Rat Hallenberg

Ausgrabungen am Burghof in Hallenberg werden gekennzeichnet

Schülergruppe bei der Besichtigung der Ausgrabungen Burgplatz Hallenberg

Foto: Rita Maurer

Schülergruppe bei der Besichtigung der Ausgrabungen Burgplatz Hallenberg Foto: Rita Maurer

Hallenberg  Der Rat Hallenberg stimmten den Vorschlägen zur Burgplatzgestaltung zu. Auf Stellen der Burgreste sollen eigene Bodenelemente hinweisen.

. „Wie geht es nun mit unserem Burgplatz weiter?“ Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur den Hallenberger Stadtrat, sondern auch viele Bürger – wie man am Donnerstabend an den voll besetzten Zuschauerreihen in der Ratssitzung sehen konnte.

Von Mitte Juli bis Anfang September haben auf dem Burgplatz im Vorfeld der geplanten Neugestaltung archäologische Grabungen stattgefunden, bei denen überraschend viele Mauerreste und eine Treppe entdeckt wurden (wir berichteten). Grabungsleiterin Maya Stremke und Dr. Hans-Werner Peine vom LWL stellten im Kump nun die Funde und bisherige Erkenntnisse vor. Noch laufen die wissenschaftlichen Untersuchungen der rund 2000 Fundstücke, aber es lässt sich jetzt schon sagen, dass die Hallenberger Burganlage Mitte des 13. Jahrhunderts in Form von mehreren stabilen Häusern auf Grauwacke-Fundamenten mit Fachwerkwänden und Schieferdächern gebaut wurde und wohl Ausmaße hatte, die sich vom heutigen Burgplatz bis hin zu den Straßen „An der Mauer“ und „Nothelferweg“ erstreckten.

Zeugnisse für die Stadtgründung

Die Ausgrabungen bestätigen durch entsprechende Keramik-, Brand- und Knochenreste vom Zeitraster her die Annahmen, dass Hallenberg um 1231 gegründet wurde, 1288 durch die Auswirkungen der Schlacht bei Worringen abbrannte und um 1300 wieder aufgebaut wurde. Die Burg-Gebäude wurden einige Jahrzehnte später wieder zerstört.

Weitere Frage im Raum: „Warum können die jetzigen Funde nicht oberirdisch erhalten werden?“ Dr. Peine machte deutlich, dass aufgrund der Beschaffenheit der Mauerreste eine frostsichere Konservierung nur mit einem unverhältnismäßig hohen Kostenaufwand möglich sei. Die Mauern seien nur deshalb noch so gut erhalten, weil sie Jahrhunderte lang von Erde bedeckt und nicht der Witterung ausgesetzt waren. Die Fundstellen sind daher mit einem Spezial-Vlies abgedeckt und mit Splitt verfüllt worden. Auf diese Weise können sie in Zukunft mit vergleichsweise wenig Aufwand wieder ausgegraben werden, falls es neue Konservierungsmöglichkeiten gäbe.

Hoher geschichtlicher Wert, darum Kennzeichnung

Da die Grabungsfunde für Hallenberg von hohem geschichtlichen Wert sind, sollen sie jedoch nun auf jeden Fall in das Gestaltungskonzept für den neuen Burgplatz eingebunden werden. Architektin Dorina Stein und ihr Team haben daher die bereits vor den Grabungen erstellten Pläne umgearbeitet und vorgestellt. An den Stellen, unter denen die tatsächlichen Burgreste liegen, werden aus Naturstein Sitzmauern und Bodenelemente in Form der Funde gebaut. An Findlingen angebrachte Infotafeln informieren mit Texten und Fotos über diese Stellen und könnten auf eine zukünftige Ausstellung der mobilen Fundstücke im Kump oder Rathaus hinweisen. Die Ecken der ehemaligen Burgmauern sollen zudem mit Lichtinstallationen betont werden. Die entdeckte Treppe wird ebenfalls durch Bodenlichter angedeutet.

Konservierung wäre zu aufwändig

Der ursprünglich angedachte Ansatz des Hexenturms fällt weg, da sich zwischenzeitlich neue Erkenntnisse ergeben haben, dass er nicht am Burgplatz, sondern etwas entfernt gestanden hat. Weitere Elemente wie die Ziegenecke, der Hopfengarten oder der Treppenaufgang zur über 150 Jahre alten Friedenseiche bleiben unverändert. Eventuell soll das benachbarte historische Backhaus mehr eingebunden werden, wenn der Kostenrahmen dies hergibt.

Förderantrag wird wegen Grabungen neu gestellt

À propos Kostenrahmen: Für die bislang geplanten Baukosten von 180 000 Euro hatte das Land NRW eine Förderung von 117 000 Euro zugesagt. Durch die Grabungen und Probleme bei der ursprünglichen Ausschreibung konnte der Plan, den Burgplatz bis zum November fertig zu haben, nicht eingehalten werden. Nun muss bis zum 10. November ein neuer Förderantrag gestellt werden. Die genauen Baukosten nach der Planänderung müssen noch überschlagen werden, sollen sich aber in etwa im bisher angedachten Rahmen bewegen. Ziel ist, noch in diesem Jahr eine neue Ausschreibung zu versenden, damit die Bauarbeiten im kommenden Frühjahr starten können. Die Ratsmitglieder stimmten den Vorschlägen von Dorina Stein daher zu, Detailänderungen sind weiterhin möglich.

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