Kommunalpolitik

Brilon schafft eine neues Informations- und Leitsystem an

Haben schon Jahrzehnte auf dem Buckel und sind längst nicht mehr aktuell

Foto: Jürgen Hendrichs

Haben schon Jahrzehnte auf dem Buckel und sind längst nicht mehr aktuell Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Die schäbigen Schilder kommen aus der Stadt Brilon weg. Leader-Projekt im Hinblick auf die Internationalen Hansetage im Jahr 2020 initiiert.

Das Schild führt in die Irre. Schräg über die Gartenstraße weist der weiße Pfeil auf grünem Grund Richtung Stadtmitte hin zum Haus des Gastes. An der klassizistischen Villa unterhalb der Stadtbücherei ist der schwarze Schriftzug mit dem Hinweis auf die zentrale Tourismus-Einrichtung allerdings schon längst verschwunden. Das markante Gebäude heißt heute - nach seinen dem Holocaust zum Opfer gefallenen früheren jüdischen Eigentümern - offiziell Haus Goldberg und beherbergt Teile des Stadtarchivs. Zum Haus des Gastes geht es genau in Gegenrichtung des Hinweisschildes. Das befindet sich seit 2014 nämlich im Hotel am Kurpark und ist eingebunden in die dort neu angelegten gesundheitstouristischen Einrichtungen.

„Für Auswärtige ziemlich verwirrend“ findet nicht nur Brilons Tourismus-Chef Rüdiger Strenger das derzeitige Leit- und Orientierungssystem in der Kernstadt. Und nicht nur das. Auch der Zustand der Schilder ist wenig einladend. Das Holzgerüst der gut 30 Jahre alten Wegweiser rottet vor sich hin, etliche Schilder sind deshalb schon entfernt worden. Dieser Zustand, so hieß es jüngst im Strukturausschuss, werde „sowohl aus den Reihen der Politik wie auch der Besucher und der Öffentlichkeit kritisiert“.

Kostenkalkulation: 106 000 Euro

Und deshalb will die Stadt Abhilfe schaffen. Auch - und vor allem - im Hinblick auf die Internationalen Hansetage im Jahr 2020. Einstimmig hat sich der Strukturausschuss für die Entwicklung und Installation eines neuen, aufeinander abgestimmten Beschilderungssystems ausgesprochen. Das ist nicht gerade billig. 106 000 Euro soll es kosten. Auf dieser - so die Verwaltung - „belastbaren konkreten Kostenschätzung“ - jedenfalls hat die Stadt das Projekt schon für eine Förderung mit Leader-Mitteln beantragt. Rund 37 100 Euro müsste die Stadt im Falle der Förderung selbst tragen.

Dass die Stadt etwas in diesem Bereich tun muss, sei im Zuge des Verfahrens zur Anerkennung als Kneipp-Heilbad von der Begutachtungskommission angemerkt worden. Rüdiger Strenger: „Da hat man uns schon auf den Schilderwald aufmerksam gemacht.“

Konzept besteht aus vier Bausteinen

Ein Info- und Leitsystem, das weiß der Tourismus-Experte, ist die Visitenkarte einer Stadt.

Das neue Beschilderungs-Konzept besteht aus vier Bausteinen:

1.Ein Informations- und Leitsystem für den sogenannten Briloner Süden, den touristisch ausgerichteten Teil des Stadtgebietes mit seinem ausgewiesenen und anerkannten Kurgebiet. Dort ist an das Aufstellen von etwa einem Dutzend Wegweiser gedacht.

2.Ein neues Leitsystem für den Kurpark mit seinen neuen, aus Leader- und Regionale-Mitteln finanzierten gesundheitstouristischen Einrichtungen. Hier sollen sieben Hinweisschilder sowie - an den Eingängen - drei Übersichtstafeln angebracht werden.

3.Ein Leitsystem speziell für Fußgänger im Bereich der historischen Altstadt inklusive der Ausschilderung der einzelnen Parkplätze und der Anbindung an den Stadtbahnhof. Dafür sind acht Standorte ins Auge gefasst.

4.Die Erneuerung der sogenannten Willkommensschilder an den Ortseingängen, wie sie derzeit an der Altenbürener Straße und am Ostring stehen. Auf ihnen sollen Autofahrer auf besondere in Brilon stattfindende Events aufmerksam gemacht werden.

„Mit Hinblick auf die Ausrichtung der Internationalen Hansetage im Jahr 2020 und erwartenden Gäste- und Besucherzahlen im sechsstelligen Bereich ist ein Info- und Leitsystem zwingend notwendig“, gab die Leader-Arbeitsgemeinschaft dem Briloner Projekt im Sommer ihren Segen. Für das weitere Förderverfahren sei es allerdings nötig, so hieß es im Ausschuss, dass das gesamte Projekt bis ins Detail durchgeplant sein muss, ehe der Antrag auf Bezuschussung formal bei der Bezirksregierung gestellt werden kann. Die Planung soll ein Fachbüro vornehmen, der Kostenrahmen dafür liegt bei rund 10 000 Euro.

Für die Umsetzung fasst Brilon Wirtschaft- und Tourismus-Chef Strenger die beiden kommenden Jahre ins Auge. Letztlich hänge dies jedoch von der Dauer des Bewilligungsverfahrens ab und den generell zur Verfügung stehenden Leader-Mitteln.

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