Arbeitsplätze fallen weg

Autozulieferer Küster schließt sein Werk in Züschen

Der Trend zur E-Mobilität und die damit verbundenen Umwälzungen in der Branche sind laut Küster Holding der Grund, den Unternehmensstandort in Züschen zu schließen.

Der Trend zur E-Mobilität und die damit verbundenen Umwälzungen in der Branche sind laut Küster Holding der Grund, den Unternehmensstandort in Züschen zu schließen.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Züschen.  Die Zukunft der insgesamt 107 Küster-Mitarbeiter am Standort Züschen ist unklar. Das Unternehmen hält sich auf Nachfrage bedeckt.

Schlechte Nachrichten für Züschen: Die Küster Holding wird ihren Standort im Dorf schließen. Das bestätigte der Automobilzulieferer mit Stammsitz im hessischen Ehringshausen auf Anfrage der Presse.

Konkrete Nachfragen, so zum genauen Zeitpunkt der Schließung und zur Frage, ob die betroffenen Mitarbeiter Arbeitsplätze an anderen Unternehmensstandorten angeboten bekommen – zu all dem wollte sich die Unternehmensleitung am Dienstag nicht äußern.

Außerordentliche Mitarbeiterversammlung

Erst „in zwei bis drei Wochen“ so eine Unternehmenssprecherin, werde man konkrete Fragen beantworten können. Auf Nachfrage war lediglich zu erfahren, dass am Standort Züschen derzeit 107 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Mitarbeiter bekamen die Hiobsbotschaft in einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung am vergangenen Mittwoch, 19. Juni.

Laut WP-Informationen war auch diese allerdings äußerst knapp gehalten; Fragen der Mitarbeiter sollen dabei nicht zugelassen gewesen sein.

Auch in der Zentrale fallen Stellen weg

Neben der Schließung der Standorts Züschen sollen 2019 und 2020 weitere 120 Stellen in der Zentrale in Ehringshausen abgebaut werden. Dort wolle man den Stellenabbau „sozialverträglich gestalten“.

Als Grund für die Schließung gibt Küster in einer allgemein gehaltenen Presseerklärung die Umwälzungen im Automobilsektor an. Durch die Neuausrichtung des Marktes in Richtung E-Mobilität sei es nötig, „die Produkttiefe zu bereinigen und die Zahl der Standorte und des Personals anzupassen.“

Die „dramatisch veränderten Rahmenbedingungen“ beträfen alle Automobilhersteller und ließen Zuliefererfirmen wie Küster „wenig Spielraum für eigene Gestaltung.“

Weltweit aktive Firmengruppe

Der Automobilzulieferer ist weltweit aktiv: Nach Unternehmensangaben gehören zur Firmengruppe 3000 Mitarbeiter in 18 Unternehmen in Europa, Asien und Amerika. In Deutschland ist Züschen der einzige Standort neben der Zentrale. 1955 hatte die Firma einen stillgelegten Betrieb im Dorf übernommen; 15 Mitarbeiter zählte der Standort in den Anfangsjahren. Damals wurden in dem Werk hauptsächlich Betätigungszüge gefertigt, heute sind an den deutschen Standorten laut Firmenangaben Entwicklungs- und Testabteilung untergebracht. Die Produktion selbst ist an internationale Standorte ausgelagert.

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