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Ausbildungsbörse für Brilon und Olsberg lockt 900 Schüler

Voller Haus in der Briloner Schützenhalle. Die erste gemeinsame Ausbildungsbörse der Nachbarstädte Brilon und Olsberg war ein Publikumsmagnet.    

Voller Haus in der Briloner Schützenhalle. Die erste gemeinsame Ausbildungsbörse der Nachbarstädte Brilon und Olsberg war ein Publikumsmagnet.    

Foto: Ramona Richter

Brilon.  Infos zu Ausbildungen lieferten 105 Aussteller. Städte organisierten die Messe zum ersten Mal. Ein Option: Speed-Dating für Lehrstellen.

Fast 900 Schüler stürmten am Donnerstagmorgen die Schützenhalle in Brilon. Grund war die Ausbildungsbörse, die zum ersten Mal von den Städten Brilon und Olsberg gemeinsam veranstaltet wurde. Den ganzen Tag über informierten 105 regionale Aussteller aus den verschiedensten Berufsspaten über 150 verschiedene Ausbildungsberufe.

„Vor zehn Jahren hätten nicht so viele Firmen zugesagt. Früher gingen die Bewerber auf die Firmen zu, heute werben die Firmen in den Schulen, um genügend Lehrlinge zu bekommen“, sagte Mitorganisator und Wirtschaftsförderer Oliver Dülme.

Unternehmen suchen auch stark nach Lehrlingen

Aber nicht nur kleine Firmen seien betroffen, sondern auch größere Unternehmen beklagen einen Rückgang der Bewerberzahlen. „Wir sind nicht die Boom-Region. Klar, eine Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent ist toll, aber auch schwierig für die Unternehmer“, sagte der Olsberger Bürgermeister Wolfgang Fischer. „Wir haben in Brilon und Olsberg einige Weltmarktführer, wo die Auszubildenden bereits während der Ausbildung die Chance auf Auslandserfahrungen haben. Die meisten der Schüler wissen dies nur nicht, daher möchten wir sie auf der Messe informieren.“

Während sich viele der Besucher an den verschiedenen Ständen über mögliche Ausbildungsplätze informierten, konnten einige von ihnen sich in einem . Gibt es derzeit einen Trend im Ausbildungsbereich?

Mehr Mädchen als Jungen bei Rembe

„Die kaufmännischen Berufe laufen im Moment echt gut. Allerdings fehlen im handwerklichen Bereich und in der Pflege immer noch Lehrlinge“, sagte Dülme. Auch auf der Messe bestätigten einige Aussteller diese These. „Im kaufmännischen Bereich haben wir keine Probleme, Nachwuchs zu finden. Im gewerblichen Bereich leider schon, da haben wir derzeit noch zwei Lehrstellen für die kommende Saison frei“, sagte Dominik Ester, gewerblicher Ausbildungsleiter bei Centroplast.

Doch die Messe offenbarte auch einige Überraschungen. „Bei uns kommen aktuell mehr Mädchen als Jungen und viele der Mädchen wollen in die Produktion“, berichtete Nina Loesmann von der Briloner Firma Rembe. Den Rückgang der Bewerbungen sieht sie jedoch nicht nur im Handwerk, sondern allgemein im Ausbildungsbereich der Region. „Es ist gut, zu studieren oder woanders seine Ausbildung zu machen. Aber es ist auch wichtig, wieder zurückzukommen“, betonte Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer bei der Begrüßung.

Lieber in der Heimat bleiben

Auch für viele jugendliche Besucher der Messe war das Regionale ein wichtiger Aspekt. „Hier habe ich meine Familie und meine Freunde. Ich würde lieber in meiner Heimat eine Ausbildung beginnen“, sagte Lena Heider. Viele ihrer Mitschüler wollen ebenfalls die Chance in der Heimat nutzen.

„Man darf natürlich auch nicht vergessen, dass einige der Auszubildenden erst 16 Jahre alt sind und noch zu Hause wohnen“, sagte Dominik Ester von Centroplast. Dass auf der Messe dennoch der Wunsch nach einem handwerklichen Beruf häufig war, dürfte viele Aussteller freuen. Die Resonanz der Aussteller und vor allem der Besucher war sehr positiv.

Zweite Ausbildungsbörse der Art in 2019 möglich

Vielleicht wird es auch im kommenden Jahr eine gemeinsame Ausbildungsbörse der Städte Brilon und Olsberg geben. „Es ist einfacher, die Schüler an einen Ort zu bringen, als 105 Aussteller in die verschiedenen Schulen. Wir sind eine Region und wir sind eine Wirtschaft“, betonte Bürgermeister Fischer.

Seit Anfang des Jahres gibt es eine neue Homepage der Ausbildungsbörse (www.ausbildungsboerse-bo.de) Brilon/Olsberg, wo sich Schülerinnen und Schüler über verschiende Ausbildungsberufe und freie Lehrstellen informieren können.

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