Sauerland-Herbst

Bei den „German Open“ in Brilon geht es auch um Taktgefühl

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Blecherne Trichter und dicke Backen. Das Brass-Festival „Sauerland-Herbst“ wartet im Oktober mit einigen Überraschungen auf.

Blecherne Trichter und dicke Backen. Das Brass-Festival „Sauerland-Herbst“ wartet im Oktober mit einigen Überraschungen auf.

Foto: Thomas Winterberg / WP

Hochsauerland.  Nein, es geht nicht um Tanzen, Golf oder Tennis. Die „German Open“ feiern in Brilon Premiere. Der Wettbewebs-Gewinner hat mehr als nur Taktgefühl.

Abgeblasen! Im vergangenen Jahr musste der „Sauerland-Herbst“ vorzeitig beendet werden. Die Corona-Lage machte dem Brass-Festival einen Strich durch die Rechnung; drei Konzerte fielen aus. Aber vom 1. bis 30. Oktober wird jetzt wieder angeblasen. „Wir pflegen unseren Optimismus und freuen uns darauf, das Festival in großer Verantwortung gegenüber Künstlern und Publikum zu veranstalten“, sagt der künstlerische Leiter, Prof. Thomas Clamor.

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Karten sind gut gefragt

Der Kartenvorverkauf für die 20 Konzerte mit internationalen Stars der Blechbläser-Szene ist gut angelaufen. Da niemand die Pandemie-Entwicklung vorhersehen konnte, wurden die Karten zunächst in der Reihenfolge der Bestellungen reserviert. Jetzt werden die ersten Buchungen fest und kostenpflichtig. „Momentan halten wir bei den Sitzplänen noch die Abstände nach dem Schachbrettmuster ein. Es kann aber durchaus sein, dass Kapazitäten kurzfristig erhöht werden. Daher lohnt es auf jeden Fall, sich für sein Wunschkonzert Karten zu reservieren oder sich auf die Warteliste setzen zu lassen“, rät Prof. Clamor.

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Das Programm kann sich wahrlich sehen lassen. Es spiegelt u.a. auch die Philosophie des Festivals wider, immer wieder neue Zuhörer für das Genre Blechblasmusik zu begeistern. Die neue Kooperation mit dem Deutschen Brass Band Verband kommt dieser Zielsetzung zugute. Denn mit den „German Open“ findet zum ersten Mal in Deutschland unter dem Dach des Sauerland-Herbstes ein internationaler Brass-Band-Wettbewerb statt. „In anderen Ländern wie England genießen diese Wertungsspiele eine lange Tradition und Wertschätzung. Für Deutschland ist das eine spannende Premiere, weil sich hier verschiedene Formationen unterschiedlicher Leistungsstufen untereinander messen“, erklärt Thomas Clamor.

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Großer Wettbewerb in Brilon

Die German Open finden am 23. und 24. Oktober im Gymnasium Petrinum statt. Zwölf Brass-Bands aus ganz Europa stellen sich einer dreiköpfigen Jury und spielen nacheinander Pflicht- und Wahlstücke. Dabei geht es nicht nur um Kreativität und Technik. „Unterhaltung und Anspruch gehen da Hand in Hand“, sagt Thomas Clamor, der einer der Juroren sein wird. Die Wertungsspiele sind öffentlich und kostenpflichtig. Höhepunkt ist eine Gala samt Preisverleihung am Sonntag mit der vielfach preisgekrönten „Festival Brass Band“ aus Belgien. Diese Ausnahmeformation gewann die Dutch Open 2019 und sicherte sich die belgische Vizemeisterschaft in den vergangenen drei Jahren.

Die große Kartennachfrage ist für Prof. Thomas Clamor mit ein Indiz dafür, dass sich die Menschen nach Kultur und guter Unterhaltung sehnen. Auch glaubt er nicht, dass Corona langfristig eine Spaßbremse für die Musikvereine sein wird. „Man merkt schon – auch bei den Anmeldungen für die Workshops in Bad Fredeburg, wo wirklich ein hervorragendes Hygienekonzept umgesetzt wird – eine gewisse Zurückhaltung. Die Musiker fragen sich natürlich, wie nahe komme ich dem oder der anderen. Ich versuche mir jedoch meinen Optimismus zu bewahren. Anfangs wird Zurückhaltung herrschen. Aber wer einmal wieder angefangen hat, findet auch zum Spaß daran zurück.“

Meinolf Kahrig, selbst ausgebildeter Musiklehrer, Besitzer der „musicworld brilon“ und mit Thomas Clamor befreundet, hatte im Frühjahr in einem Gespräch mit unserer Zeitung die Sorge geäüßert, dass in den Musikvereinen durch Corona die „Nahrungskette unterbrochen“ und ein Wiederanfang nicht so einfach sei. Diese Ansicht teilt Clamor nur bedingt: „Um in dem Bild zu bleiben: wenn den Musikern gute Nahrung vorgesetzt wird, kommt auch der Appetit wieder und dann wird auch wieder gegessen.“

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„Venezuelan Brass“ reist nicht an

Wie immer ist es den Sauerland-Herbst-Machern ein Bedürfnis, im möglichst allen Stadtgebieten des HSK mit einer Veranstaltung präsent zu sein. Den Auftakt am 1. Oktober in Meschede solle eigentlich „Venezuelan Brass“ in der Abtei Königsmünster machen. Die Gruppe, die eine größere Tournee mit dem Abstecher im Sauerland verbunden hätte, wird wegen der Pandemie nicht anreisen. Auch die „Deutsche Jugend Brass Band“ hat coronabedingt abgesagt. Für sie kommt das „Mannheim Brass Quintett“ am 19. Oktober nach Ramsbeck. Ansonsten bleibt es beim Konzertprogramm, das man www.sauerland-herbst.de einsehen kann.

Tickets und weitere Infos unter 0291 941800 oder per Mail an sauerland-herbst@hochsauerlandkreis.de oder unter www.sauerland-herbst.de

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