Gartenserie

Beim Gärtnern in Olsberg-Antfeld geht es hoch hinaus

Maja und Max schauen, welche Fortschritte die Pflanzen in ihrem Hochbeet machen.

Maja und Max schauen, welche Fortschritte die Pflanzen in ihrem Hochbeet machen.

Foto: Laura Baer

Antfeld.   Für WP-Gartenserie „Der grüne Daumen“ erklärt Experte, wie ein Hochbeet funktioniert. Sortenwahl und Pflanzzeitpunkt sollten wohl überlegt sein.

Kohlrabi, Brokkoli, Erdbeeren und Möhren: in ihrem neuen Hochbeet haben Maja und Max mit ihren Eltern all das angepflanzt, was ihnen richtig gut schmeckt. Während die Kohlrabi-Pflänzchen schon groß geworden sind, trauen sich die Möhren nur mit kleinen, feinen Trieben aus der Erde. Und was ist das? In der lockeren Erde wuseln kleine Fliegen umher. Ob die Familie beim Anlegen und Bepflanzen des Hochbeets wohl alles richtig gemacht hat? Jannis Meckelburg, Geschäftsführer des Gartencenters Meckelburg, erklärt Maja und Max, was sie bei einem Hochbeet beachten müssen.

Zeitpunkt

Unsere Hobbygärtner haben ihr Hochbeet im Herbst angelegt...


Grundsätzlich kann ein Hochbeet das ganze Jahr über angelegt werde. „Am sinnvollsten im Frühjahr oder Herbst“, sagt Jannis Meckelburg. Dann fallen Schnittgut und Ernteabfälle an – gut zu gebrauchen, wenn es um das Befüllen des Hochbeets geht.

Standort

Bei Maja und Max steht das Hochbeet in Ost-West-Ausrichtung...


Ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon: Hauptsache, das Hochbeet steht sonnig, am besten mit Nord-Süd-Ausrichtung. Ist der Standort zudem etwas windgeschützt, mit einer Bewässerungsmöglichkeit in der Nähe, steht dem Gärtnern im Hochbeet nichts im Weg. Auch die Nähe zur Küche ist von Vorteil. Bei Maja und Max steht es fast optimal.

Material

Der Papa unserer beiden Nachwuchsgärtner hat das Hochbeet aus dem Baumarkt aufgebaut...


Hobbygärtner können ihr Hochbeet entweder selbst bauen, oder fertig kaufen. „Holz, Metall, Kunststoff, Holzkisten oder Europaletten: Viele Materialien eignen sich für ein Hochbeet“, erklärt Jannis Meckelburg.

Füllung

Maja und Max haben ein Kompost-Erde-Gemisch bei der Firma Stratmann geholt – Material für die unteren Hochbeetschichten kam aus dem Garten...


Bei der klassischen Kompostbefüllung gibt es drei Schichten: „Unten kommt grobes Material rein, zum Beispiel Baumschnitt“, sagt Jannis Meckelburg. Durch diese grobe Schicht, kann Wasser gut abfließen und Luft zirkulieren. „Für die Mitte eignet sich Grünschnitt, also weiche Pflanzenteile oder Gras“, so Meckelburg. Die mittlere Schicht wirkt wärmebindend. Für die obere Schicht bietet sich ein Kompost-Erde-Gemisch an. „In beiden Schichten wandeln Bakterien das organische Material in pflanzenverfügbare Nährstoffe um. Dabei entsteht auch Wärme“, erläutert der Experte.

Bepflanzung

Rucola haben Maja und Max neben Kohlrabi gepflanzt ...beim Rucola hat sich noch nicht so viel getan...


„Alle Gemüse, Kräuter, Beerenobst aber auch Zierpflanzen und Ziergehölze können in einem Hochbeet angepflanzt werden“, sagt Jannis Meckelburg. Wer mit der Ernte Erfolg haben will, sollte nicht einfach drauf los pflanzen, sondern einen Anbauplan erstellen. Sortenwahl und Pflanzzeitpunkt müssen wohl überlegt sein. Pflanzen mit gleichem Licht- und Nährstoffbedarf vertragen sich – „Mischkulturen sind immer gut“, sagt Jannis Meckelburg. Schnittlauch und Petersilie sollten dagegen nicht zu eng nebeneinander gepflanzt werden: „Schnittlauch hat Wurzelausscheidungen, die der Petersilie nicht gefallen“, so Meckelburg, „sie würde sich zurückziehen“. Über das Jahr verteilt sollten Hobbygärtner sich Gedanken über die Fruchtfolge machen: Wird im Herbst Kohl aus dem Hochbeet geerntet, empfiehlt es sich nicht, auf die gleiche Stelle wieder Kohl zu säen. „Kohl ist ein Starkzehrer, deshalb sollte nach der Ernte eher ein Schwachzehrer, zum Beispiel Feldsalat, gepflanzt werden“, erläutert Jannis Meckelburg.

Vorteile

Unsere Nachwuchsgärtner haben ein Plexiglas-Dach über ihrem Hochbeet angebracht...


Vor allem im Sauerland bietet sich ein so genanntes Frühbeet an. „Hier friert es noch im Mai“, sagt Meckelburg. Folie, Vlies oder ein Glasdach über dem Beet verlänger die Wachstumsperiode der Pflanzen. „Die Sonne erwärmt die Erde im Hochbeet sogar besser als auf dem Boden – Wärme fördert das Wachstum“, erklärt Jannis Meckelburg. Ein weiterer Vorteil: Ein Hochbeet ermöglicht somit eine häufigere Ernte mit höherem Ertrag. Schnecken- und Unkrautbekämpfung sind aufgrund der Höhe des Beetes einfacher. Auch optisch bietet das Hochbeet Vorteile: „Es kann als Sitzbank und Sichtschutz genutzt werden, oder um Steilhänge zu sichern“, sagt Meckelburg.

>>>>Info – Tipps für die Hochbeet-Pflege:

  • „Die Erde sollte immer ein bisschen feucht sein“, so Jannis Meckelburg. Gießen müssen Hobbygärtner im Frühling weniger, im Sommer etwas mehr. Die Temperaturen im Hochbeet sollten bei zwischen 20 und 30 Grad liegen. Wärmer als 35 Grad sollte es im Hochbeet nicht werden.
  • Die Fliegen, die Max und Maja in ihrem Beet entdeckt haben, heißen Trauermücken und sind harmlos. „Blattläuse und Thripse hingegen sind weniger gut, sie können den Pflanzen wirklich schaden. Auch Pilzkrankheiten können die Ernte erheblich verringern“, sagt Jannis Meckelburg.„Im Privatgebrauch ist meine Empfehlung: immer biologisch behandeln. Gegen Kohlfliegen und Flöhe hilft ein Netz über dem Beet“, rät Jannis Meckelburg.

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