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Braunshausen: Neuer Bio-Hühnerhof schafft 6000 Arbeitsplätze

Michael und Ina Althaus haben Anfang August nach einjähriger Bauzeit ihren Stall „Kaiser´s Bio-Ei“ mit 6000 Hühnern am Ortsrand von Braunshausen in Betrieb genommen.

Michael und Ina Althaus haben Anfang August nach einjähriger Bauzeit ihren Stall „Kaiser´s Bio-Ei“ mit 6000 Hühnern am Ortsrand von Braunshausen in Betrieb genommen.

Foto: Rita Maurer

Braunshausen.  Michael und Ina Althaus erfüllen sich mit ihrem Bio-Hühnerhof einen Traum in Braunshausen. So lebt es sich für die Tiere auf 3,6 Hektar Wiese.

6000 neue Arbeitsplätze in Braunshausen! Michael und Ina Althaus haben ihren Traum von einem Bio-Hühnerhof mit artgerechter Tierhaltung verwirklicht. Im August sind nach knapp einjähriger Bauzeit 6000 junge Legehennen in den neuen Stall mit 3,6 Hektar Wiesenfläche im Nägelsbachtal eingezogen und jetzt die fleißigen Mitarbeiterinnen von „Kaiser’s Bio-Ei“.

Warum Kaiser und nicht Althaus? Kaiser ist der Spitzname von Vater Althaus und soll im Firmenlogo gemeinsam mit dem Motiv der prägnanten Kreuzbergkapelle die Verbundenheit zu Braunshausen zeigen.

Langjähriger Traum von Bio-Hühnern

Michael Althaus ist in der Landwirtschaft groß geworden und hat gemeinsam mit seiner Frau 2016 den Hof seiner Eltern als Nebenerwerbslandwirt übernommen. 2017 stellten sie von Milch- auf Mutterkuhhaltung um. Schon seit vielen Jahren hatten beide den Traum von Bio-Hühnern. Eine andere Haltung kam für beide nicht in Frage: „Unsere Hühner sollen ein gutes Leben führen.“

Die Bio-Kriterien besagen, dass auf einen Quadratmeter Stallfläche sechs Hühner gerechnet werden dürfen. Bei der konventionellen Haltung wären es mit zwölf doppelt so viele. Außerdem braucht jedes Bio-Huhn vier Quadratmeter Auslauf mit Gelegenheit zum Picken und Scharren. Vom 55 Meter langen Innenstall mit Futter- und Nistplätzen gelangen die Hühner in einen überdachten Sandbereich mit großen Fensterluken und weiter auf die Wiese.

Nur genfreies Bio-Futter

Der gesamte Komplex ist in zwei strikt voneinander getrennte Bereiche unterteilt, damit sich die beiden Gruppen mit je 3000 Legehennen und zehn Hähnen nicht mischen. Gefüttert werden darf nur genfreies Bio-Futter ohne beigemischte Zusatzstoffe oder Medikamente.

Der anfallende Mist wird von einem nordhessischen Landwirt als Dünger abgeholt, der dafür im Gegenzug Öko-Futter liefert. Im Stall gelten hohe Hygiene-Standards: Der Eintritt erfolgt über eine Desinfektionsschleuse, für den Stallbereich gibt es gesonderte Gummistiefel. Besucher müssen zudem Einmalanzüge und Schuhüberzieher tragen, damit keine fremden Keime eingeschleppt werden. Die Futter- und Wassergaben sind automatisiert, ebenso der Transport der Eier von den Nistplätzen zur Sortiermaschine, die gerade eingerichtet wird. Bisher wurden die Eier noch alle von Hand sortiert.

5500 Eier als Zielmarke

Momentan legen die noch sehr jungen Hühner ca. 2700 Eier am Tag, 5500 sollen es demnächst werden. Der überwiegende Teil davon geht an das Bio-Gut Rosenthal bei Bergneustadt, das mit 16 Bioland-Partnerhöfen zusammenarbeitet. Bei einer solchen Menge an Tieren ist vieles automatisiert, aber dennoch gibt es auch persönliche Momente.

Berta, Struppi und Maik

Da ist z.B. Berta, die gerne auf den Arm genommen und gekrault wird. Struppi hat ihren abgetrennten Bereich im Stall, weil sie von ihren Artgenossinnen gnadenlos gepickt wird. Und Maik weiß ganz genau, dass er der allerschönste Hahn ist. Damit keine Langeweile aufkommt, haben die Hühner Sand oder Rindenmulch zum Scharren sowie Picksteine und Luzernen-Ballen zum Picken. Jeder Besucher wird sofort neugierig umringt – so lange, bis die Hähne den Chef herauskehren und für Ordnung im Hühnerhaufen sorgen.

Weil sich herausgestellt hat, dass die Hühner gerne auf der Tierwaage schaukeln, bekommen sie demnächst noch Schaukel-Äste. Und weil sie es mögen, wenn Ina Althaus im Stall singt, soll auch ein Radio folgen.

Tägliche Kontrollen in Braunshausen

Täglich wird kontrolliert, ob auch wirklich alle Tiere gesund und abends im Stall sind. Diese kennen zwar inzwischen das Geräusch, wenn sich die Außen-Luken in der Dämmerung langsam schießen, aber hier und da verpassen die Damen doch den richtigen Zeitpunkt.

Beim WP-Termin draußen gibt es plötzlich lautes Gegacker und eine Massenflucht in den überdachten Auslauf „Bestimmt die Luftwaffe!“, vermutet Michael Althaus. Und richtig. Die Hühner haben lange vor den Menschen einen Rotmilan und zwei Sperber am Himmel bemerkt. Und auch die Braunshäuser Füchse haben die neuen Bewohner hinter dem hohen Elektrozaun schon registriert – bisher zum Glück ohne Erfolg. Alles eben bio!

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