Kommunalpolitik

Brilon startet „Masterplan 2030“ zur Wirtschaftsförderung

Blick auf das Gewerbegebiet Brilon-Nord um den Kreisverkehr B7/Ostring. Unten im Bogen die Bahnlinie.

Blick auf das Gewerbegebiet Brilon-Nord um den Kreisverkehr B7/Ostring. Unten im Bogen die Bahnlinie.

Foto: Blossey

Brilon.   100 Briloner Unternehmen haben sich an einer Umfrage zur Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung beteiligt. Jetzt gabs die ersten Infos.

„Standorte neu denken“ - dabei will die Dortmunder Consulting-Agentur „Moduldrei - Strategie und Kommunikation“ Städte und Kreise unterstützen. In Brilon ist das von Bürgermeister Dr. Bartsch beim Neujahrsempfang verkündete Projekt „Masterplan 2030“ zur künftigen Wirtschaftsförderung bereits angelaufen. Ende Februar/Anfang März fand eine Unternehmensbefragung statt, Anfang der Woche gab es im kleinen Kreis die ersten Ergebnisse. Und die, so Wirtschaftsförderer Oliver Dülme, seien rundum positiv.

Den Anstoß zu der Initiative hatte im vergangenen Jahr die Entscheidung der „Briloner Leuchten“ gegeben, ihre Logistik mangels Erweiterungsmöglichkeiten in Brilon ins unmittelbar an der Autobahn gelegene Gewerbegebiet Meschede-Enste zu verlegen. „So etwas“, so Oliver Dülme zur WP, „darf es nicht noch einmal geben.“ Bereits im Januar hatte die CDU-Fraktion den Antrag gestellt, vor diesem Hintergrund eine „unternehmensspezifische Bedarfsabfrage“ bei den heimischen Unternehmen vorzunehmen, um etwas über den Umfang an künftigen Gewerbeflächen zu erfahren.

Die jetzt erfolgte Unternehmensbefragung greift das Anliegen der Politik auf. 615 Betriebe waren zur Teilnahme an der Unternehmensbefragung angeschrieben und eingeladen worden, genau 100 schickten die Unterlagen zurück - auch das gilt als eine überdurchschnittlich hohe Reaktionsquote. Und zeigt die Bereitschaft der heimischen Wirtschaft, aktiv und im ureigenen Interesse an der Entwicklung der Infrastruktur teilzunehmen.

Innenstadt-Entwicklung fördern

Darüber hinaus gibt es - ganz aktuell - einen Antrag der Briloner SPD-Fraktion zur „Sicherstellung und Fortentwicklung der Innenstadt“. Die Verwaltung wird darin aufgefordert, dazu entsprechende „Gespräche mit Grundstückseigentümern, Geschäftsinhabern und interessierten Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern“ aufzunehmen.

Der SPD geht es darum, der durch den Online-Handel mit verursachten Schwächung der Innenstädte entgegenzutreten. Fraktionsspreche Hubertus Weber: „Wenn auch in Brilon die Anzahl der Leerstände in der Fußgängerzone noch vergleichsweise gering ist, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier sehr ernst zu nehmende gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen bestehen bzw. zu befürchten sind, die sich auf die Attraktivität der gesamten Innenstadt und damit des Lebensstandortes auswirken.“

Kunden und Konsumenten mit ins Boot nehmen

Die SPD möchte zum einen dazu jene Geschäftsinhaber, die darauf bereits individuell reagiert haben, mit ins Boot nehmen und ihre Erfahrungen anhören. Aber auch die interessierten Einwohner, die „als Kunden in Betracht kommen und mit ihrem Konsumentenverhalten letztlich das bestehende Angebot bestimmen“. Zudem können auch externe Experten in das Projekt einbezogen werden. Ziel, so Weber, soll sein, „aus alldem eine Strategie für Brilon zu entwickeln“.

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