Ehrenamt

Briloner Bürgerstiftung überschreitet Millionen-Euro-Marke

Insgesamt 240.000 Euro hat die Briloner Bürgerstiftung seit 2006 verteilt.  Vorstand und Kuratorium stellen bei den "Blechprofis" in Madfeld den Jahresbericht vor. Dabei erhalten einige Gründungsmitglieder der Stiftung Urkunden, darunter auch Firmengründer Heinz Voss (3.v.l.). Auf dem Bild vorne (v.l.) Markus Schwermer, Manfred Sack, Heinz Voss, Firmenchefin Petra Kleine und Karl-Udo Lütteken (mit Scheck), Winfried Dickel, Albert Hillebrand, Ferdinand Klink, Burkhard Wieseler und Stephan Braun

Insgesamt 240.000 Euro hat die Briloner Bürgerstiftung seit 2006 verteilt. Vorstand und Kuratorium stellen bei den "Blechprofis" in Madfeld den Jahresbericht vor. Dabei erhalten einige Gründungsmitglieder der Stiftung Urkunden, darunter auch Firmengründer Heinz Voss (3.v.l.). Auf dem Bild vorne (v.l.) Markus Schwermer, Manfred Sack, Heinz Voss, Firmenchefin Petra Kleine und Karl-Udo Lütteken (mit Scheck), Winfried Dickel, Albert Hillebrand, Ferdinand Klink, Burkhard Wieseler und Stephan Braun

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon/Madfeld.  Dank bemerkenswerten Zustiftungen hat die Briloner Bürgerstiftung die magische Millionen-Marke überschritten - ein bemerkenswerter Betrag.

Der Jahrgang 1943/44 hat sich mit 500 Euro beteiligt, aus einer Erbschaft kam ein mittlerer sechsstelliger Betrag. Mittlerweile sind bei der Briloner Bürgerstiftung über eine Million Euro „auf ewig“ angelegt, wie Stiftungsvorstand Karl-Udo Lütteken sagt. Alle Bürgerstiftungen in NRW kommen zusammen auf 94,3 Millionen Euro. Da liege Brilon „gar nicht so schlecht“.

Davon profitieren, wie der Name sagt, die Briloner Bürger. Insgesamt hat die Stiftung bisher 240.000 Euro für die satzungsgemäße Förderung von sozialen, kulturellen und ökologischen Projekten zur Verfügung gestellt, davon im vergangenen Jahr 19.500 Euro. Gar nicht glücklich sind die Repräsentanten der Stiftung mit der Verzinsung des Stiftungskapitals. Früher, so Karl-Udo Lütteken, habe man mit 300.000 Euro mehr erwirtschaften können als heute mit der Million. Deshalb sei man froh und dankbar, dass Bürger nicht nur als Zustifter dazu beitragen, den Grundstock der Stiftung Zug um Zug zu erhöhen, sondern dass auch immer wieder Spenden fließen. Letztere können unmittelbar und in vollem Umfang zusätzlich zum alljährlichen Stiftungs-Erlös ausgegeben werden.

Bisher 104 Projekte unterstützt

Insgesamt 104 Projekte hat die Stiftung bisher unterstützt. Im vergangenen Jahr waren das u.a. die Dorfgemeinschaft Madfeld (3000 Euro für die Dorfscheune), das Familienzentrum St. Maria (1500 Euro für ein Spielgerät) oder die Elterninitiative Rappelkiste (1000 Euro für ein Tipi); größtes Projekt sind übrigens die Hansetage, für die insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Soziale Notlagen in Satzung aufnehmen?

Gegenwärtig, so Karl-Udo Lütteken, überlege man, auch die Hilfe bei individuellen sozialen Notlagen in die Satzung aufzunehmen: „Aber das soll nicht die Regel werden.“ Sinn und Zweck der Stiftung sei, ehrenamtliches Engagement im gesamten Stadtgebiet zu unterstützen und Projekte ins Rollen zu bringen.

„Oft fehlt es dort ja nur noch an einer Kleinigkeit“, so Vorstandsmitglied Albert Hillebrand. Die Stiftung will „Mitverantwortung für die Gestaltung und Förderung des Gemeinwesens übernehmen“, wie es in einem Flyer heißt; denn: „Die Grenzen staatlicher Fürsorge sind in unserer Gesellschaft überall zu erkennen und zu spüren.“

Gütesiegel des Stiftungsverbandes erhalten

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat der Bürgerstiftung für die Periode von 2019 bis 2021 das „Gütesiegel für Bürgerstiftungen“ verliehen. Da besitzen derzeit 299 der bundesweit 408 (Stand 2018) Bürgerstiftungen. Für die Verleihung müssen zehn Merkmale erfüllt sein.

Verliehen hat die Bürgerstiftung - quasi mit fast 12-jährigem Verzug - selbst etwas: Urkunden für ihre Gründungsmitglieder. Eins davon ist der Seniorchef des Unternehmens, an dem die Stiftung in dieser Woche ihre Aktivitäten vorstellte: Heinz Voss, Gründer des Madfelder Fa. Voss - Die Blechprofis. Das Unternehmen beschäftigt 56 Mitarbeiter. Der Betrieb begann 1967 mit der Fertigung von Allwetterdächern für Schlepper und ist heute Spezialist für die individuelle Anfertigung von Metallerzeugnissen - vom Handwerksbetrieb bis zum Weltkonzern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben