Schützen

Brilon: Darum hat das Schützenwesen seit 603 Jahren Erfolg

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft stellt ihre Räumlichkeiten für eine Ausstellung zum Schützen- und Schnadewesen zur Verfügung.

Die St. Hubertus Schützenbruderschaft stellt ihre Räumlichkeiten für eine Ausstellung zum Schützen- und Schnadewesen zur Verfügung.

Foto: Joachim Aue

Brilon.  Eine Ausstellung im Hubertussaal der Schützenhalle in Brilon befasst sich mit der Geschichte hinter dem kulturellen Gut. Was Besucher erwartet.

„Schwierige Zeiten – Schützen- und Schnadewesen in Brilon“, Mit dieser Ausstellung, die am Donnerstagabend im Hubertussaal der Schützenhalle eröffnet wurde, geht die Zeitreise durch die 800-jährige Briloner Stadtgeschichte weiter. Nach einem Rückblick auf das 13. Jahrhundert im letzten Monat im Museum Haus Hövener, steht jetzt im Hubertussaal die Stadtgeschichte im 14. Jahrhundert, insbesondere die mittelalterliche Vergangenheit und die jüngere Zeitgeschichte im Mittelpunkt.

Es werden alte Urkunden und Schriften, die legendäre Schatztruhe der St. Hubertus Schützenbruderschaft sowie einige Pokale gezeigt. Auch ein alter Schellenbaum, die Schützenfahnen und weitere Relikte von einst sind zu sehen. Auf diversen Schautafeln sind die besonderen Ereignisse jener Zeit, vor allen aus dem Stadtgeschehen, den Schützenfesten und den Schnadezügen in Wort und Bild festgehalten.

Großes Interesse an Briloner Geschichte

Schon der Besuch bei der Eröffnung zeigte, dass das Interesse der Briloner an der Geschichte ihrer Heimatstadt nach wie vor groß ist. So konnte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch Mitglieder aus Rat und Verwaltung, des Heimatbundes „Semper Idem“, einige Vereine und der Hubertusschützen mit ihrem Königspaar Jörg und Silvia Nolte, sowie zahlreiche Bürger begrüßen.

Dr. Bartsch dankte Carsten Schlömer und seinem Team von Haus Hövener, die diese Sonderausstellung zum Stadtjubiläum zusammengestellt haben und machte deutlich: „Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie aus einer bürgerschaftlichen Pflichtaufgabe, ein Kulturgut wurde.“

Schützen als Bestandteil der Kultur

Für Schlömer, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Hauses Hövener tätig ist, sind die Schützen ein wichtiger Bestandteil der regionalen Vereinskultur und so ein wesentlicher Bestandteil dieser Ausstellung. Was heute eine sozialwichtige Kultur ist, sei im Spätmittelalter eine ernste Angelegenheit gewesen. Hatten die Schützengilden damals den territorialen Besitz des Magistrats zu sichern und wurden als eine Art Polizei gesehen, werden heute von den Schützen die Tradition und auch die nachbarlichen Beziehungen gepflegt.

Das werde heute besonders von den Bürgern hierzulande geschätzt, so Schlömer in seiner Festansprache. Deshalb mache diese Ausstellung deutlich, nicht nur alte Geschichte zu beachten, sondern auch in die Zukunft zu schauen. „800 Jahre Stadt Brilon, 603 Jahre Schützen, das muss man erst einmal sacken lassen“, sagt der Major der St. Hubertus Schützenbruderschaft, Herbert Jätzel. Eine Zeit, in der Vereine, Institutionen, Staatsformen und gesellschaftliche Hierarchien gegründet wurden, die Schützen hätten sie alle überlebt, obwohl ihnen einst keine Zukunft vorhergesagt wurde.

Das Geheimnis der Geschichte

Als sie dann im 19. Jahrhundert ihre Funktion als überstaatliches Ordnungsorgan verloren, musste sie sich neu finden und wurden zum Träger heimatlicher Kultur. Die alten Schützenwerte „Glaube, Sitte, Heimat“ haben sich die Schützen auf ihre Fahnen geschrieben, erklärt Jätzel. Sie seien das Geheimnis der 603-jährigen Geschichte der Bruderschaft.

Auch wenn die jungen Menschen heute vieles ändern wollen, sei längst nicht alles schlecht gewesen, was die Alten gemacht hätten. Darum sei es heute das Ziel des Schützenwesens: „Das Alte bewahre und offen seien für das Neue“. Nur so könne man die Weichen für die Zukunft stellen und weiterhin junge Leute für die Bruderschaft begeistern.

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