Übernachtungszahlen

Brilon-Olsberg-Touristik: Datenpanne verhagelt das Ergebnis

Camping boomt. Hier ein Blick aus dem Mai über den Briloner Campingplatz auf das Hölsterloh mit dem Golfplatz und der nach der Modernisierung wieder geöffneten Jugendherberge sowie die Hochebene und Brilon.

Camping boomt. Hier ein Blick aus dem Mai über den Briloner Campingplatz auf das Hölsterloh mit dem Golfplatz und der nach der Modernisierung wieder geöffneten Jugendherberge sowie die Hochebene und Brilon.

Foto: Hans Blossey

Brilon.  Trotz - manche sagen auch wegen - der Corona-Pandemie sind die Tourismuszahlen im HSK so gut wie lange nicht. Ärger gibt es über eine Datenpanne.

Eine Datenpanne reißt die Juli-Übernachtungszahlen für den Altkreis Brilon in den Keller. Denn während die Betten-Hochburg Winterberg trotz der Corona-Pandemie ein sattes Übernachtungsplus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen kann, die Center Parcs-Stadt Medebach stabil blieb und Brilon sogar mit 20.271 Übernachtungen das beste Monatsergebnis aller Zeiten vorzeigen kann, sackte Olsberg um 27,8 Prozent ab. Grund: Das Park-Hotel taucht nicht in der Statistik auf.

Das war bereits im Juni der Fall. Da hatte das 119-Zimmer-Haus mit seinen rund 350 Betten nach dem Corona-Lockdown zwar wieder geöffnet, allerdings war dies nicht bis zu IT.NRW in Düsseldorf durchgedrungen.

Der Grund war am Freitag nicht zu klären. Die Geschäftsführung war außer Haus unterwegs und nicht zu erreichen.

Geschäftsreiseverkehr zurückgegangen

Corona hinterlässt vor allem im Geschäftsreiseverkehr nach wie vor deutliche Spuren, sagt der Leiter der Brilon-Olsberg-Touristik, Rüdiger Strenger. Virtuelle Konferenzen per Internet haben in hohem Maß Termine und Meetings vor Ort abgelöst. Das sei im Hotelbereich deutlich zu spüren, obwohl geschäftlicher Reiseverkehr trotz Lockdowns möglich war.

Mit dem August und dem Oktober gehört der Juli in Brilon zu den Top-Reisezeiten. Das super Juli-Ergebnis für Brilon zum Beispiel wird, so Strenger, „von Ferienwohnungen, Campingplätzen und Wohnmobilisten getragen. Also all den Angeboten, die auch an den Küsten ziehen.“

106.402 Gästeankünfte gab es kreisweis im Juli, 2,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Davon entfielen auf den Altkreis Brilon 60.678. Und davon wiederum zog allein Winterberg mit 31.824 mehr als die Hälfte auf das Dach des Landes NRW. Zuwachsrate gegenüber Juli 2019: satte 15 Prozent.

Und auch bei den Übernachtungen war Winterberg mit 114.789 (+6,1 Prozent) mit weitem Abstand Spitzenreiter vor Medebach mit nahezu konstanten 85.782 (+0,7 Prozent) und Schmallenberg, das auf 71.559 Übernachtungen kam und damit 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat einbüßte.

Brilon sticht beim Thema Camping hervor

Deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind die Campingstellplätze im Hochsauerland. Insgesamt standen im Juli 877 Stellplätze zur Verfügung, 36 mehr als vor einem Jahr. Hier sticht Brilon hervor. In der Stadt des Waldes wuchs dieses Urlaubsangebot binnen eines Jahres von 60 auf 118 Plätze.

In Winterberg gibt es unverändert 187 Stellplätze, mit 20 bzw. 16 blieben auch Olsberg und Marsberg konstant, in Medebach waren es im Juli 22 weniger als vor einem Jahr.

Übernachtungsdauer in Medebach am höchsten

Die Übernachtungsstatistik für weitere Altkreis-Kommunen: Hallenberg 5924 (-15.1 Prozent), Marsberg 2719 (-64,1 Prozent), Olsberg 10.746 (-27,8 Prozent).

Für die Betriebe das wesentliche Kriterium ist die Verweildauer ihrer Gäste. Sie liegt im HSK-Durchschnitt bei 3,7 Tagen. Diesen Wert übertreffen - wegen der speziellen Center Parcs-Angebote - Medebach mit 5,1 Tagen und Brilon mit 4,2 Tagen kreisweit am höchsten.

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