

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