Theater

Besinnlich-chaotischer Heiligabend im Kolpinghaus Medebach

Viel Verwirrung gibt es auf der Bühne Kolpinghaus in Medebach. Nach einer durchzechten Nacht gibt es bei Familie Maier viel Klärungsbedarf und noch mehr Dramen.

Viel Verwirrung gibt es auf der Bühne Kolpinghaus in Medebach. Nach einer durchzechten Nacht gibt es bei Familie Maier viel Klärungsbedarf und noch mehr Dramen.

Foto: Kerstin Neumann-Schnorbus

Medebach.  Beim Laien-Theater im Kolpinghaus in Medebach gibt es eine Story im Hangover-Stil, die für viele Anschuldigungen und Chaos zu Weihnachten führt.

Traditionell gehört in Medebach der Theaterbesuch in der Vorweihnachtszeit genauso zum Advent, wie Plätzchen, Kranz und Kerzen. Und so gab es am ersten Adventswochenende gleich drei Aufführungen des Stückes „Ach, du fröhliche“ von Bernd Gombold. Wieder einmal ist es dabei der Theatergruppe der Kolpingsfamilie gelungen das Publikum drei Stunden lang zu begeistern und unter Beweis zu stellen, dass die muntere Laienspielschar auch auf einer großen Theaterbühne bestehen könnte.

Die mit viel gutem Geschmack, von Berthold Schreiber und Helmut Müller, umgestaltete Bühne des Kolpinghauses zum gemütlichen Wohnzimmer der Familie Maier bildete den Rahmen für den lustigen Dreiakter.

Lachen und entspannen

Am Ende des Premierenwochenendes waren sich alle Besucher einig: Es war ein Stück, bei dem man nach Herzenslust richtig lachen und entspannen konnte. Dieses amüsante Durcheinander an Verwechslungen, Verdächtigungen, vielen Geheimniskrämereien, um einen Diebstahl in einem Juweliergeschäft, einer räuberisch abgesägten Edeltanne, einen Unfall mit Fahrerflucht und einer Leiche im Keller forderte den acht Darstellern einiges ab.

Das Stück selbst erinnert ein bisschen an den Hollywood-Kassenschlager Hangover. Vater Anton (Stefan Hoffmeister) und Sohn Markus (Christof Nölke) wachen am Weihnachtsmorgen völlig verkatert auf und können sich an die vergangene Nacht nicht mehr erinnern. Sie wissen lediglich, dass sie auf einer Weihnachtsfeier waren. Die neugierige und geschwätzige Nachbarin Martha Strecker, köstlich umgesetzt von Jutta Föhrer, kommt sensationslüstern vorbei und berichtet, dass es in der Nacht wohl einen tödlichen Unfall mit Fahrerflucht gegeben habe.

Unfallverursacher gesucht

Die Hinweise verdichten sich, dass Anton und Markus die Verursacher dieses Unfalls waren. Zu allem Übel lässt Mutter Rita (Dagmar Köster) noch verkünden, dass wenn nicht binnen kürzester Zeit ein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehe, sie den Heiligen Abend auswärts und alleine verbringen werde. Dagmar Köster brilliert in ihrer Rolle als gestresste Hausfrau.

Das Chaos komplett machen der ebenfalls feierfreudige Nachbar Theo (Alexander Müller), der am Kopf verletzte Schwager Karl-Otto (Jürgen Hoffmeister) und die hochnäsige Schwägerin Agathe (Denise Decker). Allesamt kriegen die Abläufe des Zechgelages nicht zusammengefügt, nur Markus’ Freundin Sabine (Rebecca Imöhl) könnte für die Erleuchtung sorgen. Doch sie lässt die Saufbrüder erst einmal zappeln. Bis unter der Weihnachtstanne doch ein friedliches Familienfest gefeiert werden kann, geht es heiß her und es gibt erheblichen und vergnüglichen Erklärungsbedarf bei allen Beteiligten.

Schauspieler mit Herz und Seele dabei

Die Rollen waren den fabelhaft spielenden Akteuren wie auf den Leib geschnitten und resümierend gaben alle Darsteller eine hervorragende Figur ab und waren mit Herz und Seele bei der Sache. Sie brüllten sich an, fielen sich in die Arme und versuchten sich gegeneinander aufzuhetzen. So hatte das Theaterstück insgesamt gesehen keine Hauptakteure, sondern lebte vom Schwung und dem tollen Auftreten aller Bühnen-Aktiven.

Regisseurin Dagmar Köster hatte die Komödie mit ihrem Ensemble toll inszeniert und ließ die Lachmuskeln kaum zur Ruhe kommen. Sie erklärt den Anspruch ihrer Theatergruppe so: „Wir wollen, dass unsere Besucher für knapp drei Stunden ihre Alltagssorgen vergessen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen!“

Zuschauer übernehmen Gastrollen

Je ein freiwilliger Zuschauer durfte sogar bei den Aufführungen eine kleine Gastrolle übernehmen und erntete damit viele Lacher und Spontanapplaus. Die treuen Theaterbesucherinnen Konni Schnellen und Ingrid Mauseerklärten einstimmig: „ Es ist für uns jedes Mal ein besondere Freude gemeinsam mit guten Freunden auf der Bühne bekannte Gesichter und Freunde zu sehen, die mit so viel Begeisterung uns immer wieder einen schönen lustigen Abend bescheren!“

Zum Erfolg trugen auch die Souffleusen Nicole Hellwig und Katja Lübbert sowie die Maskenbildner Oliver und Wilfried Schmidt bei.

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