Familienhebammen

Beratung über den Einsatz von Familienhebammen im HSK

Das Foto zeigt den Daumen einer Hebamme, deren Daumen von der Hand eines neun Tage alten Babys gehalten wird.

Das Foto zeigt den Daumen einer Hebamme, deren Daumen von der Hand eines neun Tage alten Babys gehalten wird.

Foto: Uli Deck/dpa-Bildfunk

Hochsauerlandkreis.   Der HSK-Jugendhilfeausschuss berät über den Einsatz von „Familienhebammen“. Es geht um ein „freiwilliges, niederschwelliges Angebot“.

Frühe Hilfen für Familien gibt es im Hochsauerlandkreis bereits seit 2009 von Seiten des Gesundheitsamtes. Dieses Angebot soll künftig durch den Einsatz von Familienhebammen durch das Kreisjugendamt verstärkt werden. Dabei handelt es sich, so die zuständige Netzwerkkoordinatorin Sandra Salmen, um „freiwillige, niederschwellige Angebote“.

Auch bisher können über die gesetzlichen Krankenversicherungen Hebammenleistungen in Anspruch genommen werden. Dabei stehen, so Sandra Salmen, die Schwangere und das Kind im Vordergrund. Der Einsatz von Familienhebammen habe eine andere Priorität. „Familienhebammen haben eine Zusatzausbildung., die 400 Stunden umfasst. Bei ihrem Einsatz geht es vor allem darum, das Zusammenleben in der Familie zu fördern“, so die Jugendamtsmitarbeiterin.

Nur für Kinder bis ein Jahr

Ob Familienhebammen im HSK tatsächlich zum Einsatz kommen, darüber wird im nächsten Kreisjugendhilfeausschuss am Montag, 10. September, entschieden. Gibt der Ausschuss grünes Licht, könnte das Angebot schon im Oktober starten.

Mit ins Boot geholt wurden im Vorfeld bereits die sieben Familienhebammen, die für diese Tätigkeit in Frage kommen. Sie kommen aus den Bereichen Marsberg, Winterberg, Meschede und Brilon und könnten auf Honorarbasis für das Kreisjugendamt tätig werden. Netzwerkoordinatorin Sandra Salmen möchte ausdrücklich Eltern ermutigen, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Sie weist aber auch darauf hin, dass der Einsatz von Familienhebammen durch das Kreisjugendamt nur für Kinder im Alter bis zu einem Jahr möglich ist.

Präventionsmaßnahme

In der Verwaltungsvorlage zu dem Thema heißt es, dass die Möglichkeit bestehe, die Kontakte mit der Familie flexibel zu gestalten, um eine möglichst umfassende Unterstützung der Familien zu gewährleisten. Demnach ist die Hilfe grundsätzlich für sechs Monate geplant.

„Ziel des Einsatzes der Familienhebammen ist es, durch eine möglichst frühzeitige Unterstützung von ,belasteten` Familien spätere konstenintensivere Hilfe zur Erziehung zu vermeiden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Vor dem Hintergrund der Fallzahlen im Bereich der Hilfen zur Erziehung sowie der Kostenentwicklung im Jugendhilfebereich sei es „dringend notwendig, durch Prävention bzw. niederschwellige Hilfen dieser Entwicklung entgegen zu wirken.“

Netzwerkarbeit

Bisher gibt es im HSK bereits eine „Netzwerkarbeit Frühe Hilfen“. Lokale Netzwerke finden regelmäßig in fünf Kommunen (Brilon, Olsberg, Winterberg, Medebach und Meschede) ein- bis zweimal jährlich statt. Auch in Marsberg soll die Netzwerkarbeit starten.

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