Feuer

Brand in Medebach richtet 750 000 Euro Schaden an

Brand in Medebach

In der Neujahrsnacht geriet das Dachgeschoss eines 10-Parteien-Hauses in Medebach in Brand.

In der Neujahrsnacht geriet das Dachgeschoss eines 10-Parteien-Hauses in Medebach in Brand.

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Medebach.   Beim Brand eines Mehrfamilienhaus in Medebach ist Sachschaden in Höhe von 750 000 Euro entstanden. Alle Bewohner wurden evakuiert, keiner verletzt.

Keine Stunde währt die Freude über das neue Jahr bei 23 Bewohnern eines 10-Parteien-Hauses in der Bremer Straße. Noch während viele von ihnen feiern, gerät der Dachstuhl aus bisher ungeklärter Ursache in Brand. Das Feuer ist vermutlich auf dem Balkon einer Wohnung im dritten Stock ausgebrochen, deren Mieter momentan verreist sind. Ein Zusammenhang mit dem Silvesterfeuerwerk ist nicht auszuschließen, die Ermittlungen laufen.

84 Feuerwehrkräfte aus Medebach, Winterberg und Umgebung sowie mehrere Rettungswagen, Notfallseelsorger und die Kriminalpolizei sind in der Neujahrsnacht am Brandort. Die Löscharbeiten dauern bis 7.15 Uhr an.

Alarm nach Mitternacht

Es ist 0.45 Uhr, als der Alarm eingeht; wenige Minuten später ist die Medebacher Feuerwehr vor Ort. Die Flammen schlagen da bereits lichterloh aus dem Dach. Bewohner müssen gerettet und Atemschutzträger eingesetzt werden. Deshalb werden unter Einsatzleitung von Herbert Kordes die Löschgruppen aus Berge, Medelon und Oberschledorn sowie ein zweiter Drehleiterwagen aus Winterberg alarmiert. Durch aufmerksame Nachbarn sind bereits die meisten Mieter – darunter mehrere Kinder - aus ihren Wohnungen geklingelt worden. Zwei Menschen befreit die Feuerwehr, darunter eine Frau im Rollstuhl. Verletzt wird niemand. Zwei Katzen sind noch vermisst.

Eine grüne Jalousie an einem Dachfenster ist halb hochgezogen, die Scheibe daneben zersplittert. Von der Straße ist zu sehen, wie die Feuerwehrleute aus dem Drehleiterkorb durch das Dach mit schwerem Gerät die Zimmerdecke durchbrechen, Flammen züngeln unter den Dachbalken hervor. Ein junges Paar steht ohne Jacke fassungslos vor dem Haus, in dicke Wolldecken gehüllt: „Das ist unser Schlafzimmer. Wir sind im September erst eingezogen und haben alles neu angeschafft. Jetzt wird nichts mehr übrig sein, wir konnten nichts mitnehmen, vor allem nicht die Familienandenken.“ Das junge Paar hat von dem Feuer in der rückwärtigen Nachbarwohnung nichts bemerkt – weder im Haus noch auf der Straße.

Isufi Arlind (18) wohnt mit seinen Eltern und Geschwistern in der Wohnung darunter. Auch er hat draußen mit Freunden gefeiert und ist dann zu seinen Eltern gegangen. Als es kurz darauf Sturm schellt, denken sie erst an einen Scherz von Betrunkenen – bis sie das Blaulicht sehen und die Feuerwehrleute rufen hören: „Man ist völlig haltlos, das reißt einem den Boden unter den Füßen weg.“ Die Gedanken des angehenden Abiturienten sind bei seinen Schulsachen: „Ich muss nächste Woche Klausuren schreiben, aber meine Unterlagen sind alle weg.“

Hilfsbereite Nachbarn öffnen ihre Häuser und Garagen, um die Bewohner aufzunehmen und mit warmen Getränken zu versorgen, einige kommen provisorisch bei Bekannten und Angehörigen unter. Das Haus ist durch Feuer und Löschwasser nicht mehr bewohnbar, der Schaden beträgt rund 750 000 Euro.

Während die Mieter und Nachbarn den sich auf der Dach-Rückseite des rund 15 Meter hohen Hauses ausbreitenden Brand anfangs gar nicht mitbekamen, sahen viele Medebacher von weitem die Rauchwolken und alarmierten die Feuerwehr. Die Hauseigentümerin und die Stadt Medebach kümmern sich derzeit um die Unterbringung der 23 Bewohner, die gestern nur kurz einige persönlichen Dinge aus ihren Wohnungen holen durften.

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