„Lernen von der Natur“

Bionik-Lehrpfad in Giershagen verspricht Aha-Erlebnisse

Alexander Schaaf, Ulrich Schlattmann, Prof. Dr. Mark Schülke und Maximilian Langer (von links) arbeiten die Entwürfe aus.

Alexander Schaaf, Ulrich Schlattmann, Prof. Dr. Mark Schülke und Maximilian Langer (von links) arbeiten die Entwürfe aus.

Foto: Fachhochschule

Giershagen.   Kooperation von der Fachhochschule Soest und dem Naturpark Diemelsee wird vom Ministerium bezuschusst. „Lernen von der Natur“ ist das Motto.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Naturpark Diemelsee ist schon bald um eine Attraktion reicher: Der neu geschaffene Bionik-Lehrpfad in Giershagen wird am Dienstag, 30. April, offiziell eröffnet. Zwei Jahre hatten Wissenschaftler und Studierende der Fachhochschule Südwestfalen in Soest in Kooperation mit dem Zweckverband Naturpark Diemelsee an der Umsetzung gearbeitet. Der Pfad verspricht Physik-Begeisterten und Naturliebhabern Aha-Erlebnisse in einzigartig schöner Landschaft.

Mit dem Zuschlag beim landesweiten Wettbewerb „Schätze der Natur“ des Umweltministeriums NRW fiel der Startschuss. Mit rund 85 000 Euro förderte das Ministerium das Projekt im 334 Quadratkilometer großen Naturpark Diemelsee.

Behindertengerecht

„Lernen von der Natur“, diese Idee stand Pate für eine Vielzahl von begehbaren und erlebbaren Stationen entlang des Bionik-Pfades auf 4,8 Kilometer Wegstrecke. Abschnitte des Pfades sind auch für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen gut zu erreichen. Menschen mit Beeinträchtigungen die Teilhabe zu ermöglichen, war den Initiatoren ebenso wie den vielen am Projekt beteiligten regionalen Akteuren ein besonderes Anliegen. So hilft beispielsweise der Audioguide Menschen mit Sehbehinderung beim Erkunden des Pfades.

Nach natürlichen Vorbildern entwickelten Prof. Dr. Mark Schülke, Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter der Fachhochschule in Soest Ideen zur Darstellung des Zusammenspiels von Technik und Natur. So veranschaulicht eine Station den Lotoseffekt. Dazu werden aus Glasfaser in Handarbeit gefertigte Blätter an einem spiralförmigen Ständerwerk angebracht.

An einer anderen Station steht ein akustisches Phänomen im Fokus. Klangmuschelartige Skulpturen aus glasfaserverstärktem Kunststoff werden an geschwungene Träger aus Stahl montiert. Aus einer bestimmten Position können Besucher daran das Richtungshören – die Fähigkeit, die räumliche Herkunft akustischer Signale zu erkennen – wahrnehmen.

Wie sieht die Welt aus der Perspektive einer Fliege aus? Dies wird beim Blick durch gut 60 Einzelaugen eines Exponats deutlich, die zu Facetten zusammengefasst sind. Details der einzelnen Stationen wurden im Labor für Technische Physik gefertigt.

Bachelor-Arbeit liefert Infotafeln

Die zugehörigen Stahlkonstruktionen zur Montage lieferte das Unternehmen Brannekemper Metallgestaltung aus Lippstadt. Bei der Fertigung der Exponate wurden sicherheitstechnische Anforderungen ebenso wie Ansprüche der Barrierefreiheit berücksichtigt.

Parallel dazu hat DPM-Studentin Annika Schmid im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit eine ansprechende Dokumentation in Form von Infotafeln für die einzelnen Stationen ausgearbeitet, die vor Ort hilfreiche und kindgerechte Erklärungen zu den Phänomenen liefern. Eine Website und diverse Aktionen über Social-Media-Kanäle informieren in Kürze zusätzlich über neueste Aktivitäten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben