Kommunalpolitik

Brilon löst weiteres Jagdrevier auf

Foto: Martina Dinslage

Brilon.   Wegen zu hoher Wildschäden stand das für die Holzvermarktung wichtige PEFC-Siegel zur Disposition. Jetzt werden die Maßnahmen umgesetzt.

„Jagd ist immer öffentlich!“ betont das Magazin „Rheinisch--Westfälischer Jäger“ in seinem „Kleinen Jagd-Knigge“ anlässlich der zurzeit allerorts angesagten herbstlichen Gesellschaftsjagden. Manche Diskussion über Jagd findet allerdings hinter verschlossenen Türen statt. Etwa an diesem Mittwoch in Brilon. Da geht es im Forstausschuss (17.30 Uhr, Bürgersaal) im nichtöffentlichen Teil der Sitzung um die Aufteilung eines weiteren städtischen Reviers in Pirschbezirke, einen Regiebetrieb und einen Eigenjagdbezirk. Betroffen ist das Revier „Hammerkopf“.

Das Revier ist 627 ha groß und zieht sich östlich der B 251 zwischen der Pulvermühle und dem Ortsende Brilon-Wald in Richtung Willingen entlang. Im Zusammenhang mit der Diskussion um den drohenden Verlust des PEFC-Siegels für den kommunalen Forstbetrieb vor zwei Jahren hatte der Rat die Verpachtung der städtischen Eigenjagden auf neue Füße stellen müssen. Ziel: die hohen Schälschäden durch Wild zu verringern. Damaliger Plan für das Revier „Hammerkopf“: 300 ha sollten auch künftig verpachtet werden, auf 252 ha sollten Pirschbezirke eingerichtet und auf 75 ha eine Regiejagd ausgewiesen werden.

Überdurchschnittliche Strecken

Der bisherige Pächter hatte sich schon vor Jahren dazu entschlossen, das Revier aufzugeben. Er hatte kurz nach der Jahrtausendwende bei der damals noch üblichen Revierversteigerung auch das benachbarte Revier „Bilstein“ zugeschlagen bekommen. Dort allerdings hatte dann im Januar 2007 „Kyrill“ besonders brutal zugeschlagen, so dass über Jahre an Jagd nicht zu denken war. Dort hat der Rat 2011 acht Pirschbezirke zwischen 23 und 86 Hektar eingerichtet, die damals zum Einheitspreis von 22 Euro pro Hektar jeweils für ein Jagdjahr zu erwerben waren.

Das wird seitdem rege genutzt, wie ein Blick auf die Jagdstrecken zeigt. So wurden dort im vergangenen Jagdjahr 30 Böcke, 17 Kitze und 15 Stück weibliches Rehwild erlegt. Zum Vergleich: die durchschnittliche Strecke der anderen elf Reviere liegt bei knapp einem Drittel. Waren die Hochwildreviere früher auf zwölf und die anderen Reviere auf neun Jahre verpachtet, so gilt jetzt eine Fünf-Jahres-Frist, die formlos verlängert werden kann. Jagd-Interessenten gibt es reichlich.

Neuer Pächter in der Wünnenbecke

So lief vor wenigen Tagen die Bietfrist für das Revier „Wünnenbecke“ ab, das - wie berichtet - wegen der dort illegal ausgesetzten Mufflons für viel Ärger gesorgt hatte. Das wird einen neuen Pächter erhalten.

Der Forstausschuss soll am Mittwoch seinen Segen für die Verpachtung geben. Auf Anfrage wollte Bürgermeister Dr. Bartsch noch nicht einmal sagen, wie viele Gebote es für das Revier gegeben hat.

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