Verkehr

Brilon schickt Anliegern der Südstraße Zahlungsbescheid

Der Ausbau der Südstraße geht seinem Ende entgegen. Am Mittwoch ist die Derkere Straße ganztägig für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Der Ausbau der Südstraße geht seinem Ende entgegen. Am Mittwoch ist die Derkere Straße ganztägig für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Der Ausbau der Südstraße in Brilon geht dem Ende entgegen. Am Mittwoch ist die Derkere Straße gesperrt. Die Anlieger erhielten Post von der Stadt

Ein paar Tage noch, dann dürfen Autofahrer aufatmen. Nach rund 14-monatiger Bauzeit kann die Südstraße wieder durchgehend befahren werden. Den Anliegern dagegen stockt eher der Atem: Sie haben in der vergangenen Woche die Vorauszahlungsbescheide zu den Straßenausbaukosten erhalten. Ernüchternder Kommentar: „Ganz viel gebracht hat die Nummer nicht.“ „Die Nummer“ - damit ist zum einen der konkrete Kampf der Anlieger gegen die in dieser Straße extrem hohen Anliegerbeiträge gemeint. Zum anderen geht die Kritik aber auch in Richtung Düsseldorf. Dort läuft bekanntlich die Debatte um die Straßenausbaubeiträge.

Ursprünglich sollten die Anlieger der Südstraße mit 19,64 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche zahlen. In einem Fall wären dann an die 30.000 Euro fällig gewesen. Plus die Kosten für die Hausanschlüsse von 1500 bis 3000 Euro.

Wenige Parkbuchten

Durch kleine Veränderungen beim Ausbau - drei Parkbuchten und drei Bäume weniger sowie schlichteres Rasengitterpflaster - hat die Stadt den Kostenbeitrag auf 18.24 Euro/qm reduziert. Wesentlicher Grund für die hohen Kosten sind die aus historischen Gründen hier extrem breiten Bereiche für die Bürgersteige.

Einst stellten die Ackerbürger hier ihre Fuhrwerke ab. Hinzu kommt, dass in diesem Kernstadtbereich die Grundstücke relativ klein sind, die Kosten also proportional höher liegen als etwa in der Altenbriloner Straße. Dort kamen bei der Kostenumlage gerade einmal 4,15 Euro/qm zusammen, nicht zuletzt durch die gewaltige, in die Berechnung einfließende Friedhofsfläche. Unterm Strich näherten sich die von den Anliegern der Altenbriloner Straße zu zahlenden Beträge allerdings denen der Südstraße an.

Vorausbescheide decken ca. 75 Prozent ab

Die Vorausbescheide, so Beigeordneter Reinhold Huxoll zur WP, umfassen etwa 75 Prozent der erwarteten Baukosten. Sie seien so kalkuliert, dass die Stadt auch bei einer Absenkung der in dem Düsseldorfer Gesetzesentwurf vorgesehenen Beiträge für für Gehwege und Parkstreifen nicht Gefahr laufe, Rückzahlungen leisten zu müssen.

In einem Schreiben an die Anlieger weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass sie nach wie vor hinter der Resolution des Rates steht, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen und das Land für diese Zahlungsausfälle geradestehen zu lassen. Und auch an dem geplanten Reformprogramm der Landesregierung werde sie sich beteiligen. Dem Wunsch der Anlieger, auf die Vorausleistungen zu verzichten, könne jedoch aus Gründen der Haushaltsführung nicht verzichtet werden.

Sollte der zurzeit in Düsseldorf zirkulierende Gesetzentwurf Rechtskraft erlangen, könnten der Anliegeranteil für die Parkstreifen und Gehwege von derzeit 50 auf 40 Prozent reduziert werden. Das brächte den Anliegern eine Ersparnis von rund 40.000 Euro.

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